Software Asset Management

Sicheres Lizenz-Management auch in der Cloud

| Autor / Redakteur: Michael Matzer / Elke Witmer-Goßner

Mit der Cloud wird doch nicht alles einfacher. Lizenzverträge müssen auch hier immer wieder auf den Prüfstand.
Mit der Cloud wird doch nicht alles einfacher. Lizenzverträge müssen auch hier immer wieder auf den Prüfstand. (Bild: Leo Wolfert, Fotolia)

Unbenutzte und untergenutzte Software-Lizenzen verursachen Kosten, die bis zu elf Prozent des Anwendungs-Budgets der IT ausmachen können.

Experten raten deshalb jedem Unternehmen, das den Übergang in die komplexe Welt der Cloud plant, sich zunächst über den Status Quo des eigenen Software Asset Managements (SAM) einen Überblick zu verschaffen. Anschließend sollten Lizenz-Spezialisten an der Cloud-Planung beteiligt sein. Unbenutzte oder untergenutzte Software ist die berüchtigte „Shelfware“, die früher, als es noch richtige Software-Pakete gab, nutzlos im Regal lag. Dem Report „State of the Software Estate“ des Herstellers Flexera Software zufolge sind 96 Prozent aller Unternehmen von diesem Phänomen betroffen. Das wäre vielleicht nicht so schlimm, wenn nicht hinzukäme, dass auch die tatsächliche Software-Nutzung oftmals außerhalb der erlaubten Vertragsgrenzen der Software-Lizenzen liegt.

Hohe Strafen drohen

Denn auf diese verbreitete Tatsache sind inzwischen auch die Hersteller der Software aufmerksam geworden. Wie Anton Hofmeier, Regional Vice President Sales für die DACH-Region bei Flexera Software, berichtet, haben im vorigen Jahr 64 Prozent (2014 noch 63 Prozent) aller in der o.g. Marktuntersuchung befragten Firmen bereits ein Audit über sich ergehen lassen müssen. 46 Prozent (zuvor 38 Prozent) wurden mehr als einmal geprüft und 23 Prozent (im Jahr 2014 nur 18 Prozent) sogar dreimal oder öfter. Jedes Auditverfahren kostet das Unternehmen nicht nur Aufwand an Personal und Arbeit, sondern führt meist auch zu Strafzahlungen.

Diese Strafzahlungen werden auf Englisch „true-up fees“ genannt, es handelt sich um erhöhte Gebühren, die der Hersteller gemäß Vertrag verlangen darf. Bei 44 Prozent (Vorjahr: 25 Prozent) der 2015 Befragten ging es dabei nicht um „Peanuts“, sondern um eine Summe von 100.000 US-Dollar oder mehr. Jedes fünfte Unternehmen (2014 nur 9 Prozent) berichtete, dass seine Nachzahlung eine Million US-Dollar oder mehr betrug. Die Unternehmen zahlen also inzwischen dreifach: für Shelfware, für Audits und für Nachzahlungen. Der Analyst und Berater Ray Wang von Constellation Research schätzt, dass in Firmen ungefähr ein Drittel des Software-Budgets verschwendet wird. Angesichts der Milliarden-Investitionen, die Unternehmen allein im deutschen Software-Markt jährlich tätigen, ist dies eine alarmierende Größe.

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