Agile Softwareentwicklung bei der LV 1871

Scrum im Praxiseinsatz: „Innovation ist Pflicht!“

28.06.2011 | Autor / Redakteur: Jessica Schmidt / Florian Karlstetter

Die LV 1871 setzt beim CRM auf eine Lösung von BSI, die Umsetzung des Projekts erfolgte mit Scrum.

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Die LV 1871, ein Spezialist für Lebens-, Renten- und Berufsunfähigkeitsversicherungen, implementiert eine CRM-Lösung auf Basis von BSI CRM vom gleichnamigen Hersteller BSI Business Systems Integration AG. Mit dem neuen CRM sollen die rund 8.500 unabhängigen Geschäftspartner im gesamten Bundesgebiet noch intensiver und individueller betreut werden. Die Umsetzung des Projektes erfolgt mit Scrum.

Robert Weidinger, Leiter Bereich Informationstechnologie bei LV 1871, und Tim Hellinga, Projektleiter und Scrum-Master bei BSI, erläutern im folgenden Interview die Vorteile von Scrum und die Beweggründe, die agile Projektmanagementmethode einzusetzen.

Herr Weidinger, bei Versicherungen denkt man als erstes an behäbige Dinosaurier. Trotzdem setzen Sie auf agile Entwicklungsmethoden. Wie kommt‘s?

Robert Weidinger, Leiter Bereich Informationstechnologie bei LV 1871.
Robert Weidinger, Leiter Bereich Informationstechnologie bei LV 1871.

Robert Weidinger: Behäbig zu sein, können wir Versicherer uns heute nicht mehr leisten. Innovation ist Pflicht, nicht nur bei den Versicherungsprodukten, sondern auch bei der IT. Wir setzen bereits seit 2002 auf agile Methoden: Angefangen haben wir mit eXtreme Programming, 2007 kam Scrum hinzu. In dieser langen Phase des Übens – man lernt nie aus – haben wir erkannt, dass von agilen Methoden, wenn sie konsequent umgesetzt werden, alle Projektbeteiligten profitieren. Die Mitarbeiter sind motiviert und Projekte lassen sich flexibel steuern. Gerade die Flexibilität kommt uns als Versicherer entgegen, da sich in der Phase der Entwicklung eines Versicherungsprodukts dessen Merkmale oft noch ändern. Mit XP und Scrum können wir schnell auf sich ändernde Anforderungen in diesen Projekten reagieren.

Herr Hellinga, bei BSI setzen Sie ebenfalls auf Scrum. Sie selbst sind ausgebildeter Scrum-Master. Was waren die Beweggründe Ihres Unternehmens?

Tim Hellinga, Projektleiter und Scrum-Master bei BSI Business Systems Integration Deutschland GmbH.
Tim Hellinga, Projektleiter und Scrum-Master bei BSI Business Systems Integration Deutschland GmbH.

Tim Hellinga: Wir setzen Scrum seit 2009 ein. Ausschlaggebend war bei uns das Engagement zweier Mitarbeiter, die Scrum bereits gut kannten. Sie organisierten eine Weiterbildungsreihe mit einem externen Experten. So kam der Schneeball ins Rollen: Immer mehr Leute begeisterten sich bei BSI für Scrum, darunter auch ich. Schon bald bot sich bei einem großen Schweizer Verlagshaus die Gelegenheit, Scrum das erste Mal einzusetzen – mit Erfolg. Daneben setzen wir aber nach wie vor auch viele Projekte mit klassischen Vorgehensweisen wie Waterfall um. Scrum und Wasserfall werden bei uns gleichberechtigt eingesetzt.

Lange Zeit wurden agile Methoden wie Scrum ein wenig belächelt. Würden Sie sagen, dass Scrum heute zu einem Verkaufsargument geworden ist?

Tim Hellinga: Ich würde sagen, Scrum ist oft ein gutes Add-on. Unsere Kunden interessieren sich momentan vermehrt für Scrum und wollen es ausprobieren. Agile wird heute als echte Alternative zu Wasserfall und Co. gesehen. In einigen unserer Projekte haben wir in der ersten Phase mit Waterfall gearbeitet und setzen die Folgephasen nun mit Scrum um. Definitiv ist Scrum den Kinderschuhen entwachsen.

War die Scrum-Erfahrung von BSI ein Entscheidungsgrund, das CRM-Projekt bei LV 1871 mit dem Software-Hersteller zu machen?

Robert Weidinger: Das war sicher ein zusätzlicher Grund, neben der Funktionalität der Software, ihrer Bedienung und ihrer Integrationsfähigkeit in unsere IT-Landschaft.

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Dieser agile Ansatz eignet sich auch für die Einführung von Business-Software, z.B. CRM Systemen....  lesen
posted am 24.03.2016 um 15:05 von Unregistriert


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