Datenbank-Roadmap mit In-Memory und Hadoop-Integration

SAP präsentiert Real-Time Data Platform

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Florian Karlstetter

Vishal Sikka will den selbst beschwörten Paradigmenwechsel im Datenmanagement anführen.
Vishal Sikka will den selbst beschwörten Paradigmenwechsel im Datenmanagement anführen.

SAP macht NetWeaver Business Warehouse Powered by SAP HANA sowie Business Suite on SAP Sybase ASE frei verfügbar und unterstützt Kunden mit 250 Millionen Euro beim Wechsel auf HANA.

Mit voller Sybase-Integration und der Vision einer Echtzeit-Datenplattform auf HANA-Basis will sich SAP eine führende Rolle unter den Datenbank-Anbietern sichern. Parallel zur Übernahme der US-amerikanischen Software-Schmiede Syclo hat der Anbieter die Roadmap bis 2015, millionenschwere finanzielle Förderprogramme und aktuell verfügbare Produkte vorgestellt.

Ab sofort allgemein verfügbar ist SAP NetWeaver Business Warehouse Powered by SAP HANA. Pilotkunden der seit November 2011 im Ramp-up befindlichen Lösung berichten von deutlich gesteigerter Abfrageleistung, massiv gesunkenen Load-Zeiten und starker Datenkompression – heißt es. Weijun Zhang vom Kunden Shanghai Volkswagen wird konkret und vergleicht die Performance der HANA-beschleunigten Lösung mit einer traditionellen, Disk-basierten Plattform: Statt 20 Minuten warte man nun nur noch 45 Sekunden auf Ergebnisse.

Noch im April soll SAP Business Suite on SAP Sybase ASE allgemein angeboten werden. Damit will SAP eine durchgehende Lösung von Anwendung bis zur Datenbank liefern. Das beinhalte insbesondere aufeinander abgestimmte Wartungsservices und synchronisierte Produktveröffentlichungen. Auch hier zitiert SAP wieder Kundenlob. Juan Stagg, CIO von Einzelhandelsunternehmen El Machetazo, lobt das Gesamtpaket aus einer Hand und berichtet von gesunkenen Gesamtkosten und höherer Agilität. Zudem habe die Migration zu SAP Sybase ASE reibungslos und doppelt so schnell wie geplant geklappt.

Millionen für Beratung zurückgelegt

Weitere Kunden will SAP unter anderem mit einem "SAP HANA Adoption Program" gewinnen. Die damit zur Verfügung gestellten 337 Millionen US-Dollar (entspricht 250 Millionen Euro) sollen in Consulting-Dienste für Kunden fließen, die von traditionellen Datenbanklösungen auf SAP HANA und die SAP Real-Time Data Platform wechseln. Kunden die nicht zufrieden mit HANA sind, sollen erworbene Lizenzen zudem 18 Monate lang umtauschen können – in Nutzungsrechte für das zuvor verwendete SAP-Produkt.

Weitere 155 Millionen US-Dollar fließen außerdem in den "SAP HANA Real-Time Fund". Der von SAP Ventures verwaltete Fonds fördere Unternehmer und Investoren, die Echtzeitanwendungen für SAPs Ökosystem entwickeln.

Roadmap bis 2015

Mit einer Roadmap kündigt SAP zudem an, wie es bis 2015 in Sachen Datenbanken weitergehen soll:

  • SAP HANA soll zum Kernstück der SAP Real-Time Platform erhoben werden.
  • SAP Sybase ASE wird unterstützte Option der SAP Business Suite, während SAP HANA SAP Sybase ASE mit Funktionen für Echtzeit-Reporting aufwerte.
  • SAP Sybase IQ Server soll künftig das Thema Big Data bedienen. Auch hier ist eine Integration mit HANA vorgesehen.
  • SAP Sybase SQL Anywhere soll zum mobilen Front-End für SAP HANA aufgewertet werden.
  • SAP Sybase PowerDesigner soll zur Grundlage der Modellierungslösung für SAPs Echtzeit-Plattform werden.
  • SAP Sybase Event Stream Processor (ESP), SAP Sybase Replication Server und SAP Solutions for EIM sollen gemeinsam Daten erfassen, ändern und an SAPs Real-Time Data Platform streamen.
  • SAP Real-Time Data Platform soll mit Hadoop integriert werden; damit könnten SAP HANA und SAP Sybase IQ Hadoop-Server als Quellen für Big-Data nutzen.

Vorstandsmitglied Vishal Sikka spricht zusammenfassend von einem Paradigmenwechsel im Datenmanagement. Komplexe und langsame Systeme der Vergangenheit werden dabei abgelöst – von vereinfachten Architekturen, die "Big Data" effizient verarbeiten sowie Cloud und mobile Anwendungen ermöglichen.

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