Rechtsanwalt Solmecke: Worauf bei einem Vertragsabschluss zu achten ist

Rechtliche Ratschläge zum Cloud Computing

| Autor / Redakteur: Christian Solmecke / Florian Karlstetter

Juristische Fallstricke vermeiden: rechtliche Ratschläge zum Cloud Computing. (© N-Media-Images - Fotolia.com)
Juristische Fallstricke vermeiden: rechtliche Ratschläge zum Cloud Computing. (© N-Media-Images - Fotolia.com)

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Vor dem Abschluss eines Cloud-Vertrags gibt es jede Menge rechtliche Faktoren, die es zu beachten gilt. Rechtsanwalt Christian Solmecke von der Kölner Medienrechts-Kanzlei Wilde Beuger Solmecke zeigt auf, worauf bei einem Vertragsabschluss zu achten ist, um juristische Fallstricke und Unsicherheiten zu vermeiden.

Beim Thema Cloud Computing spielen Faktoren wie Service Level Agreements, Haftungsfragen und Datenschutz eine besonders wichtige Rolle, die es bereits vor Vertragsabschluss zu regeln gilt. Rechtsanwalt Christian Solmecke hat folgende juristisch relevanten Ratschläge zusammengetragen.

Detaillgenaue Definition von Servicel Level Agreements

Das deutsche Recht ist auf die Rechtsbeziehungen noch nicht eingestellt, wie sie zwischen dem Anwender und einem Cloud-Anbieter entstehen. Aus diesem Grund ist es ganz besonders wichtig, möglichst viele Fragen in den individuellen Verträgen mit dem Cloud-Anbieter zu regeln. Die "Service Level Agreements" definieren die abgesprochenen Leistungen im Detail, sodass es möglich ist, bei einer festgestellten Abweichung auf eine schnelle Lösung zu drängen, um den vertraglich definierten Status Quo wieder zu erreichen.

Haftungsfragen und Datensicherung regeln

Wer seine Daten in die Cloud stellt, sollte sich im Vorfeld um die Haftungsfrage kümmern. Das bedeutet: Wer ist für die Datensicherung verantwortlich, wie wird sie geregelt und reicht der Umfang der Sicherung aus? Wichtig ist für den Kunden auch: Kann er alle seine Daten auch wieder aus dem Cloud-Dienst entfernen und wie ist die Migration der Daten hin zu einem anderen Cloud-Anbieter geregelt?

Der Nutzer des Cloud-Dienstes sollte auch unbedingt überprüfen oder selbst vertraglich regeln, wie es um die Nutzungsrechte an den eigenen Daten bestellt ist. Kurzum: Es sollte unbedingt vermieden werden, dass der Cloud-Betreiber oder Dritte Nutzungsrechte an den hochgeladenen Dateien erhalten.

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Die Kölner Medienrechts-Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE

Lohnend ist es auch, auf Zertifizierungen zu achten. Nutzt ein Cloud-Anbieter ein Rechenzentrum mit Zertifizierung, so gilt als sicher, dass bestimmte Standards eingehalten werden. Ein Problem: Jede vertragliche Absicherung und jedes noch so gute Zertifikat versagt in dem Moment, in dem ein Anbieter insolvent geht. In diesem Fall hat man zwar den Anspruch auf Herausgabe der eigenen Daten. Ist die Cloud aber erst einmal abgeschaltet, kann es - vor allem im Ausland - Jahre dauern, bis die Daten wieder verfügbar gemacht werden. Anwalt Solmecke rät in diesem Zusammenhang, die eigenen Daten immer auch lokal zu speichern oder sie redundant auf mehrere Anbieter zu verteilen.

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