Konfiguartions-Tool bringt hochverfügbare MySQL-Datenbanken in die Cloud

Zu 100 Prozent MySQL für Amazon Web Services

25.09.12 | Redakteur: Ulrike Ostler

Backup, Restore, Abschottung von Dataninstanzen und Re-Konfiguration einer Datenbank als Cloud-Service , beziehungsweise eines Datenbank-Cluster, soll dank SkySQL Cloud Data Suite kein Problem mehr darstellen.
Backup, Restore, Abschottung von Dataninstanzen und Re-Konfiguration einer Datenbank als Cloud-Service , beziehungsweise eines Datenbank-Cluster, soll dank SkySQL Cloud Data Suite kein Problem mehr darstellen. (Bild: Buchanon/Fotolia)

Sky SQL, finnischer Anbieter von Open-Source-Datenbank-Lösungen, kündigt mit „Cloud Data Suite“ ein Cloud-Produkt an. Das Tool ist das erste eigene mit grafischer Benutzeroberfläche und dient zur einfachen Bereitstellung und Verwaltung hochverfügbarer Open-Source-Datenbank-Cluster in der Cloud – derzeit quasi als Vorstufe zu AWS.

SkySQL wurde 2010 in Helsinki als Service- und Support-Unternehmen für "MySQL"- und "MariaDB"-Datenbanken gegründet. Nachdem SkySQL in diesem Jahr sechs Millionen Euro Venture-Capital erhalten hat, stellen die Finnen nun das erste eigene Produkt kostenfrei und als Open-Source-Software unter der General Public License (GPL) bereit.

Die SkySQL Cloud Data Suite verfügt über einen auf MariaDB basierenden Konfigurator, um MySQL–Datenbanken 100-prozentig kompatibel, einfach und rasch in die Cloud zu bringen. Dort lassen sie sich entsprechend unterschiedlicher Business-Anforderungen skalieren.

Zu den Features gehören Replikation über multi-regional verteilte Server für hohe Verfügbarkeit sowie Online-Backup und -Restore der Server. Das Tool ist nach Herstellerangaben zudem darauf ausgelegt, die Sicherheit der Anwenderdaten zu garantieren.

Bald gibt die Cloud Data Suite für alle

In den kommenden Wochen wird das neue Produkt General-Availability-Status erlangen. Weitere Releases werden es Unternehmen ermöglichen, die Kapazitäten von Cloud-Architekturen voll auszuschöpfen und schrittweise die Performance ihrer Datenbanken zu erhöhen.

„Nur wenige Startups entwickeln eigene Produkte erst, nachdem sie ihren Kundenstamm mit Dienstleistungen aufgebaut haben“, sagt Kaj Arnö, Enterprise Vice President von SkySQL und frühere Vice President von MySQL AB. „Ausnahmen sind Red Hat und jetzt auch SkySQL.“

Ergänzendes zum Thema
5 Schritte per SKySQL Data Suite in die Cloud

Das Unternehmen schaue auf eine Basis von mehr als 300 Kunden. Das Unternehmen nutze Erkenntnisse aus den dazugehörigen Kontakten, „um Cloud-Lösungen mit praktischem Wert für Unternehmen zu schaffen.“

Datenbanken in der Cloud sind noch ein heikles Unterfangen

Diese aber misstrauten noch immer den Sicherheitsvorkehrungen in der Cloud; zugleich aber vermissten sie eine Oberfläche, die das Cloud-Computing vereinfache. Das gelte auch uns insbesondere für die Amazon Web Services (AWS), die für viele Unternehmen praktisch synonym mit Public-Cloud-Angeboten gesetzt würden.

Das gelte insbesondere für Datenbanken. Um diese in die Cloud zu portieren, müssen viele Konfigurationen noch manuell erfolgen, zum Beispiel in Bezug auf die Skalierung und die, Replikation und Hochverfügbarkeit., so Arnö. Das aber setze viele Datenbankwissen voraus. Und das widerspreche dem Cloud-Gedanken.

Kaj Arnö arbeitete vormals für MySQL AB, bevor die Firma von Sun und Sun von Oracle gekauft wurde. Heute ist er als "EVP Products" für SkySQL tätig, kein Tochterunternehmen von MySQL. Seit 2006 lebt der gebürtige Finne in München.
Kaj Arnö arbeitete vormals für MySQL AB, bevor die Firma von Sun und Sun von Oracle gekauft wurde. Heute ist er als "EVP Products" für SkySQL tätig, kein Tochterunternehmen von MySQL. Seit 2006 lebt der gebürtige Finne in München. (Wikipedia/ Kaj Arnö)

Mit der SkySQL Cloud Data Suite, Beta-Version, könnten Anwender ihre Cluster aus MySQL-Datenbank-Knoten mit vier einfachen Klicks für die Verwendung in Amazon EC2 konfigurieren. Oder sie wählen über eine erweiterte Konfiguration eine Kontrolle der eingesetzten Systeme bis ins Detail.

Einfach ein Cluster einrichten

Das Cluster lässt sich automatisch und ohne weitere Interaktion über das Amazon-EC2-Konto des Benutzers einrichten. Nach der Installation steht ein funktionsfähiges und sicheres MariaDB-Cluster zur Verfügung, das 100-prozentig zur MySQL-Datenbank kompatibel ist und hohe Verfügbarkeit mit hoher Leistung verbindet.

Datenbank-Administratoren können eine grafische Konsole für administrative Aufgaben wie Backup, Restore, Isolation und Re-Konfiguration der eingerichteten Nodes verwenden. Diese Konsole ermögliche ferner über spezielle Funktionen eine Elastizität des Systems, erläutert Arnö. So lassen sich ein oder mehrere Nodes planmäßig für ein paar Stunden offline und zu Stoßzeiten wieder online schalten.

Im Falle einer Störung sorgt das integrierte Master-Tool für hohe Verfügbarkeit, automatisches Failover und Datensynchronisation eines Master-Nodes mit einem der verfügbaren Slave-Nodes. Node-Fallback ist eine einfache Ein-Klick-Operation an der Administrationskonsole. Die Bedienung der grafischen Benutzeroberfläche ist so einfach, dass auch Systemadministratoren mit begrenzter DBA-Erfahrung ein Cluster von Cloud-Datenbank-Instanzen effektiv verwalten können.

Zukunftspläne

Noch ist eine Verbindung zu Public Clouds lediglich für AWS möglich. Doch laut Arnö will SkySQL das in Zukunft ändern. Auch eine active-active-Konfiguration mit einer Komponente inhouse und einer in der Cloud ist noch unmöglich. Bisher müssen bei einem aktiven Backup beide Systeme in der Cloud vorhanden sein. Ebenso fehlt ein Billig- beziehungsweise Accounting-Modul, mit dem Unternehmen ihre Ausgaben für diese Art der Datenenergie auf ihre Kunden errechnen und umlegen könnten.

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