Uniscon kommentiert US-Internet-Überwachungsprogramm Prism

„Nur deutsche Cloud-Lösungen helfen deutschen Firmen gegen US-Industriespionage“

| Redakteur: Elke Witmer-Goßner

Die Mär von der Terrorismusabwehr soll das grenzenlose US-amerikanische Überwachungsprogramm Prism stützen: Tatsächlich geht es um mehr.
Die Mär von der Terrorismusabwehr soll das grenzenlose US-amerikanische Überwachungsprogramm Prism stützen: Tatsächlich geht es um mehr. (Bild: alphaspirit, Fotolia)

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Regelmäßige Verletzungen der Privatsphäre und des geschäftlichen wie auch privaten Datenschutzes überschatten zurzeit das Verhältnis deutscher Nutzer zu den Diensten von Microsoft, Google, Skype, Verizon und anderen US-amerikanischen Konzernen. Praktisch alle Daten, die Deutsche dort speichern, werden den US-Geheimdiensten zur Verfügung gestellt.

Neben nahöstlichen Ländern und China steht Deutschland ganz besonders im Fokus der US-Spionage. Da die US-Behörden wohl kaum ernsthaft militärische oder terroristische Angriffe aus Deutschland erwarten, liegt es nahe zu vermuten, dass es dabei nicht um die Sicherheit der US-Bürger geht, sondern um Industriespionage gegen einen besonders erfolgreichen Mitbewerber auf den Weltmärkten. Da US-Präsident Obama sich anscheinend völlig sorglos zu den verfassungswidrigen Praktiken bekennt, warnen führende deutsche IT-Experten deutsche Firmen vor weiterem Zuwarten.

Uniscon-Gründer Dr. Ralf Rieken, der selbst sieben Jahre in der USA gelebt und gearbeitet hat, kommentiert die Vorfälle: „Ich bin etwas verwundert, dass das Thema in den Medien jetzt mit so großer Überraschung behandelt wird. Aus meinen persönlichen Erfahrungen während der Zeit der Bush-Administration war mir bereits klar, dass man in den USA zu sorglos mit dem Thema Datenschutz umgeht. Ich vermute sogar, dass der Zugriff auf Informationen ausländischer Bürger und Unternehmen noch umfassender erfolgt als jetzt bekannt wird.“

Nach Deutschland zurückgekehrt, zog Rieken rasch Konsequenzen aus diesen irritierenden Erfahrungen, und gründete zusammen mit anderen Fachleuten die Firma Uniscon GmbH. Sein Mitstreiter bei Uniscon, Dr. Hubert Jäger, warnte bereits am 6. Februar 2012 in einem Artikel für die Süddeutsche Zeitung: „Uns stehen große Datenskandale bevor. Es sei denn, Deutschland nutzt endlich die Chance, am IT-Markt mitzumischen. Der Datenschutz wäre ein guter Anfang.“

Herzstück des Datenschutz-Angebots IDGARD ist die von Uniscon entwickelte Sealed Cloud Technologie, die ein vollständiges System technischer Maßnahmen zur „Versiegelung“ eines Datacenters umfasst. Laut Uniscon können deutsche Firmen dieses Cloud-Angebot ohne Bedenken nutzen, weil der Zugriff des Betreibers auf die Nutzerdaten rein durch technische Mittel ausgeschlossen werden kann. Dazu sagt Rieken: „Die Erfahrungen mit dem lückenhaften Datenschutz in den USA und anderen Ländern haben bei der Entwicklung von Sealed Cloud und IDGARD zum Schutz von Daten bei der Kommunikation über das Internet eine wesentliche Rolle gespielt. Unternehmen müssen sich der Gefahren endlich bewusst werden. Mittlerweile ist klar, dass es nicht nur um Terrorismusbekämpfung geht, sondern auch um Industriespionage und andere Themen. Einmal in den USA erfasste Daten gehen eigentlich nie verloren und können jederzeit missbraucht werden.“

Das Herangehen von Uniscon beruht auf dem Gedanken, dass Unternehmen endlich das Thema „Sicherung firmenübergreifender Kommunikation über das Internet“ angehen müssen. „Die häufige anzutreffende Aussage: ‚Es ist ja noch nichts passiert', basiert einfach auf der Tatsache, dass der Lauscher seine Tätigkeit üblicherweise nicht publik macht. Unverschlüsselte Mails mit sensiblen Anhängen gehen im Internet vielfältige Wege. Überall können Lauscher sitzen, und wie jetzt durch Medien enthüllt wurde, sitzen in den USA sogar regierungsamtlich beauftragte Lauscher, die weltweit Daten sammeln“, warnt Rieken. Daher sei neben hoher technischer Sicherheit eine einfache und verständliche Bedienung ihrer Lösung notwendig: Denn damit Nutzer ein „Mehr“ an Sicherheit akzeptieren, dürfe dieses nicht mit einem Verlust an Komfort einhergehen.

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Schön das ein Unternehmen sich zum Thema Datensicherheit positionieren möchte. Für nicht so...  lesen
posted am 21.06.2013 um 13:18 von Unregistriert


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