File-Sharing- und Synchronisationslösungen in der Cloud

NSA-Affäre drückt auf das Vertrauen beim Mobile Content Management

| Redakteur: Dr. Stefan Riedl

Das Thema Datensicherheit prägt das Denken um „Mobile Content Management“.
Das Thema Datensicherheit prägt das Denken um „Mobile Content Management“. (© alphaspirit - Fotolia.com)

Vor allem die Forderung nach Datenzentren in Deutschland und TÜV- oder ISO-zertifizierte File-Sharing- und Synchronisationslösungen sind hierzulande mit Abstand die wichtigsten Faktoren bei der Überlegung, Daten zentral abzulegen, so das Fazit der aktuellen IDC-Studie „Mobile Content Management in Deutschland 2014“.

Deutsche Unternehmen bevorzugen Datenzentren in Deutschland, wollen Zertifizierungen ihrer Lösungen und Inhalte lieber aus der Private, statt der Public Cloud, ermittelte die IDC in einer Befragung, an der 238 Unternehmen aus Deutschland teilgenommen haben (sie Kasten „Zur Studie“).

Stand der Dinge

Mehr als die Hälfte der befragten Firmen und Organisationen nutze bereits File-Sharing- und Synchronisationslösungen, um Daten und Dateien mit Kollegen und Kunden zu teilen oder zu synchronisieren, so die Marktforscher. Hierbei seien allerdings auch die Mitarbeiter berücksichtigt, die Lösungen aus dem privaten Umfeld nutzen. Fast ein Viertel der Unternehmen gab an, dass sie zwar File-Sharing- und Synchronisationslösungen nutzen, allerdings ohne das Wissen der IT-Abteilung. Für die Marktforscher ist das „Eine im Hinblick auf die Informationssicherheit nicht unkritische Entwicklung, denn durch diese Form der Schatten-IT verliert das Unternehmen jede Kontrolle über seine Daten.“ Eine „offizielle Enterprise-Lösung“ werde derzeit von nur 23 Prozent der befragten Firmen eingesetzt. Der Anteil werde aber innerhalb der nächsten zwölf Monate auf 42 Prozent ansteigen, so ein weiteres Umfrageergebnis.

E-Mail-Filesharing

Derzeit tauschen laut IDC noch drei Viertel der Befragten ihre Dokumente per untereinander aus. Das größte Sicherheitsrisiko im Unternehmen sei laut Einschätzung von IDC das unkontrollierte Verschicken von Daten und Dokumenten, ohne zu wissen, was außerhalb des Firmennetzwerks damit geschieht. „File-Sharing- und Synchronisationslösungen seien eine sinnvolle Alternative, müssen aber zwingend auf Enterprise-Level implementiert werden, um sicherzustellen, dass jede Bearbeitung oder Weiterleitung eines Dokuments nachvollziehbar ist“, finden die Analysten.

NSA-Skandal

Durch die Befragung wurde außerdem deutlich, dass die Datenskandale der letzten Monate, wie etwa die NSA-Affäre mit all ihren Implikationen, die Unternehmen verunsichert haben. Dadurch gewann die Forderung nach Datenzentren in Deutschland und TÜV- oder ISO-zertifizierte File-Sharing- und Synchronisationslösungen an Bedeutung. Das seien mit Abstand die wichtigsten Faktoren bei der Überlegung, Daten zentral abzulegen und zu bearbeiten.

Wer vertraut der Cloud?

Sicherheitsbedenken dei File-Sharing und Synchronisationslösungen in der Cloud.
Sicherheitsbedenken dei File-Sharing und Synchronisationslösungen in der Cloud. (Bild: IDC)

Fragt man nach den Sicherheitsbedenken hinsichtlich File-Sharing- und Synchronisationslösungen aus der Cloud, erklärten lediglich fünf Prozent der befragten Unternehmen, dass sie diese Bezugsart für „sehr sicher“ halten und „generell keine Bedenken haben“.

Insgesamt, so IDC, herrsche bei einem Großteil der Unternehmen aktuell eine Verunsicherung hinsichtlich möglichen Missbrauchs der Daten, Kontrollverlust oder sogar Datendiebstahl.

Private statt Public Cloud

„Trotz der Vorbehalte in Bezug auf Sicherheit ist die Akzeptanz der verschiedenen Cloud-Bereitstellungsmodelle auf Anwenderseite insgesamt aber sehr hoch, und zwar sowohl auf IT- als auch auf Fachabteilungsebene“, sagte Ariane Mackenzie, Research Manager bei IDC. „Vor allem die liegt aktuell in der Gunst der Befragten eindeutig vorne. Um das grundsätzliche Vertrauen bei den Anwendern wiederzugewinnen, müssen die Anbieter von Lösungen in diesem Umfeld genau diese Sicherheitsbedenken adressieren.“ Nach Einschätzung von IDC ist die generelle Bereitschaft, Daten in der Cloud zu bearbeiten also durchaus vorhanden, die Hürde „Angst vor Datenklau und Datenmissbrauch“ sei allerdings ein zentrales Thema. Hier seien die Lösungsanbieter gefragt, Vertrauen zu schaffen, findet man bei IDC.

Ergänzendes zum Thema
 
Zur Studie

Eine Zusammenfassung der Studie kann bei IDC angefordert werden. □

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