NIFIS-Studie "IT-Sicherheit und Datenschutz 2013"

Negative Aspekte beim Auslagern von Daten in die digitale Wolke

| Redakteur: Florian Karlstetter

Kontrollverlust über die Datenhoheit zählt zu den Hauptproblemen beim Cloud Computing.
Kontrollverlust über die Datenhoheit zählt zu den Hauptproblemen beim Cloud Computing. (Bild: NIFIS e.V.)

Die Nationale Initiative für Informations- und Internet-Sicherheit e.V. (NIFIS) hat auf der CeBIT die Ergebnisse der Studie „IT-Sicherheit und Datenschutz 2013“ vorgestellt. Demzufolge ist der Kontrollverlust über die eigenen Daten der Hauptnachteil beim Cloud Computing.

Im Rahmen der Studie "IT-Sicherheit und Datenschutz 2013" hat die Nationale Initiative für Informations- und Internet-Sicherheit e.V. (NIFIS) sowohl positive als auch negative Aspekte des Cloud Computings und anderer Trends wie Social Media, Consumerization oder BYOD näher beleuchtet. Beim Cloud Computing wird als Hauptproblem der Kontrollverlust über die Datenhoheit genannt. Ein Vorteil ist dagegen, dass keine Anfangsinvestitionen getätigt werden müssen, gefolgt von Skalierbarkeit und hoher Verfügbarkeit.

Rechtsanwalt Dr. Thomas Lapp, Vorsitzender der Nationalen Initiative für Informations- und Internet-Sicherheit, kurz NIFIS e.V.
Rechtsanwalt Dr. Thomas Lapp, Vorsitzender der Nationalen Initiative für Informations- und Internet-Sicherheit, kurz NIFIS e.V. (Bild: NIFIS e.V.)

Wenn eigene Daten auf fremde Server fließen, verlieren die Unternehmen teilweise die Kontrolle darüber: Dies ist für 65 Prozent der befragten Unternehmen der wichtigste Nachteil beim Cloud Computing. „Die Unternehmen haben keine Kenntnis darüber, wer die so gespeicherten Daten mitliest oder kopiert“, erläutert Rechtsanwalt Dr. Thomas Lapp, Vorsitzender der Nationalen Initiative für Informations- und Internet-Sicherheit.

Zwar verfügen die meisten Verträge zu Cloud Computing über entsprechende Datenschutzregelungen. Doch gesetzliche Normen, wie beispielsweise der Foreign Intelligence Surveillance Act (FISA) oder der Patriot Act höhlen diese Regelungen bewusst aus und bieten den Unternehmen keinen Schutz davor, dass (US-) Behörden unbemerkt Daten kopieren. Dementsprechend verwundert es nicht, dass weitere 60 Prozent der Befragten (Mehrfachnennungen waren erwünscht) in puncto Einhaltung von Datenschutzregeln beim Cloud Computing noch große Risiken sehen.

Risikofaktor Insolvenz

Mit Sorge betrachtet die NIFIS-Studie auch mögliche Insolvenzen von Cloud-Anbietern. 56 Prozent der befragten Unternehmen sehen darin eine große Gefahr: „Im besten Fall werden die Rechenzentren an andere Cloud-Anbieter verkauft. Ob die Daten dann aber vor unberechtigtem Zugriff geschützt sind, bleibt fraglich“, betont der NIFIS-Vorsitzende. Weitere 42 Prozent bemängeln, dass die Unternehmen im Prinzip jedes Update mitmachen müssen, ob sie wollen oder nicht. Dieser Umstand wird von Cloud-Anbietern allerdings in aller Regel als Vorteil angeführt, da der sonst fällige administrative Aufwand beim Einspielen von Updates beim Cloud Computing entfällt.

39 weitere Prozent sehen bei Cloud Computing sogar eine versteckte Kostenfalle. So seien laut Studie die Kosten anfangs niedriger, als bei der Anschaffung von Infrastruktur. Langfristig ist Cloud Computing allerdings teurer, da die Kosten für die Nutzung wie in einem Abo eben immer weiter gezahlt werden müssen.

Ergänzendes zum Thema
 
Über NIFIS e.V.

Die Charts in der Bildergalerie geben Aufschluss über weitere Ergebnisse der Studie, beispielsweise wie der Umgang mit Facebook & Co. am Arbeitsplatz zu bewerten ist oder ob eine länderübergreifende Zusammenarbeit zur Bekämpfung von Cyber-Attacken sinnvoll ist.

„Die Experten sind sich darüber einig, dass Cloud Computing auch in 2013 eines, wenn nicht sogar das wichtigste Hightech-Thema bleiben wird. Umso wichtiger ist es für die Firmen, sich ausreichend über die Vor- und Nachteile zu informieren und dementsprechend die richtigen Entscheidungen bei Anbietern und Servicemodellen zu treffen“, fügt Lapp hinzu.

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