Vorurteile oder wann Skepsis angebracht ist

Mögliche Gründe für einen Cloud-Verzicht

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Florian Karlstetter

Es gibt zwar durchaus Gründe, die gegen einen Cloud-Einsatz sprechen, oft sind es aber nur Vorurteile, die sich - entsprechend begründet - schnell aus dem Weg räumen lassen.
Es gibt zwar durchaus Gründe, die gegen einen Cloud-Einsatz sprechen, oft sind es aber nur Vorurteile, die sich - entsprechend begründet - schnell aus dem Weg räumen lassen. (Bild: © crazymedia - Fotolia.com)

Viele Verantwortliche denken beim Einsatz einer Cloud-Lösung vor allem an die Sicherheits- und Datenschutzproblematik. Die Chancen rücken dabei oft in den Hintergrund. Es gibt gute Gründe auf die Cloud zu verzichten. Diese gelten aber nicht immer für alle Unternehmen.

Ein Nachteil bei der Einführung einer Cloud-Lösung besteht vor allem darin, dass die Verwaltung der Server und der zugrundeliegenden Infrastruktur aus der Hand gegeben wird. Die Administratoren im Unternehmen haben keine Kontrolle mehr über die Server. Auch die Datensicherung, die Verwaltung der Aktualisierungen, den Betrieb der Server, die Kühlung und Absicherung sowie alle Aufgaben, die zu einer Server-Infrastruktur gehören, übernimmt der Cloud Provider.

Zwar lassen sich auch eigene Sicherungslösungen implementieren, dennoch übernimmt der Anbieter der Cloud-Lösung die maßgebliche Verwaltung. In diesem Zusammenhang werden natürlich auch die Administratoren entlastet sowie das IT-Personal, das sich bisher um die Server gekümmert hat, die jetzt in der Cloud positioniert sind.

Die NSA hört mit

Viele Verantwortliche haben Angst, dass die NSA die Daten abhört. Zwar gibt es Gesetze, dass solche Eingriffe in europäischen Rechenzentren nicht erlaubt sind, dennoch hält sich die Angst, dass sich NSA und Co nicht an die Gesetze halten. Das ist natürlich durchaus nachvollziehbar. Allerdings hindert die NSA auch nichts daran lokale Firmennetzwerke abzuhören. Denn die meisten dieser Netzwerke sind mit dem Internet verbunden und daher ebenso abhörbar, wie Cloud-Netzwerke. Allerdings betreiben Cloud-Anbieter einen ziemlich hohen Aufwand für mehr Sicherheit und den sicheren Betrieb der Infrastruktur. Da Cloud Provider in der Regel sehr große Infrastrukturen betreiben, ist davon auszugehen, dass Personal und Hardware optimal für die Herausforderungen ausgestattet sind. Dennoch bleibt natürlich die Gefahr, dass die NSA beim Provider eindringen kann. Generell ist aber davon auszugehen, dass die Netzwerke der Cloud-Anbieter besser vor der NSA geschützt sind, als lokale Netzwerke, bei denen sich Administratoren um mehrere Dinge gleichzeitig kümmern müssen.

Die Sicherheit im Unternehmen ist gefährdet

IT-Manager haben oft die Sorge, dass die Sicherheit des Unternehmens durch die Implementation einer Cloud-Lösung gefährdet ist. Schließlich ist das Unternehmensnetzwerk mit dem Internet verbunden, und es werden Daten in die Cloud und zurückgesendet. Dazu kommt der Kontrollverlust über die Sicherheitslösungen im Unternehmen. Virenschutz und Firewall sind Aufgabe des Cloud Providers. Natürlich können Unternehmen ihr eigenes Netzwerk mit Virenschutz und einer Firewall schützen, der Cloud-Dienst selbst muss aber durch den Anbieter gesichert werden. Dies setzt ein gewisses Vertrauen voraus. Es ist aber auch davon auszugehen, dass beim Cloud-Anbieter qualifiziertes Personal zur Verfügung steht, und eine Sicherheits-Infrastruktur, die den Lösungen in den meisten mittelständischen Unternehmen überlegen sind. Wer dennoch der Sache nicht traut, kann beim Provider nachfragen und sich genauer über dessen Infrastruktur informieren.

Der Datenschutz im Unternehmen ist gefährdet

Neben der Sicherheit ist auch der Ruf des Datenschutzes für viele Cloud-Lösungen in Verruf. Da Kundendaten, Informationen von Mitarbeitern, Lieferanten oder andere Daten über das Internet zum Cloud-Anbieter übertragen und dort gespeichert werden, gibt es natürlich durchaus gewisse Sicherheitsgefahren. Allerdings ist davon auszugehen, dass viele Daten, die unerlaubt in Unternehmen eingesehen oder verschickt werden, vor allem durch eigenes Personal unberechtigt verwendet werden. Ob die Daten im eigenen Netzwerk gespeichert sind, oder in der Cloud, spielt dabei keine Rolle. Im Gegenteil: In Cloud-Lösungen gibt es häufig Funktionen für besseren Datenschutz, die in lokalen Netzwerken erst implementiert werden müssen. Die Daten in der Cloud werden darüber hinaus meistens verschlüsselt. Hier bieten die verschiedenen Cloud-Lösungen in den meisten Fällen Verschlüsselungsfunktionen, die schnell und einfach einsatzbereit sind.

Ohne Internetverbindung funktioniert auch die Cloud-Lösung nicht

Natürlich hängt die Verbindung zur Cloud-Lösung von einer stabilen Internetleitung ab. Hier haben viele Verantwortliche die Sorge, dass das Unternehmen von seinen wichtigen Anwendungen abgeschottet wird, wenn die Internetleitung nicht mehr funktioniert. Ähnliche Gefahren lauern aber auch im internen Netzwerk. Denn wenn interne Server eingesetzt werden, benötigen diese häufig eine Anbindung an das Internet, zum Beispiel E-Mail-Server. In den meisten Fällen kann aber davon ausgegangen werden, dass Internetleitungen stabil zur Verfügung stehen. Backup-Leitungen schützen die Datenanbindung, wenn doch mal etwas schiefgeht. Viele Cloud-Lösungen bieten darüber hinaus die Möglichkeit auch offline zu arbeiten, zumindest eine Zeit lang. Sobald die Leitung wieder steht, werden die Daten mit der Cloud synchronisiert. Dazu kommt die Möglichkeit auch über das Mobilnetz auf die Cloud-Lösung zuzugreifen. Es gibt viele Wege in das Internet und die Cloud. Problematischer wird es für Unternehmen vor allem dann, wenn etwas im internen Netzwerk nicht mehr funktioniert. Denn auch hier steht das Unternehmen dann still, mit dem Unterschied, dass kein externer Partner vor Ort ist, der bei Problemen helfen kann.

Cloud-Lösungen sind teuer

Cloud-Lösungen werden meistens in einem Abonnement gebucht. Verschiedene Zusatzfunktionen erhöhen dabei die monatlichen Kosten. Natürlich fallen solche Kosten bei lokal betriebenen Servern nicht an. Allerdings muss hier mit anderen Kosten gerechnet werden. Vor allem Energiekosten, Kosten für die Kühlung, Lizenzen der Software, Hardware, Personal, Platzbedarf im Serverraum, inklusive Sicherheit und vieles mehr, müssen hier berücksichtigt werden. Natürlich lassen sich alle diese Kosten nicht auf einmal einsparen, indem auf eine Cloud-Lösung gesetzt wird. Allerdings lässt sich durch die Einbindung einer Cloud-Lösung zumindest in einem Bereich schon etwas sparen. Daher sollten die Kosten immer miteinander verglichen werden. Schlussendlich bedeutet eine Cloud-Lösung in den meisten Fällen eine geringere Investition, da der Dienst nur gebucht werden muss. Die Server dazu werden vom Cloud-Anbieter bereitgestellt, genauso wie Infrastruktur zur Vernetzung.

Die Verwaltung von Cloud-Lösungen ist umständlich und teuer

Cloud-Lösungen müssen natürlich auch vom internen Personal zugreifbar sein und verwaltet werden können. Hier stehen natürlich keine herkömmlichen Verwaltungswerkzeuge zur Verfügung, sondern in den meisten Fällen Web-Portale. Administratoren können wiederum mit der PowerShell arbeiten, oder speziellen Apps, die zum Beispiel für Smartphones oder Tablets zur Verfügung stehen. Die Verwaltung von Cloud-Lösungen ist daher nicht zwingend komplizierter. Die Tools zur Verwaltung unterscheiden sich nur oft von lokalen Tools. Allerdings gehen immer mehr Softwareanbieter dazu über, die Verwaltung lokaler Server über ähnliche Tools durchzuführen, wie die Pendants in der Cloud. Ein prominentes Beispiel dafür ist die Verwaltung von Exchange. Diese entspricht seit Exchange 2013 der Verwaltung von Office 365.

Die Umstellung auf die Cloud überfordert Anwender

Oft geht auch die Sorge um, dass die Umstellung einer oder mehrerer Anwendungen in die Cloud die Anwender überfordert. Die Anwender müssen schließlich mit anderen Tools arbeiten, als zuvor, und die Cloud-Lösung funktioniert meist auch anders als lokale Server. Allerdings ist hier die Sorge meistens umsonst. Denn die Client-Programme ändern sich selten. Stellen Unternehmen nicht zu viele Anwendungen auf einmal um, bemerken die Anwender meistens nichts von der Umstellung. Am Beispiel von Exchange und Outlook ändert sich bei der Umstellung zu Office 365 für die Anwender daher zunächst gar nichts. Outlook wird komplett identisch bedient. Im Gegenteil, Anwender erhalten häufig Zugriff auf Apps, mit denen sich Funktionen in Office 365 nutzen lassen, die für Exchange nicht zur Verfügung stehen.

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