Statement Thomas Langkabel, National Technology Officer, Microsoft Deutschland

Microsoft plant Berufung gegen das jüngste US-Urteil

| Redakteur: Florian Karlstetter

Microsoft sieht sich in der Verantwortung, Anwendern ein Höchstmaß an Datenschutz und Sicherheit zu bieten.
Microsoft sieht sich in der Verantwortung, Anwendern ein Höchstmaß an Datenschutz und Sicherheit zu bieten. (© fotogestoeber - Fotolia.com)

Unternehmen müssen auch dann die Kundendaten an US-Behörden herausgeben, wenn diese in Europa gespeichert sind, so ein vorläufiges Urteil eines New Yorker Gerichts. Als betroffenes Unternehmen wird Microsoft dagegen Berufung einlegen, sagt Thomas Langkabel, National Technology Officer bei Microsoft Deutschland und gibt Auskunft über Rechtsauffassung und Initiativen des Unternehmens.

Als einer der weltweit führenden IT-Hersteller besteht Microsofts Verantwortung darin, die Daten und die Privatsphäre der Kunden vor Zugriffen Dritter zu schützen – das gilt vor allem für Angriffe von Cyberkriminellen, aber auch für unrechtmäßige Zugriffe durch staatliche Institutionen. Wir werden daher zügig Berufung gegen das jüngste Urteil des US-Gerichts einlegen und weiterhin dafür kämpfen, dass die E-Mails unserer Kunden in den USA und überall auf der Welt einem strengen Datenschutz unterliegen.

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Rechtsauffassung von Microsoft

Warum wir das tun? Unsere Rechtsauffassung ist es, dass ein US-Staatsanwalt nicht die Befugnis hat, E-Mail-Konten zu durchsuchen, deren Daten außerhalb der USA gespeichert sind – er hat diese Befugnis genauso wenig wie das Recht, ein Haus in einem anderen Land außerhalb der USA durchsuchen zu lassen.

Datenschutz durch Technik und datenschutzfreundliche Voreinstellungen

Die Gesellschaft und unsere Kunden erwarten von uns, den Nutzen moderner Technologien zu maximieren und gleichzeitig zeitlose Werte zu bewahren. Für uns als IT-Hersteller besteht dadurch schon bei der Entwicklung unserer Produkte und Dienste die Verantwortung, den Anwendern ein Höchstmaß an Datenschutz und Sicherheit zu bieten. Unsere Produkte und Services werden daher nach dem Prinzip „Privacy by Design“ und „Privacy by Default“ entwickelt und angeboten – beste Beispiele sind die „Do not track“-Funktion des Internet Explorers und die aktive Zustimmung zur Weitergabe von Standortdaten bei unseren Windows Phone-Standortdiensten. Mit unserer Initiative Trustworthy Computing und dem Security Development Lifecycle ist die Sicherheit unserer Software von vornerein oberstes Gebot für uns. Ein weiteres Beispiel dafür ist die Verbesserung des Daten- und Sicherheitsschutzes unseres Dienstes Outlook.com durch das Transport Layer Security-Verschlüsselungsprotokoll (TLS) für ein- und ausgehende E-Mails.

Mit den regelmäßigen Security Bulletins und den Security Intelligence Reports geben wir unseren Nutzern zudem einen transparenten Überblick über aktuelle Bedrohungen im Internet und zeigen Maßnahmen, um die eigene IT-Sicherheit zu erhöhen. Seit 2011 stellen wir unseren Business-Kunden außerdem – als erster Anbieter von Cloud-Lösungen überhaupt – die EU-Model-Clauses zur Verfügung. Durch diese Standardvertragsklauseln der Europäischen Kommission erfüllen unsere Kunden alle rechtlichen Anforderungen zur Auftragsdatenverarbeitung und zum Datentransfer mit Service Providern, die außerhalb der EU ansässig sind.

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Internationales Transparenz-Zentrum

Mit dem in Brüssel geplanten internationalen Transparenz-Zentrum geben wir künftig auch Regierungsvertretern die Möglichkeit, den Quellcode unserer Software einzusehen und sich zu vergewissern, dass wir in unseren Produkten keine Hintertüren einbauen, die Zugriff auf Daten unserer Kunden ermöglichen. Mit unserer aktiven Rolle in der Initiative Deutschland sicher im Netz (DsiN) leisten wir einen weiteren praktischen Bezug für mehr IT-Sicherheit, indem wir das Bewusstsein von Unternehmen und Privatanwendern für Sicherheit schärfen, über sicherheitsrelevante Themen informieren und direkte Schutzmaßnahmen anbieten.

Thomas Langkabel, National Technology Officer, Microsoft Deutschland.
Thomas Langkabel, National Technology Officer, Microsoft Deutschland. (Bild: Microsoft)

Schnelle und nachhaltige Korrektur gefordert

Technologischer Fortschritt ist seit jeher die treibende Kraft der Entwicklung der Menschheit. Verantwortungsbewusstsein, Zuverlässigkeit, Vertrauenswürdigkeit und Sicherheit sind dafür von essentieller Bedeutung, um Fehlentwicklungen zu verhindern. Die gegenwärtigen Verhaltensweisen und Ansichten der amerikanischen Regierung und der US Justiz sind im Hinblick auf chancenorientierte Innovationen wenig hilfreich und bedürfen unseres Erachtens einer schnellen und nachhaltigen Korrektur.

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