Statement der Experton Group über den UC- und VoIP-Markt in Deutschland

Microsoft mischt mit der Skype-Übernahme den UC-Markt auf

11.05.2011 | Autor / Redakteur: Axel Oppermann und Frank Heuer / Florian Karlstetter

Microsoft-Chef Steve Ballmer (links im Bild) und Skype-CEO Tony Bates träumen von Echtzeit-Kommunikation für Consumer und Geschäftsleute rund um den Globus.

Am 10. Mai hat Microsoft bekanntgeben, den VoIP-Spezialisten Skype für rund 8,5 Milliarden US-Dollar zu übernehmen - die größte Investition, die Redmond in seiner Firmengeschichte jemals getätigt hat. Damit ist Skype zwar kein Schnäppchen, aber durchaus gut investiert. Ein Analysten-Statement der Experton Group.

In diesem Statement fassen Axel Oppermann und Frank Heuer, beide Senior Advisor bei der Experton Group zentrale Aspekte der Übernahme von Skype durch Microsoft zusammen und geben einen kurzen Überblick über den Unified Communications- (UC) und Voice over IP-Markt in Deutschland.

Mit der Übernahme von Skype setzt Microsoft ein deutliches Zeichen im Markt. Microsoft verschafft sich nicht nur Zugang zu über 600 Millionen Nutzern. Vielmehr wird durch die Integration in bestehende Produkte und Services das Gesamtportfolio aufgewertet. Diese Aufwertung bezieht sich sowohl auf den Markt für Privatanwender als auch auf Geschäftskunden. Die Integration ist für CRM-Lösungen, über ein verbessertes und verbreitertes UC-Angebot bis hin zum lukrativen Werbemarkt wertvoll.

Ferner erhält Microsoft, dank der Stärke von Skype auf Android-Geräten, einen ansehnlichen Zugang auf die prosperierende mobile OS-Plattform. Dadurch rückt die Windows- und Android-Welt näher zusammen, da damit zu rechnen ist, dass Microsoft-Services künftig auch auf Android-Plattformen laufen werden.

Auch wird sich die Stellung gegenüber den Telefongesellschaften nachhaltig verbessern. Microsoft bekommt eine deutlich stärkere Verhandlungsposition und wird seine Produkte leichter mit den Angeboten der Telekommunikationsanbieter verbinden können. Auch kann die bereits bestehende Kooperation mit Facebook und Yahoo um die Skype-Komponenten ausgebaut werden.

Durch die Akquisition von Skype erhält Microsoft

  • über 600 Millionen Anwender (abzüglich der Überschneidung mit bestehenden Diensten wie Windows Live und Hotmail)
  • also eine massive Kundenbasis mit stark wachsendem Anteil an Business-Nutzern
  • Zugang zu weiteren Business-Voice-UC-Lösungen
  • Ausbau des UC-Portfolios und starke Positionierung gegenüber Cisco
  • Zertifizierte SIP-Trunking mit zahlreichen IP-PBXs- und TDM/IP-Gateways
  • die Möglichkeit zur Integration in das UC-Channel-Programm (bisher Schwäche von Skype)
  • die Möglichkeit die bestehenden Services wie Windows Live und Hotmail nachhaltig aufzuwerten. Insbesondere auch die Integration von Skype in xBox-Angebote.
  • direkten Zugang zu Nutzern von führenden mobile OS-Plattformen (Android, iOS)
  • eine weitere Plattform für das Suchmaschinengeschäft
  • eine starke Plattform und einen Absatzkanal für das Geschäft mit Werbung

Auch wenn über 5 Milliarden Euro (8,5 Mrd. US-Dollar) auf den ersten Blick nicht viel erscheinen, handelt es sich hierbei nicht zwingend um ein Schnäppchen. Microsoft kann sich jedoch von Wettbewerbern wie Google und Cisco distanzieren, sich gegenüber Freunden wie Facebook und den Telekoms dieser Welt stärker positionieren und eigene Lösungen aufwerten. Herausforderung für Microsoft wird es sein, die Skype-Services schnell und nahtlos in das eigene Portfolio zu integrieren. Nur eine schnelle Vernetzung der Services, eine trennscharfe Abgrenzung von Leistungen und Preisen sowie die Integration in weitere Plattformen wie Facebook werden nach Ansicht der Analysten einen Erfolg bringen.

Erfahren Sie auf der nächsten Seite, wie sich Skype seit der Firmengründung 2003 entwickelt hat und welche Strategie das Unternehmen bisher verfolgte.

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