Eine „Wikipedia fürs Lernen“

Mathe-Lernen in der Cloud

| Autor: Elke Witmer-Goßner

Computergestütztes, cloud-basiertes Lernen – alleine oder im Team – für die Fachkräfte von morgen.
Computergestütztes, cloud-basiertes Lernen – alleine oder im Team – für die Fachkräfte von morgen. (Bild: OVH)

In Deutschland erhalten nach einer Untersuchung der Bertelsmann-Stiftung etwa 1,1 Millionen Schülerinnen und Schüler regelmäßig Nachhilfe. Deren Eltern geben hierfür jedes Jahr zwischen 1,5 und 2 Milliarden Euro aus. „Angstfach“ Nummer 1: Mathematik.

Online-Lernangebote können hier eine gute Alternative zu oft kostspieligen Nachhilfeinstituten oder Privatlehrern sein. Die von der Robert Bosch Stiftung ausgezeichnete Online-Lernplattform Serlo beispielsweise, die 2010 von Schülern ins Leben gerufen wurde und ihren Schwerpunkt auf den MINT-Fächern hat, möchte hochwertige Bildung weltweit frei zugänglich machen. Serlo will uneingeschränkten Zugang zu Erklärungen, Lernvideos, Unterrichtsstunden als Kurse, Übungen, Musterlösungen und mehr bieten – kostenlos und werbefrei.

Da das Angebot gerne genutzt wird, muss hinter Serlo eine sichere und zuverlässige IT-Infrastruktur stehen. Die Online-Lernplattform skaliert technologisch mithilfe der Public Cloud Services von OVH. Der Internet-Provider aus Saarbrücken war von der Idee der Online-Plattform begeistert und sponserte darum die komplette IT-Infrastruktur. Die Förderung von Serlo durch OVH passt gut in die Philosophie des Unternehmens, die digitale Transformation zu unterstützen. Der Provider zeigt dadurch sein Engagement für Europa und besonders für den Standort Deutschland, da hier eine große Ingenieurstradition herrscht – und genau da setzt Serlo mit seinem Fokus auf die MINT-Fächer an. „Durch eine frühe Förderung können die Fachkräfte von morgen besser ausgebildet werden und OVH lebt von qualifizierten und kreativen Mitarbeitern“, sagt Peter Höhn, Director Germany bei OVH.

Selbstständiges Lernen erwünscht

Simon Köhl, geschäftsführender Vorstand bei Serlo, ist die Schule auch nicht leicht gefallen. Besonders in Mathe hätte er sich modernere Lernmöglichkeiten gewünscht. Darum gründete er zusammen mit Serlo-CTO Aeneas Rekkas noch während seiner Schulzeit die offene Lern-Cloud. „Ich wollte, dass alle Erklärungen und Übungsaufgaben an einem Ort für alle einfach und kostenlos verfügbar sind und ich hätte gerne die Möglichkeit gehabt, in meinem eigenen Tempo zu lernen und mit den Methoden und Medien, die mir am meisten gebracht hätten“, sagt Köhl. Zunächst war Serlo ein Hobby-Projekt. Später, während seiner Uni-Zeit, wurde der Aufwand irgendwann so groß, dass er sein Studium abgebrochen hat und sich seitdem vollständig auf die Online-Lernplattform konzentriert.

2015 verzeichnete Serlo etwa 5,45 Millionen Seitenaufrufe, davon mehrheitlich Schülerinnen und Schüler aus der Sekundarstufe. Ein Viertel davon sind intensive Nutzer, also mehr als dreimal im Monat auf der Seite aktiv. Sie bekommen einfache Erklärungen, Lernvideos, interaktive Veranschaulichungen, direktes Feedback und Musterlösungen – alles unabhängig von Ort, Zeit und Person. Die Inhalte sind miteinander verlinkt, bauen aufeinander auf und folgen einheitlichen Qualitätsstandards. Die Schüler eignen sich in ihrem Tempo auf individuellen Lernpfaden Wissen an und erhalten mit Serlo auch Hilfe zur Selbsthilfe, wenn es im Unterricht eingesetzt wird.

Vorbild Wikipedia

Die offene Lern-Cloud funktioniert nach dem Vorbild Wikipedia. Die Online-Community erstellt, verlinkt, sortiert und übersetzt alle Inhalte. Erfahrene Redakteure von Serlo überprüfen die Qualität der Bearbeitungen und entwickeln die maßgebenden Qualitätsrichtlinien weiter. Und das Konzept der „Wikipedia fürs Lernen“ scheint aufzugehen. Köhl erhält immer wieder E-Mails von Eltern, die sich schriftlich bei ihm für die Online-Plattform bedanken wollen und schildern, wie ihr Kind sich merklich in Mathe verbessert hat. Ein Mutter schrieb sogar, dass Serlo die Beziehung zu ihrer Tochter gerettet habe, weil sie jetzt nicht mehr zusammen Mathe lernen müssten.

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