Cloud erweitert Möglichkeiten der Monetarisierung für Softwarehersteller

Lizenzierung aus der Wolke

| Autor / Redakteur: Silvia Leißner / Florian Karlstetter

Bezahlmodelle aus dem B2C-Bereich wie Pay per use, Pay on demand oder auch Postpaid-Szenarien lassen sich auch auf das B2B-Segment adaptieren. Voraussetzung hierfür ist eine einheitliche Lizenzierungsplattform, die sowohl cloud-basierte Software als auch klassische, lokal installierte Anwendungen abdeckt.
Bezahlmodelle aus dem B2C-Bereich wie Pay per use, Pay on demand oder auch Postpaid-Szenarien lassen sich auch auf das B2B-Segment adaptieren. Voraussetzung hierfür ist eine einheitliche Lizenzierungsplattform, die sowohl cloud-basierte Software als auch klassische, lokal installierte Anwendungen abdeckt. (© Stephen VanHorn - Fotolia.com)

Dynamische IT-Ansätze auf Basis von Cloud-Infrastrukturen haben die Nutzung von Software in Unternehmen verändert. Konzentration auf das Kerngeschäft lautet der kleinste gemeinsame Nenner für Anwender und Anbieter. Nun drängt die Cloud auch in die klassische Softwaredistribution - mit entsprechenden Auswirkungen auf das Lizenzmanagement.

Seit geraumer Zeit gehört die Cloud mit ihren technologischen Ablegern wie SaaS, Virtualisierung und mobile IT zum festen Bestandteil der Unternehmens-IT. Doch während die dynamische Bereitstellung von IT-Ressourcen mit Argumenten wie Kostenreduktion, Skalierbarkeit und Flexibilität von sich Reden macht, stecken Lizenzierungsmodelle für die Verwendung von Software in den 70er Jahren fest.

„Die Lizenzierung und der Schutz für Software gehört schlichtweg nicht zum Kerngeschäft der meisten Hersteller“, findet Baldur Scherabon, Senior Presales Engineer bei Safenet, eine plausible Begründung dafür, weshalb die Monetarisierung von Anwendungen dem IT-Trend hinterherhinkt. Zum einen gehe die klassische Lizenzierung mit einem großen Distributionsaufwand für Softwarehersteller einher, zum anderen sei das klassische Lizenzierungsmodell anfällig für unsaubere oder gar fehlerbehaftete Abrechnungen.

„Unzeitgemäß aber ist, dass die typische On-Premise-Lizenzierung überhaupt keinen Überblick darüber ermöglicht, wie, wann und wo Anwender ihre Software verwenden.“ Entsprechend seien Anbieter bis heute nicht in der Lage, auf Qualitätslücken innerhalb ihrer Lösungen reagieren zu können, weil schlichtweg das Wissen fehle. Scherabon: „Softwarehersteller haben in der Regel keine Kenntnis davon, wie ihre Programme verwendet werden.“

Lizenzierung für Cloud- und On-Premise-Software

Aus diesen Gründen bemüht sich die Branche der Softwareanbieter um neue Möglichkeiten, die Vorteile des Cloud-Computings auch auf die Softwaredistributionen zu übertragen. Es entwickelt sich ein Trend dahin, Cloud-basierte Lizenzierungen auch für On-Premise-Applikationen zu nutzen. Voraussetzung dafür sei eine Lizenzierung, die sich ohne großen technischen Aufwand sowohl beim Kunden als auch beim Hersteller implementieren lässt. Wie dieser Trend künftig technisch realisiert werden könnte, zeigt Safenet mit einer ersten Lösung in Form von Sentinel Cloud. Dabei handelt es sich um eine Cloud-basierte Lizenzierungsplattform, mit der sowohl SaaS- und Cloud-basierte Software als auch klassische, lokal installierte Anwendungen über Technologien wie .Net und Application Programming Interfaces (API) sowie eine zentrale Plattform lizenziert werden kann. Im Idealfall lassen sich damit gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen: Neben einer einheitlichen Sicht auf Verträge zwischen Anwendern und Anbietern erhöht dieses Modell auch die Transparenz zur Nutzung der Software: Konkret erhalten Kunden damit einen klaren Überblick darüber, welche Applikationen eines bestimmten Herstellers in welcher Form im Unternehmen verwendet werden, wann Lizenzen auslaufen und welche Service-Vereinbarungen aktiv sind.

Nutzer-basierte Lizenzierung in virtuellen Umgebungen

Sentinel Cloud: Lizenzen für Anwender, nicht für ein physisches Gerät

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21.02.14 - Sentinel Cloud ist ein Lizenzierungsmodell von SafeNet, das für Softwareentwickler und Anwender Vorteile bringen soll. Anbieter können Lizenzen so einfacher kontrollieren und Anwender Software mit unterschiedlichen Geräten nutzen. Der Grund: Die Lizenz ist mit dem Nutzer und nicht mit der Hardware gekoppelt. lesen

Die größten Vorteile der Cloud-basierten Lizenzierung bieten sich für die Softwarehersteller selbst. So ist es beispielsweise möglich, nutzungsabhängige, individuelle Geschäfts- und Preismodelle für On-Premise- beziehungsweise Cloud-basierte Anwendungen anzubieten und künftige Applikationsentwicklungen an die Nutzungsgewohnheiten des Kunden anzupassen – und gleichzeitig die eigene Softwarequalität zu verbessern. Mit der neuen Technologie ist nicht mehr wie bisher die Lizenzierung von Software in Bezug auf die zugrundeliegende Hardware beschränkt, sondern kann die jeweilige Nutzung durch definierte Anwender – auf unterschiedlichsten Geräten – ermöglichen und kontrollieren. Einzelne Softwarefunktionen könnten so je nach Bedarf und sogar ferngesteuert freigeschaltet, konsumiert und hinzugebucht werden. Damit trage diese Form der Lizenzierung dazu bei, Herstellern wichtige Einblicke in die tatsächliche Verwendung von Produkten zu erlauben. Das wiederum erhöhe letztlich die Zufriedenheit beim Kunden und senke gleichzeitig die Kosten für beide Seiten.

Softwarehersteller möchten heute wissen, wer welche Features benutzt. Die so gewonnenen Erkenntnisse könnten im Anschluss für die Faktura und statistische Auswertungen genutzt werden: Solche Informationen stützen sich heute noch auf Mutmaßungen und Erkenntnisse des Marketings und sind für gewöhnlich wenig aussagekräftig und teilweise sogar fehlerbehaftet.

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