DevOps-Strategien

Lasttests und Performance-Monitoring in der App-Entwicklung

| Autor / Redakteur: Dipl.-Ing. Gregor Mayer / Florian Karlstetter

Wie erleben Nutzer aus Asien oder Südamerika das mobile Serviceangebot? Antwort darauf gibt die Cloud, indem App-Zugriffe aus allen relevanten Regionen erzeugt werden können.
Wie erleben Nutzer aus Asien oder Südamerika das mobile Serviceangebot? Antwort darauf gibt die Cloud, indem App-Zugriffe aus allen relevanten Regionen erzeugt werden können. (Bild: Neotys)

E-Commerce- und IT-Verantwortliche sind in der App-Entwicklung mit zwei Forderungen konfrontiert, die kaum in Einklang zu bringen sind: Schneller fertig sein, aber mehr Qualität liefern. Das ist entscheidend, denn Mobile Anwendungen tragen inzwischen komplette Geschäfts- und Servicemodelle ebenso wie die Wachstumshoffnungen im Handel.

Apps sind zu wichtig, um zu scheitern. Aber das kann leicht passieren, wenn schleppende Reaktionszeiten Webshop-Umsätze und den Erfolg mobiler Kampagnen beeinträchtigen: Viele Nutzer gedulden sich nicht einmal zwei Sekunden – und nach 3 Sekunden Ladezeit brechen bereits zwei von drei Kunden den Einkauf ab.

Eine makellose Performance ist Pflicht. Sie zu erfüllen, ist nicht einfach – denn permanente Updates erhöhen die Schlagzahl bei Innovation und Wettbewerb. Business-Entscheider und IT-Spezialisten sitzen heute in einem Boot und müssen Hand in Hand arbeiten. Es gilt, das alte Bereichs- oder Silodenken aufzugeben:

Denn für die neuen Tempo- und Qualitätsanforderungen ist die Praxis einer bestenfalls indirekten Abstimmung zwischen den Abteilungen zu langsam und fehleranfällig. Erfolg versprechen DevOps-Strategien mit einer kontinuierlichen Abstimmung zwischen Betriebsverantwortlichen und Entwicklern. IT-Spezialisten sollen die Ziele der Manager – und Manager umgekehrt die Problemstellungen der IT verstehen. Dieses Umdenken ist nur der Anfang: Echten Nutzen ziehen Unternehmen daraus erst, wenn die abteilungsübergreifende Offenheit organisatorisch und auch technologisch unterfüttert wird. Erforderlich sind dazu Test- und Monitoring-Instrumente, die auch für Manager ohne IT-Hintergrund verständliche Resultate liefern.

Unternehmen können mit einer DevOps-Kultur das Time-to-Market von App-basierten Angeboten verkürzen und Wettbewerbsvorteile erzielen. Damit das gelingt, benötigen Unternehmen ein Performance- und Qualitätsmanagement, das sich an drei Leitlinien orientiert:

  • 1. Durchlässigkeit der Testverfahren über Fachbereichsgrenzen hinweg
  • 2. Abdeckung von realitätsnaher Business-Szenarien
  • 3. Durchgängigkeit der Testverfahren im gesamten App-Lifecycle

Durchlässigkeit der Testverfahren über Fachbereichsgrenzen hinweg

Basisanforderung für ein abteilungsübergreifendes Qualitätsmanagement sind webbasierte Kollaborationsplattformen, auf denen Prüftools, Testeinstellungen und -resultate für alle Beteiligten bereit stehen. Aber bei DevOps geht es um mehr: Teammitglieder, die sich in Ausbildung, Verantwortung und Fokus unterscheiden, sollen produktiv zusammenarbeiten. Während das Management das Wichtigste auf einen Blick sehen will, benötigen IT-Spezialisten einen detaillierten Einblick in Messwerte, Fehler- und Warnmeldungen.

Die Test- und Monitoring-Plattform sollte daher die Tiefe der Analysen staffeln. Kurven und Diagramme erfüllen die Anforderung von Business-Entscheidern, den Leistungsstatus der App zu kontrollieren und nötigenfalls gleich Optimierungs-Maßnahmen auf den Weg zu bringen. Vollständige Zahlen- und Datensammlungen sind dagegen für IT-Spezialisten relevant, um Testergebnisse zu erläutern, Performance-Engpässe zu lokalisieren und Lösungsstrategien zu entwickeln. Eine abgestufte Analyse zeigt allen Beteiligten dasselbe Bild, aber jeweils aus der für sie relevanten Perspektive.

IT-Experten und Geschäftsleitung gewinnen so eine gemeinsame Basis für die Qualitätssicherung. Dazu tragen auch grafische Nutzeroberflächen bei. Sie machen es einfacher, Testszenarien aus betriebswirtschaftlicher Sicht zusammenzustellen: Stehen Testelemente wie virtuelle Benutzer und Transaktionen („In den Warenkorb legen“) als Module zur Verfügung, kann z.B. der Sales-Leiter wichtige Testläufe zur KPI-Prüfung zusammenstellen und mit den IT-Experten abstimmen.

Die Praxis vieler Testprofis, selbst Skripte zu erstellen, erschwert dagegen fachübergreifende Abstimmungen erheblich. Dieses Verfahren ist zu langsam und unverständlich z.B. für einen Marketingdirektor, der sich vor dem Produktlaunch vergewissern möchte, dass Zugriffsspitzen nicht den Absturz der Homepage und damit ein Scheitern der Kampagne herbeiführen.

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