Echtzeitnetzwerke mobilisieren Produktion und Logistikprozesse

Industrie 4.0: Wie Cloud Computing und die App-Revolution fusionieren

| Autor / Redakteur: Lothar Lochmaier / Florian Karlstetter

Blick in die Logistik-Zukunft: Maschinen, Anlagen, Werkstücke und Bauteile werden künftig Daten und Informationen in Echtzeit austauschen (im Bild: Zellulare Transportsysteme Multishuttle Move (ZTS) vom Fraunhofer IML.
Blick in die Logistik-Zukunft: Maschinen, Anlagen, Werkstücke und Bauteile werden künftig Daten und Informationen in Echtzeit austauschen (im Bild: Zellulare Transportsysteme Multishuttle Move (ZTS) vom Fraunhofer IML. (Bild: Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik)

Das Thema betrifft die gesamte Wirtschaft. In Expertenkreisen hat sich das Schlagwort „Industrie 4.0“ bereits etabliert. Damit gemeint ist die Individualisierung aller Prozesse mit Hilfe der Informationstechnologie, also eine Weiterentwicklung des Internets der Dinge und des Cloud Computings. Jetzt sollen die Anwender von der damit eingeleiteten App-Revolution auf breiter Front profitieren.

Dass die Informationstechnologie heute alle Lebensbereiche erfasst hat, ist angesichts von Cloud Computing und mobilen Endgeräten kein Geheimnis mehr. Dass jedoch mit der fortschreitenden Digitalisierung auch der Anteil der professionellen IT-Systeme in der klassischen Industrie weiter zunimmt, mit dieser Tatsache beschäftigen sich bislang überwiegend hochkarätige Expertenrunden.

Das soll sich nun ändern. Was unter dieser als „vierten industriellen Revolution“ bezeichneten technischen Weiterentwicklung zu verstehen ist, skizzierte Professor Dieter Kempf, Präsident des Branchenverbandes Bitkom, auf dem Nationalen IT-Gipfel in Essen: „Für Deutschland mit seinen traditionell starken Fertigungsindustrien und einer innovativen und modernen IT-Branche bedeutet dieser bevorstehende Schritt zur Industrie 4.0 eine große Chance“, so der Experte.

Zwingend notwendig für das Gelingen dieser rund 130 Milliarden teuren vierten industriellen Revolution sei jedoch andererseits eine moderne IT-Infrastruktur. Diesem trockenen Befand mag man nicht widersprechen. Schließlich rief so mancher Experte bereits vor zwei Jahrzehnten die Revolution des Computer Integrated Manufacturing (CIM) aus, eine vollständig durch vernetzte Rechner gesteuerte Fertigung.

Doch die radikale Idee blieb damals im theoretischen Ansatz stecken, vor allem, weil es an passenden Schnittstellen und notwendigen Querschnittstechnologien mangelte. Unter dem Leitmotiv Industrie 4.0 nimmt die Vision nun einen neuen Anlauf, bei der autonome Produkte und Entscheidungsprozesse komplexe Wertschöpfungsnetzwerke nahezu in Echtzeit steuern sollen. Es wäre ein Quantensprung, nach Dampfmaschine, Massenproduktion und Automatisierung.

Immerhin, erste Anwendungen für die breite Masse der Konsumenten sind erkennbar. Beispiel: 3D-Drucker. Damit kann heute jeder Verbraucher seine Produkte maß schneidern. Der private Fabrikant steuert dazu den Designprozess bis zur Produktion vollständig in eigener Regie. Mit einer Software erstellt der Verbraucher einen Entwurf und probiert diesen solange am Kopierer aus, bis er Schraube, Schuh oder das ideale Schmuckstück per Mausklick ausdrucken kann. Bald auch via cloud-basierte Dienste?

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