Nachbericht zur Personal2014 Süd

Industrie 4.0 und die Digitalisierung der Arbeitswelt

| Redakteur: Elke Witmer-Goßner

Die Digitalisierung der Personalarbeit, von der Einführung bis zur Organisation, stand im Fokus der Fachmesse Personal2014 Süd in Stuttgart, die in diesem Jahr zum fünfzehnten Mal stattfand.
Die Digitalisierung der Personalarbeit, von der Einführung bis zur Organisation, stand im Fokus der Fachmesse Personal2014 Süd in Stuttgart, die in diesem Jahr zum fünfzehnten Mal stattfand. (© PERSONAL2014 Süd/Fotostudio Franz Pfluegl)

Das Internet und moderne Technologien prägen unter dem Stichwort Industrie 4.0 zunehmend die Produktion in Fabrikhallen. Unternehmen optimieren ihre Computerprogramme mit künstlicher Intelligenz: So kann IBMs Superrechner „Watson“ heute schon Medizinern bei Entscheidungen helfen. Google Glass oder Driverless Cars sollen zukünftig menschliches Versagen weitgehend ausschließen – auch am Arbeitsplatz.

Die Digitalisierung hat die Unternehmenswelt erfasst. Auf der Messe Personal2014 Süd in Stuttgart befassten sich deshalb Aussteller und weitere Fachleute mit den Folgen für das Personalmanagement. Fast 300 Aussteller präsentierten ihr aktuelles Portfolio. Dabei war insbesondere der Softwarebereich stark vertreten. Neben klassischer Personalsoftware für Endabrechnung, Personaldatenverwaltung und die Zeitwirtschaft gehörten auf der Personal2014 Süd mobile Anwendungen, Lösungen aus der Cloud oder Dienstleistungen rund um Social Media zum Angebot. Ebenfalls deutlich zu spüren war: Auch Dienstleistungen für Big Data erobern den Markt.

Strategisch punkten durch umfassende Datenanalyse

Was in Sachen Big Data in der Personalarbeit derzeit schon möglich ist, zeigte etwa IBM Deutschland. „Big Data ist der neue Rohstoff des 21. Jahrhunderts“, betonte Sven Semet, Senior Account Executive des Softwareherstellers, schließlich sei in den nächsten zehn Jahren ein 50-faches Wachstum des weltweiten Datenvolumens zu erwarten. So kann beispielsweise der intelligente Rechner Watson beim Rugby, wo Spieler entsprechende Sensoren tragen, dem Coach Entscheidungshilfen für Auswechslungen bieten. Analog dazu kann das System aber auch als Talent-Strategie-Berater fungieren, wenn es mit den nötigen Daten in Sachen Erfahrung, Skills oder Assessment-Ergebnissen von Mitarbeitern „gefüttert“ werde.

Eine wichtige Datenquelle dabei sind Mitarbeiterbefragungen: so lassen sich Ergebnisse aus besonders guten Abteilungen auf die ganze Firma übertragen. „Es geht darum, vorhandene Daten zu erfassen und auszuwerten, um das Engagement und die Performance der Mitarbeiter zu steigern“, so Semet. Auch Führungsentscheidungen würden so auf eine neue Grundlage gestellt. Außerdem könnten Unternehmen damit ihre Servicequalität verbessern und Unfälle reduzieren. Die Software sei inzwischen sogar in der Lage, bewusste Falschangaben in Mitarbeiterbefragungen automatisiert zu erkennen, zum Beispiel wenn jemand sagt, er sei „nicht stolz auf das Unternehmen“, aber gleichzeitig angibt „hier kann ich mich weiterentwickeln“.

Der Frosch im Wasserglas

Erstaunlicherweise verändert sich aber nur marginal etwas am Softwareeinsatz im Human Ressource Management, erklärte Frank Langecker, Chefredakteur verschiedener Personalzeitschriften. Er skizzierte in seinem Messebeitrag aktuelle Digitalisierungstrends. Die Unternehmen sind offensichtlich noch immer mehrheitlich mit ihren Systemen zufrieden, was sich allerdings in den nächsten Jahren rächen könnte. Denn insbesondere jüngere Generationen neigten zu „Consumerization“ und erwarteten liebgewonnene Softwaresysteme aus dem privaten Umfeld auch in der Firma. „Mit der Digitalisierung ist es wie mit dem Frosch im Wasserglas: Wenn Sie einen Frosch in heißes Wasser schmeißen, hüpft er wieder heraus. Wenn Sie aber den Frosch im Wasser erhitzen, bleibt er und stirbt“, so der Kenner der Personalerszene über die Handlungsbereitschaft seiner Berufskollegen. „Wir sind Teil des Systems, sollten aber trotzdem aktiv werden.“

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Alle diese geschilderten Szenarien, wie z.B. ein Tablett in der Produktion, haben nichts mit der...  lesen
posted am 23.06.2014 um 12:59 von Unregistriert


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