VDI veröffentlicht Umfrage "Automation (in the) Cloud?"

Industrie 4.0 braucht Cloud Automation

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Florian Karlstetter

Komplexe Anlagen und große Informationsmengen stellen neue Anforderungen an die Mensch-Maschine-Kommunikation.
Komplexe Anlagen und große Informationsmengen stellen neue Anforderungen an die Mensch-Maschine-Kommunikation. (Bild: Thomas Ernsting/LAIF)

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Obwohl die Cloud bislang ein Schattendasein in der Automation fristet, wird sie künftig eine entscheidende Rolle für die Industrie 4.0 spielen – glaubt der Verein Deutscher Ingenieure (VDI).

Der VDI hat im Mai und Juni 275 Mitglieder der VDI/VDE-Gesellschaft Mess- und Automatisierungstechnik (GMA) zur Bedeutung der Cloud in der Automation befragt. Ergebnis: Aktuelle Entwicklungen sind zwar noch von einer lokalen Vernetzung von Komponenten und Software geprägt – der nächste Schritt sei aber, "globale Netze für automatisierungstechnische Anwendungen zu nutzen". Eine selbstverständliche Cloudnutzung erwarten 37 Prozent der Befragten in drei bis fünf Jahren; 39 Prozent nennen einen Zeithorizont von fünf bis zehn Jahren.

Folgt man den Ergebnissen der Erhebung, werden deutsche Anbieter von dieser Nachfrage allerdings nur bedingt profitieren können. Über die Hälfte der Befragten sieht Unternehmen anderer Nationen im Vorteil. Besonders schlecht schnitten deutsche Unternehmen dabei übrigens im Urteil der Experten aus Produktion und Wartung ab.

Als größten Nutzen der Cloud nennen 60 Prozent der Befragten eine zentrale Datenhaltung, mit der Anwender auch mobil auf Produktions- und Produktdaten zugreifen können. Weitere oft genannte Vorteile sind die effiziente Nutzung von Speicher- und Rechenkapazitäten sowie eine einfachere Wartung von Software.

Dennoch hätten insbesondere kleine und mittlere Unternehmen Schwierigkeiten, die zukünftige Situation auf ihr Unternehmen zu projizieren, heißt es. Prof. Dr.-Ing. Detlef Zühlke, Wissenschaftlicher Direktor Innovative Fabriksysteme am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) Kaiserslautern, verdeutlicht: "Der Beratungsbedarf ist groß, da grundsätzlich keine pauschalen Antworten gegeben werden können. Daher benötigen wir in Deutschland auch auf regionaler Ebene Anlaufstellen, die Auskunft und Beratung geben können".

Eine Herausforderung wird dabei auch die Mensch-Maschine-Kommunikation sein. Hierzu nochmals Zühlke: "Es wird darauf ankommen, […] Informationen für den Menschen so aufzubereiten, dass er sie sinnvoll und einfach nutzen kann und sichere Entscheidungen darauf aufbauen kann. Dies wird ein großes Arbeitsgebiet für die Automation".

Weitere Ergebnisse der Umfrage "Automation (in the) Cloud?" hat der VDI in einer PDF-Präsentation aufbereitet.

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