NTT Communications registriert Eiszeit beim Cloud-Computing

ICT-Entscheider frieren nach dem NSA-Schock Cloud-Projekte ein

| Redakteur: Elke Witmer-Goßner

Nach den NSA-Enthüllungen des Whistleblowers Edward Snowden liegen viele Cloud-Projekte in Unternehmen auf Eis oder werden nur unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen umgesetzt.
Nach den NSA-Enthüllungen des Whistleblowers Edward Snowden liegen viele Cloud-Projekte in Unternehmen auf Eis oder werden nur unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen umgesetzt. (Bild: Volodymyr Goinyk, Fotolia)

Fast neunzig Prozent der ICT-Entscheidungsträger haben ihr Cloud-Einkaufsverhalten verändert, und zwar als direkte Folge der von Edward Snowden erhobenen Vorwürfe zu der großangelegten heimlichen Netzspionage. Dies ist das Ergebnis einer von NTT Communications erhobenen Studie zum Cloud-Verhalten nach dem NSA-Schock.

Die Untersuchung der NTT Communications Corporation, dem Geschäftsbereich für ICT-, Cloud- und Kommunikationslösungen der NTT-Gruppe, befasst sich mit dem Thema „NSA-Nachwehen: Wie Snowden die Einstellung der IT-Entscheidungsträger zur Cloud verändert hat“. Befragt wurden rund 1.000 ICT-Entscheidungsträger aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Hongkong und den USA.

Die Studie brachte neun Aspekte an den Tag, die Unternehmen zu einem Umdenken bei der Nutzung von Cloud-Computing bewegen:

  • 1. Nahezu neun Zehntel (88 Prozent) der befragten IT-Verantwortlichen ändern ihr Einkaufsverhalten bei Cloud-Diensten – oder haben dies bereits getan. Davon hat über ein Drittel (38 Prozent) die Bestimmungen für die Beschaffung dieser Dienste bei Cloud-Anbietern verschärft.
  • 2. Nur fünf Prozent der Befragten geht davon aus, dass der Speicherort beim Aufbewahren der Unternehmensdaten keine Rolle spielt.
  • 3. 31 Prozent der IT-Entscheider verlagern Daten zu Standorten hin, von denen sie wissen, dass sie dort sicher sind.
  • 4. Rund 62 Prozent derjenigen, die derzeit nicht auf die Cloud setzen, sind der Überzeugung, dass die Enthüllungen sie von einer Verlagerung ihrer Daten in die Cloud abgehalten haben.
  • 5. IT-Verantwortliche bevorzugen jetzt einen Cloud-Dienst, der sich in ihrer Region befindet. Die allerhöchste Zustimmungsrate hierzu kommt aus der EU mit 97 Prozent, gefolgt von Entscheidern aus den USA (92 Prozent).
  • 6. Knapp über die Hälfte der Befragten (52 Prozent) prüfen die Cloud-Anbieter weitaus genauer also vorher.
  • 7. 16 Prozent verschiebt oder kündigt derzeit Verträge mit Cloud-Service-Anbietern.
  • 8. Mehr als vier Fünftel (84 Prozent) sind der Meinung, sie benötigen mehr Schulung im Bereich Datenschutz.
  • 9. 82 Prozent aller ICT-Entscheidungsträger weltweit stimmt den Vorschlägen von Angela Merkel zu, Datennetzwerke zu trennen.

Jens Leuchters, Regional General Manager Central & East bei NTT Europe, erklärt hierzu: „Die Ergebnisse zeigen, dass die ICT-Entscheidungsträger aufgrund der NSA-Vorwürfe eine kritischere Einstellung gegenüber der Cloud einnehmen. Dies wirkt sich zum einen auf deren Beschaffungspolitik aus, zum anderen führt das zu einer eingehenderen Prüfung möglicher Lieferanten bzw. des Speicherorts. Trotz des Skandals und der weltweiten Sicherheitsbedrohung dürfen Manager aber nicht aus den Augen verlieren, dass Cloud-Plattformen die Agilität und technologische Innovation von Unternehmen fördern – selbst in den risikobewusstesten Organisationen. ICT-Entscheidungsträger arbeiten hart, um Wege zu finden, auch künftig von solchen Vorteilen zu profitieren und gleichzeitig die Organisation vor jedweder Gefährdung zu schützen. Wir sind optimistisch, dass die Branche diese Herausforderungen meistern wird, indem Datenbewegungen limitiert werden und Verschlüsselungstechnologie zum Einsatz kommt.“

Methodik

NTT Com hatte das Marktforschungsunternehmen Vanson Bourne mit der Durchführung einer umfassenden Untersuchung bei 1.000 IT-Entscheidungsträgern beauftragt. Befragt wurden im Februar und März 2014 jeweils 200 Teilnehmer in Deutschland, Frankreich und Großbritannien, 100 in Hongkong und 300 in den USA. Sechzig Prozent der Befragten kommen aus Unternehmen mit 1.000 und mehr Mitarbeitern aus Finanzdienstleistung, Einzelhandel, Fertigung, Dienstleistungsgewerbe, Informationstechnologie und Energie. Die Ergebnisse der Studie sind unter nsaaftershocks.com nach Registrierung nachlesbar.

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