CLOUD COMPUTING & VIRTUALISIERUNG Technology Conference 2014

Hybride Clouds bestimmen die Unternehmensrealität

| Redakteur: Florian Karlstetter

Dr. Carlo Velten, Senior Analyst und Managing Director, Crisp Research zum Thema IT-Infrastruktur Management im Multi- und Hybrid-Cloud-Zeitalter.
Dr. Carlo Velten, Senior Analyst und Managing Director, Crisp Research zum Thema IT-Infrastruktur Management im Multi- und Hybrid-Cloud-Zeitalter. (Bild: Crisp Research)

Cloud-Modelle auf dem Prüfstand: Im September veranstaltet die Vogel IT-Akademie die CLOUD COMPUTING & VIRTUALISIERUNG Technology Conference 2014. Als Keynote-Speaker mit dabei ist diesmal Dr. Carlo Velten, Managing Director bei Crisp Research. Im Interview erklärt er, warum sich OpenStack langfristig als Standard durchsetzen wird.

Hybride Cloud-Modelle setzen sich in Unternehmen immer mehr durch. Stehen hybride Cloud-Konzepte nicht im Widerspruch zum Anspruch nach Standardisierung?

Dr. Carlo Velten: Nicht unbedingt – selbst wenn hybride Cloud-Umgebungen mehr Komplexität in sich bergen, können auch solche Umgebungen auf Standards aufbauen und dementsprechend die IT-Standardisierungsvorhaben des CIOs vorantreiben. Dass hybride Cloud-Umgebungen sich sukzessive durchsetzen ist die Folge der betrieblichen Realität. Nur die wenigsten Applikationen lassen sich isoliert auf einer Public Cloud betreiben. Möchte man die Anwendungen mit existierenden Datenbeständen, Applikationen oder Prozessen verbinden, werden Verbindungen zwischen den verschiedenen IaaS- und PaaS-Plattformen unverzichtbar. Standards wie z.B. OpenStack sind hier ebenso wichtig wie das Zusammenspiel und Ausgestaltung der jeweiligen API der verschiedenen Cloud-Plattformen. Qualität und Funktionsspektrum der API spielen eine elementare Rolle im Hinblick auf den Integrationsaufwand unterschiedlicher Cloud-Plattformen.

Welche Rolle spielen hierbei OpenStack-Frameworks?

Velten: Openstack wird langsam erwachsen! Nachdem im letzten Jahr viele IT-Strategen und CIOs das offene Cloud-Management Framework OpenStack noch als reine Marketingblase abgetan und sich nicht weiter damit beschäftigt haben, zeigen eine Vielzahl an Releases und Investitionszusagen, dass Openstack sich zum de-facto Standard für hybride, herstellerunabhängige Cloud-Umgebungen entwickelt.

Mit IBM, HP und kürzlich auch Cisco haben sich die führenden IT-Technologieanbieter klar zu Openstack bekannt und investieren jeweils rund 1 Milliarde US Dollar in Openstack. Die Gelder fließen einerseits in die unternehmensinterne Produktentwicklung und die Qualifizierung eigener Mitarbeiter und Partner. Andererseits leisten IBM, HP und Cisco substanzielle Beiträge zur Openstack-Community. Federführend bei der Entwicklung der ersten Stunde waren allerdings HP, Dell, Red Hat und die Chip-Hersteller AMD und Intel. Dass die anderen Hardware- und Technologieanbieter nachgezogen sind und klare Investitionszusagen gemacht haben, beweist den Stellenwert der Open Source-Plattform als neuem Cloud-Standard.

Ergänzendes zum Thema
 
Hinweise zur Veranstaltung

Derzeit ist OpenStack zwar noch ein recht komplexes Cloud-Management-Framework. Aber für wirklich große IT-Anwender und Telekommunikationsunternehmen ist OpenStack schon heute eine interessante Alternative. Mit OpenStack lassen sich nicht nur die Risiken eines Vendor Lockin reduzieren. Auch die Cloud-Lizenzkosten lassen sich mit der Open Source-Technologie senken. Wer intern noch nicht über ausreichendes Know-How verfügt und sich in der Open Source-Community noch nicht so gut auskennt, hat mittlerweile die Möglichkeit OpenStack als fertige Distribution inklusive professionellem Support zu beziehen. Zudem rüsten nahezu alle großen Cloud-Anbieter derzeit OpenStack-mäßig auf, so dass in den kommenden 24 Monaten auch im deutschsprachigen Markt genügend erfahrene OpenStack-Experten zur Verfügung stehen.

Welche Herausforderungen sehen Sie aktuell beim Cloud Computing?

Velten: Die Herausforderungen verlagern sich derzeit vom Aufbau erster Private Cloud-Infrastrukturen und den ersten Gehversuchen in der Public Cloud hin zum Management von Multi-Clouds (mehrere IaaS, SaaS-Provider) und hybriden Cloud-Umgebungen (Private zu Public). Hier sind beispielsweise Herausforderungen im Bereich Cloud Connectivity zu meistern. So stellt sich für viele CIOs die Frage, wie das eigene Unternehmensnetzwerk direkt an die Cloud-Rechenzentren von Amazon, Softlayer und Microsoft angebunden werden kann (Stichwort Direct Connect versus freies Internet).

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 42822874 / Technologien)