Patrick Pulvermüller im Interview

„GoDaddy steht für exzellenten Service“

| Autor: Michael Hase

Patrick Pulvermüller, bislang CEO der Host Europe Group und jetzt EMEA-Chef von GoDaddy, äußert sich erstmals in den Medien zur künftigen Strategie des Massen-Hosters.
Patrick Pulvermüller, bislang CEO der Host Europe Group und jetzt EMEA-Chef von GoDaddy, äußert sich erstmals in den Medien zur künftigen Strategie des Massen-Hosters. (Bild: Claus Brechenmacher & Reiner Baumann)

Durch die Übernahme der Host Europe Group (HEG) ist der US-Riese GoDaddy jetzt in Deutschland präsent. Dessen EMEA-Chef Patrick Pulvermüller gibt einen Einblick in Strategie und Philosophie des Massen-Hosters. Die Marken „Host Europe“ und „DomainFactory“ bleiben hierzulande bestehen. Beim Hosting & Service Provider Summit 2017 im Mai tritt Pulvermüller als Branchenexperte auf.

Mit der Akquisition durch GoDaddy, die Anfang April abgeschlossen wurde, hat die Host Europe Group (HEG) ihre Eigenständigkeit aufgegeben und wird Teil eines US-Konzerns. Was waren die Gründe, die für diesen Schritt sprachen?

Pulvermüller: Ich bin sehr froh darüber, dass HEG ein integraler Bestandteil von GoDaddy wird. Es ist ein sinnvoller Schritt aus zahlreichen Gründen: Mit der globalen Technologieplattform von GoDaddy und dem europäischen Netzwerk von HEG ist es möglich, Kunden schneller Zugang zu einer breiteren Produktpalette zu bieten und Ressourcen für Entwicklung und Einführung neuer Produkte zu bündeln. Unser Antrieb ist es, Menschen dabei zu unterstützen, ihre Ideen zu realisieren und erfolgreich online zu bringen. Vereint bieten GoDaddy und HEG unseren Kunden einen noch größeren Mehrwert und neue Lösungen für die erfolgreiche Entwicklung ihrer Unternehmen – das bauen wir durch Investitionen in den europäischen Markt weiter aus. Während HEG zu GoDaddy EMEA umfirmiert, werden starke regionale Marken wie Host Europe und DomainFactory bestehen bleiben.

Heißt das für den deutschen Markt, dass es im Massen-Hosting-Geschäft bei der Zweimarkenstrategie mit Host Europe und DomainFactory bleibt?

Pulvermüller: Unser Ziel ist es, GoDaddy als führende Marke in Europa zu etablieren. Gleichzeitig halten wir an Marken fest, die Kunden kennen und denen sie vertrauen. Host Europe und DomainFactory sind im deutschen Markt stark aufgestellt. Beide Unternehmen werden unter dem bekannten Namen weiter agieren, und zwar mit den bestehenden Teams und dem gewohnten Service. Die Kunden in Deutschland profitieren künftig davon, dass das Investitionsvolumen in neue Technologien größer ist und Innovationen noch schneller vorangetrieben werden.

ITB: Gibt es bereits konkrete Pläne für PlusServer, die HEG-Tochter für Managed Hosting?

Pulvermüller: Wie wir bei der Bekanntgabe der Übernahme kommuniziert haben, wird der Geschäftszweig veräußert. Sobald der Prozess abgeschlossen ist, werden wir Neuigkeiten zu den konkreten Plänen für PlusServer bekanntgeben.

Warum hat GoDaddy am Managed Hosting für größere Unternehmen kein Interesse? Bietet das Massengeschäft mit Kleinunternehmen tatsächlich größere Chancen?

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Pulvermüller: PlusServer ist ein starkes und gesundes Unternehmen, das unabhängig vom Bereich Mass Hosting bei HEG geführt wurde. Das Unternehmen steht auf einem starken Fundament. Doch die Managed-Hosting-Sparte bedient ein anderes Kundensegment mit unterschiedlichen Produktanforderungen und Vertriebsmodellen. GoDaddy konzentriert sich in Europa und international auf die Kernkompetenz, kleinen und mittleren Unternehmen alles für eine erfolgreiche Web-Präsenz zu bieten. Die Mass-Hosting-Sparte von HEG ist dafür die absolut stimmige Ergänzung, da beide Unternehmen die gleiche Zielsetzung und Philosophie teilen. Noch haben 60 Prozent der kleinen Unternehmen keine Website. Mit 700.000 Unternehmensgründungen pro Jahr allein in Deutschland und der wachsenden Anzahl an Selbständigen, die ein Online-Geschäft aufbauen, sehen wir sehr viel Potenzial bei Kleinstunternehmen und KMU, auch wenn die Wettbewerbssituation intensiv ist.

In Deutschland verstärkt sich United Internet, Marktführer mit dem Hoster 1&1, gerade durch die Akquisition von Strato, bislang eine Tochter der Deutschen Telekom. Mit welcher Strategie will GoDaddy angesichts dieser Übermacht künftig Marktanteile gewinnen?

Pulvermüller: Mit der Übernahme von HEG gehört GoDaddy zu Europas führenden Anbietern von Cloud-Services für kleine Firmen. Wir werden Kunden überzeugen, indem wir in neueste Technologie investieren und ihnen nicht nur die stabilste Performance, sondern auch die beste Nutzerfreundlichkeit bieten. Ein Element der Strategie ist ein konsequenter Mobile-First-Ansatz. Der Homepage-Baukasten von GoDaddy ermöglicht es Kunden, nicht nur vollständig mobil optimierte Websites zu erstellen, sondern auch die Website komplett von einem mobilen Endgerät aus zu bauen. Hinzu kommt, dass zu den Stärken von GoDaddy und der ehemaligen HEG ein exzellenter Service gehört, der für Web-Experten wichtig, vor allem aber für KMU ohne technischen Hintergrund entscheidend ist.

Durch den Strato-Deal ebenso wie durch den Eintritt von GoDaddy in den deutschen Hosting-Markt kommt es zu Verschiebungen. Was sind die Gründe dafür?

Pulvermüller: Der Hosting-Markt ist fragmentiert und nach wie vor sehr wettbewerbsintensiv. Ein Trend zur Konsolidierung zeichnet sich seit einigen Jahren ab. Es ist ein sinnvolles Vorgehen, Kompetenzen und Ressourcen zu bündeln, wenn Ziele und Werte übereinstimmen. Wir blicken äußerst zuversichtlich auf unsere Zukunft im deutschen Markt und erwarten signifikante Kosten- und Ertragssynergien.

Haben klassische Web-Hoster überhaupt eine langfristige Zukunftsperspektive, oder wird deren Markt über kurz oder lang von Hyperscalern wie AWS, Azure und Google aufgesogen?

Pulvermüller: Hyperscaler sind eine interessante Entwicklung im Hosting-Markt. Die Fähigkeit, maximal agil zu skalieren, ist für einige Geschäftsmodelle wichtig. Für die überwiegende Mehrheit unserer KMU-Kunden ist es nicht das ausschlaggebende Kriterium. Wer stabile Performance, einfache Bedienung, maximale Sicherheit und einen umfassenden Service sucht, entscheidet sich für uns. Ich bin überzeugt, dass es für beide Ansätze auch künftig einen Markt geben wird. Sowohl der Hosting-Markt als auch der Markt für IaaS profitieren davon, dass der digitale Wirtschaftssektor kontinuierlich wächst.

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