Datensicherheit, Privatsphäre und Datenhoheit steuern den Cloud-Markt

Europäische Cloud-Provider im Schatten der Spähaffäre

| Autor / Redakteur: Birger Steen* / Elke Witmer-Goßner

Die Enthüllungen über massive geheimdienstliche Bespitzelungen des Datenverkehrs könnten zum Motor werden für den Wandel der Telekommunikationsanbieter zu Cloud-Providern für den Mittelstand.
Die Enthüllungen über massive geheimdienstliche Bespitzelungen des Datenverkehrs könnten zum Motor werden für den Wandel der Telekommunikationsanbieter zu Cloud-Providern für den Mittelstand. (Bild: VBM-Archiv)

Lange bevor die Welt durch Edward Snowdens Enthüllungen von den Spionage-Programmen der amerikanischen National Security Agency (NSA) und Großbritanniens Government Communications Headquarters (QCHQ) erfuhr, war „Sicherheit“ bereits eines der – wenn nicht das größte – Hemmnis bei der Adaption von Cloud-Services.

Das Thema zog sich in den vergangenen Jahren wie ein roter Faden durch unzählige Marktuntersuchungen und beschäftigte IT-Journalisten und Analysten gleichermaßen. Bereits vor den offen gelegten Bespitzelungen der Geheimdienste stellten die Sicherheitsbedenken alle anderen Einwände beim Wechsel auf Public Cloud-Services in den Schatten, wie eine Umfrage von 451 Research unter weltweiten IT-Entscheidern zeigt. Und das Thema Sicherheit bleibt brandaktuell, denn die richtigen Voraussetzungen für robuste Sicherheitsmerkmale und ein hoher Datenschutz sind weiterhin die entscheidendsten Faktoren bei der Wahl eines Cloud-Service-Providers.

Bereits vor den Spionage-Skandalen durch die USA und Großbritannien prognostizierten Experten wie Gartner, dass die Adaption von Cloud-Diensten in Europa aufgrund der Bedenken um Sicherheits- und Datensouveränität um mindestens zwei Jahre hinter der amerikanischen Entwicklung zurückliegen würde. Durch die gegenwärtige Offenlegung ungenügender Sicherheitsvorkehrungen nehmen einzelne europäische Länder und die EU als Ganzes nun noch weiterreichende Schritte vor, um Cloud Computing zu regulieren. Das betrifft Aspekte wie die territoriale Souveränität, den internationalen Datenverkehr und den Serverstandort.

Dichte Grenzen

Wo wird das alles hinführen? Junge Entwicklungen weisen darauf hin, dass der Datenschutz und dessen Sicherheit für europäische Cloud-Provider fundamental an Bedeutung gewinnen und die Zukunft der Cloud-Dienste bestimmen. Das gilt nicht nur für die Art ihrer Vermarktung, sondern auch dafür, wie diese Dienste grundsätzlich entwickelt und angeboten werden. Ein Beispiel dafür ist die Erwägung der Deutschen Telekom, ein inner-deutsches oder inner-europäisches Netzwerk aufzusetzen, in dem Daten nicht länger über andere Kontinente geroutet oder dort gespeichert werden.

Ein solcher Service würde sicherlich von kleinen und mittelständischen Unternehmen begrüßt, denn 49 Prozent der Unternehmen betrachten das Outsourcing ihrer bisher in-house betriebenen Server in die Cloud aufgrund von Sicherheitsbedenken kritisch. Dies zeigt die aktuelle Parallels SMB Cloud Insights Study. Die EU-Kommission ist jedoch kein Fan dieses Vorschlags. Sie hält ein abgeriegeltes Netzwerk sogar für kontraproduktiv für europäische Unternehmen. Nichtsdestotrotz hat die Deutsche Telekom bereits verlauten lassen, dass sie 2014 einen neuen Business Service mit dem Namen „Clean Pipe“ auf den Markt bringen will. Er soll sämtlichen Datenverkehr stets durch das eigene Rechenzentrum leiten, um die Daten „zu sichern und zu säubern“ bevor sie ins Netzwerk des Kunden fließen.

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