CeBIT 2017: abas Software AG

ERP für Mittelständler – am besten cloud-basiert und hybrid

| Autor: Elke Witmer-Goßner

Anwender können mit dem neuen Workflow-Designer mit App-ähnlicher Oberfläche auf für sie relevante Geschäftsprozesse zugreifen und diese verändern.
Anwender können mit dem neuen Workflow-Designer mit App-ähnlicher Oberfläche auf für sie relevante Geschäftsprozesse zugreifen und diese verändern. (Bild: abas)

Die abas Software AG will dieses Jahr auf der CeBIT insbesondere dem fertigenden Mittelstand zeigen, wie sich die Nutzung von Unternehmenssoftware im Rahmen der Digitalisierung verändert. Deshalb dreht sich bei dem Karlsruher Softwareunternehmen alles um das Thema Workflow unter dem Motto „Automatisieren Sie Ihr Business“.

Der ERP-Spezialist hat einen grafischen Workflow-Designer entwickelt, mit dem Anwender auf die für sie relevanten Geschäftsprozesse zugreifen und diese verändern können. Ziel ist es, komplexe unternehmenskritische Prozesse mithilfe moderner, App-ähnlicher Oberflächen auch ungeschulten Mitarbeitern verfügbar zu machen. Diese Workflows sind intuitiv, auf PC, Tablet und Smartphone verfügbar und können den Anwender bei Bedarf führen. Auf diese Weise sollen Unternehmen schneller auf sich ändernde Anforderungen reagieren und betriebliche Abläufe von zentraler Stelle ändern und gleich ausrollen können. Auf dem neu gestalteten CeBIT-Stand in Halle 5, Stand A20, werden dazu diverse repräsentative Workflows visualisiert.

Geschäftsprozesse in Apps modellieren

Einer der neuen Workflows bezieht sich auf das Kernthema der abas, die Automatisierung kaufmännischer und administrativer Prozesse, genauer um die Freigabe von Bestellungen und Angeboten oder das Onboarding eines neuen Mitarbeiters. Ein anderer Workflow zielt auf Predictive Maintenance ab: Hier werden Zustandsdaten von Maschinenkomponenten erfasst und mit Informationen aus Drittsystemen kombiniert. Die Zielsetzung ist dabei, auffällige, auf Störungen hindeutende Muster rechtzeitig zu erkennen und entsprechende Maßnahmen präventiv einzuleiten. Um definierte Abläufe auf mobile Anwender ausrollen zu können, werden Workflows auch auf Smartphones und Tablets verfügbar sein. So kann beispielsweise eine Lieferung entgegengenommen oder reklamiert werden oder eine mobile Servicekraft im Außendienst einen Reparaturauftrag in Gang setzen.

Schließlich erfordern Industrie 4.0, IoT und Fragmentierung eine möglichst flexible Verknüpfung kritischer Systeme, beispielsweise um Fertigungsprozesse an neue Geschäftsmodelle anzupassen. So sendet einer der neuen abas-Workflows zum Beispiel nach dem Eingang einer Bestellung im ERP-System automatisch eine Anfrage zur Sanktionslistenprüfung an ein Drittsystem. Dieses prüft und schickt eine Verdachtsmeldung an das ERP-System, wodurch vom Workflow eine individuelle Genehmigungsanfrage an den entsprechenden Entscheider gepusht wird. Er kann nun freigeben oder ablehnen; die Information geht automatisch wieder an das ERP-System.

Cloud als Wachstumstreiber

Um diese neuen Applikationen im Unternehmen anzuwenden, bedarf es natürlich einer Infrastruktur. Hier kommt die Cloud ins Spiel, die laut abas nicht mehr aufzuhalten ist: Nach einer aktuellen IDC Studie sind 84 Prozent aller neu entwickelten Software-Anwendungen inzwischen cloud-basierte Systeme. Weitere Studien gehen davon aus, dass der Markt für Private Clouds in den nächsten Jahren zwischen 40 und 50 Prozent pro Jahr wachsen wird.

An diesem Wachstum will natürlich auch die abas AG teilhaben und hat deshalb zum Anfang dieses Jahres ihr erstes Cloud-Angebot in den USA verfügbar gemacht. Nicht ohne Grund: 70 Prozent der Anfragen, die in den USA an abas-Mitarbeiter gerichtet werden, beziehen sich bereits auf Leistungen aus der Cloud. Zielgruppe des neuen Angebots sind mittelständische Firmen, die eine individualisierbare Lösung auf Subskriptionsbasis, also als Mietmodell aus der Cloud beziehen möchten. Die Bedienung erfolgt in diesem Angebot ausschließlich über den Webbrowser. Bei dem Angebot handelt es sich also nicht um einfaches Hosting über Terminalserver-Technologie, sondern um echte „Software-as-a-Service“.

Daniel Rau: „Als ERP-Hersteller sehen wir die Welt da allerdings für die Zukunft nicht schwarz oder weiß, sondern grau, was in diesem Fall „hybrid“ bedeutet.“
Daniel Rau: „Als ERP-Hersteller sehen wir die Welt da allerdings für die Zukunft nicht schwarz oder weiß, sondern grau, was in diesem Fall „hybrid“ bedeutet.“ (Bild: abas)

Getrieben durch diesen Cloud-Boom sieht Daniel Rau, Leiter Produktmanagement der abas Software AG, den Trend zur Fragmentierung als weiteren „Gamechanger“. Abas sieht seine ERP-Welt in Zukunft nicht schwarz oder weiß, sondern grau, was in diesem Fall „hybrid bedeutet. Man gehe nicht davon aus, so Rau, dass zukünftig alles in der Cloud stattfinden werde, sondern dass es nach wie vor einen Bedarf geben werde, gewisse Systeme im Unternehmen selbst zu betreiben. „Es gibt große weltweite Marktanbieter, die gerade versuchen, den Kunden mit aller Macht in die Cloud zu ziehen. Wir glauben aber, dass das für den Mittelstand momentan nicht passend ist.“ Der große Vorteil einer hybriden Cloud sei schließlich, dass der Mittelstand flexibel auf Anforderungen reagieren könne, indem er punktuell Lösungen für kleinere Anwendungen einfach hinzunimmt. „Das heißt“, erklärt Rau weiter, „er kann nach dem Best-of-Breed-Gedanken handeln, sich also in Zukunft für die jeweiligen Anforderungen das Beste für seine Infrastruktur zusammenstellen.“

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