Die Vorteile eines Public Cloud Marketplace

Ein Cloud-Durcheinander darf es nicht geben

| Redakteur: Elke Witmer-Goßner

Flexibler Zugriff auf alle Anwendungen, Single-Sign-On oder Pay-per-Use sind nur drei von vielen Vorteilen des Cloud-Marktplatzes von Cancom/Pironet.
Flexibler Zugriff auf alle Anwendungen, Single-Sign-On oder Pay-per-Use sind nur drei von vielen Vorteilen des Cloud-Marktplatzes von Cancom/Pironet. (Bild: © fascinadora- Fotolia)

Offensichtlich sind die Zeiten der Cloud-Skepsis im deutschen Mittelstand vorbei: Die „Cloud wird zum de-facto-Modell“ (IDC) und damit auch die Public Cloud immer beliebter, wie nicht nur der aktuelle „Cloud Monitor 2017“ des Bitkom zeigt. Cloud Provider müssen sich auf diesen Public Cloud Boom einstellen – mit Angeboten, die auf die Anforderungen des Mittelstands zugeschnitten sind.

Auch der deutsche Multi-Cloud-Anbieter Cancom/Pironet hat sein Portfolio vor rund einem Jahr entsprechend erweitert und sein Private-Cloud-Angebot um ein Public-Cloud-Shop-Angebot ergänzt, den „BusinessCloud Marketplace“. Im Gespräch mit CloudComputing-Insider erläutert Khaled Chaar, Managing Director Business Strategy bei der Cancom-Tochter Pironet, welche Vorteile der Wolkenmarktplatz vor allem mittelständischen Unternehmen bietet.

CloudComputing-Insider: Warum wurde der Marketplace überhaupt gestartet und was waren die Hauptgründe dafür?

Khaled Chaar: Der wichtigste Grund waren unsere mittelständischen Kunden. In den Gesprächen, die wir täglich mit Entscheidern des Mittelstands führten, zeigte sich: Der Bedarf ist da. Mittelständische Unternehmen wollten nicht länger auf die Vorteile der Public Cloud verzichten mit mehr Flexibilität und weniger Kosten. Allerdings: Einfach verschiedene Public Clouds unterschiedlicher Anbieter buchen, konnte nicht die Lösung sein. Es darf kein Cloud-Durcheinander geben, bei dem Governance- und Compliance-Regeln im Unternehmen unterlaufen und somit unkontrollierbare Nutzungsrisiken eingegangen werden. Der Aufwand, um beispielsweise Bezugsverträge, Einkaufsprozesse, Service- und Support-Schnittstellen einheitlich zu gestalten, steigt dabei exponentiell mit der Anzahl der zu integrierenden Public-Cloud-Lösungen. Deshalb bieten wir mit dem Marketplace einen Single-Point-of-Contact, über den unsere Kunden alle verfügbaren Anwendungen von einem Ort aus beziehen können und bei dem sie stets die neueste Version der Software, Plattform oder Infrastruktur erhalten. Schatten-IT gehört damit der Vergangenheit an.

Was hat sich in einem Jahr seit dem Launch getan und wie hat sich der Marktplatz entwickelt?

Khaled Chaar, Cancom/Pironet.
Khaled Chaar, Cancom/Pironet. (Bild: ronald@biallas.de)

Khaled Chaar: Im Frühjahr 2016 starteten wir unseren BusinessCloud Marketplace mit SaaS-Lösungen. Inzwischen sind wir ein „Vollsortimenter“, wir bieten also auch IaaS und PaaS mit Service und Support aus Deutschland an. Die hohe Nachfrage zeigt: Wir haben den Nerv unserer Kunden getroffen. So können wir mittlerweile rund 10.000 Nutzer und eine Wachstumsrate von monatlich 25 Prozent verzeichnen – jede Woche gewinnen wir circa zehn neue Kunden, und zwar KMUs ebenso wie große Unternehmen. Besonders beliebt sind Office 365 Business, Exchange Online und G Suite. Bereits Ende 2016 konnten wir eine durchwegs positive Bilanz ziehen und bekamen obendrein noch viel Lob von Experton/ISG, die uns im Rahmen des Cloud Vendor Benchmarks als Rising Star einstuften. Das heißt: Uns wird von den Analysten eine bedeutende Marktposition neben den global agierenden Hyperscalern zugetraut.

Und was ist für die Zukunft geplant?

Khaled Chaar: In Zukunft möchten wir das bereits bestehende SaaS-, IaaS- und PaaS-Angebot erweitern. Vor allem das Portfolio an Apps für CRM und Security soll entsprechend der Kundennachfrage stark ausgebaut werden. Zudem wollen wir künftig nicht nur „Wolkiges“, sondern auch „Handfestes“ anbieten, sprich es werden auch mobile Endgeräte passend zu den Cloud-Lösungen auf Klick bezogen werden können. Und damit nicht nur deutsche Kunden von unserem Marketplace profitieren, werden wir ihn demnächst mit englischer Website internationaler gestalten.

Welche Vorteile hat ein Marketplace generell?

Khaled Chaar: Wie bereits angesprochen liegt einer der Hauptvorteile im Single-Point-of-Contact. Der Kunde kann sich seine Cloud-Landschaft individuell ganz nach seinen Anforderungen zusammenstellen – angefangen von den Geschäftsanwendungen großer Software-Hersteller wie Microsoft oder Google bis hin zu spezialisierten Applikationen europäischer Anbieter. Jedoch hat er für alle Clouds einen einzigen Login, einen einzigen Vertrag und eine einzige Rechnung, und zwar nur für die Ressourcen, die er tatsächlich genutzt hat, Stichwort Pay-per-Use. Das ist ein Riesenvorteil. Hinzu kommt: Bei Fragen sind wir einfach und schnell zu erreichen und bieten genau den erforderlichen Support – angefangen von einmaliger Unterstützung über fortlaufenden Service bis hin zu individueller Beratung. Selbstverständlich auf Deutsch. Nicht zu vergessen: Besondere Vorteile ergeben sich für Independent Software Vendors, kurz ISVs.

Inwiefern profitieren vor allem ISVs von einem solchen Public Cloud Shop?

Khaled Chaar: ISVs haben damit schnell und kostengünstig einen zusätzlichen Vertriebskanal. Sie sind so in der Lage, ihre SaaS-Angebote gemeinsam mit uns effizient zu vermarkten. Mit unserem Marketplace stellen wir eine Transaktionsplattform zur Verfügung, die alle erforderlichen Prozesse abdeckt, einschließlich aller Abläufe, die nach einer Buchung durch einen Endkunden im Rahmen der Auftragsabwicklung notwendig sind. Auch übernehmen wir zusätzlich den First-Level-Support bei Kundenfragen rund um die Apps.

Khaled Chaar ist Technologie-Evangelist beim deutschen Multi Cloud Provider Pironet. Als Managing Director Business Strategy analysiert er Märkte und Technologien, bewertet neue IT-Bezugsmodelle und hält Kontakt zu den Partnern der CANCOM-Tochter. Zudem informiert sich Khaled Chaar immer wieder gern vor Ort über die Neuigkeiten aus dem Silicon Valley.

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