Das Ziel der Enterprise-Cloud rückt in greifbare Nähe

Die zehn wichtigsten Trends im Cloud-Markt

| Autor / Redakteur: Matthias Zastrow * / Florian Karlstetter

Zehn aktuelle Cloud-Trends, zusammengetragen von Matthias Zastrow von Virtustream.
Zehn aktuelle Cloud-Trends, zusammengetragen von Matthias Zastrow von Virtustream. (Bild: © vallepu - Fotolia.com)

Vielfältige Angebote, sinkende Kosten und vereinfachtes Cloud-Management: Beim Cloud Computing zeichnen sich eine ganze Reihe von Verbesserungen ab. Um davon zu profitieren, müssen Anwenderunternehmen ihre Cloud-Strategie überprüfen und vor allem ihre Netze ausbauen.

Public oder Private Cloud? Diese Frage ist längst entschieden: Die Cloud der meisten Unternehmen ist heute hybrid. Und sie entwickelt sich in rasantem Tempo weiter. Das Ziel ist eine „Enterprise-Cloud“, die alle für das Unternehmen relevanten IT-Services auf einer einheitlichen Plattform bereitstellt. Begünstigt wird die Entwicklung zur Enterprise-Cloud vor allem von den folgenden zehn Trends:

1. Kostensenkung durch Abrechnung nach Verbrauch

Eines der Hauptargumente für die Cloud lautet: Bezahlt wird nur, was tatsächlich genutzt wird. Bislang basieren vielen Preismodelle allerdings auf der bereitgestellten Menge an Rechenleistung oder Speicherplatz und nicht auf den wirklich genutzten Ressourcen. Das ändert sich jetzt: Anwenderunternehmen erwarten von den Providern zunehmend mehr Transparenz und Flexibilität der Kosten durch die Abrechnung nach tatsächlichem Verbrauch. Spezielle Tools zur Visualisierung der Cloud-Nutzung, wie sie von einigen Providern bereits angeboten werden, helfen dabei. Das senkt die Kosten insgesamt und macht die leidige Diskussion über ihre interne Verteilung überflüssig.

2. Private Clouds auf Basis hyperkonvergenter Infrastrukturen

Virtualisierung, Standardisierung und automatisierte Provisionierung sind nur drei von vielen Voraussetzungen für eine funktionierende Cloud-Infrastruktur, über die viele IT-Verantwortliche in der internen IT nicht verfügen. Deshalb sind viele Private-Cloud-Projekte in der Vergangenheit an dem Aufwand für die benötigte Infrastruktur und deren Betrieb gescheitert. Hyperkonvergente Infrastrukturen hingegen versetzen Unternehmen in die Lage, die eigenen heterogenen Systeme zu einer privaten Cloud zu verknüpfen und in die Gesamtheit der Unternehmens-Cloud zu integrieren.

3. Mehr Cloud-Optionen für Unternehmen

Größe ist für viele Unternehmen ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl ihres Cloud-Providers. Das zeigt das permanente Wachstum großer Anbieter wie AWS, Google oder Microsoft. Doch daneben etablieren sich zunehmend auch Provider, die ihre Kunden stärker als Partner wahrnehmen und bedienen, als die weltweit agierenden Megacloud-Anbieter das können. Diese fokussieren sich auf bestimmte Branchen oder spezielle Regionen, beispielsweise Deutschland und Europa, die besondere Anforderungen an Qualität, Sicherheit und Compliance von Cloud-Diensten stellen. Dadurch können sie hochwertige Cloud-Services und den dazugehörigen Support zu wirtschaftlich attraktiven Konditionen anbieten und den Anwenderunternehmen neue Cloud-Optionen eröffnen.

4. Komplexe Systeme migrieren – übers Wochenende

Die Migration komplexer Anwendungen auf eine Public Cloud Plattform ist kein einfaches Unterfangen. Manche Experten rieten in der Vergangenheit sogar strikt davon ab. Doch nach den klassischen Web-Applikationen wollen Unternehmen vermehrt auch ihre Kernanwendungen in die Cloud migrieren. Der Markt bietet neue Tools und Services dafür. Auch erfahrene Anbieter setzen Tools und Prozesse ein, mit denen sich beispielsweise die Systeme eines Fortune-100-Unternehmens innerhalb von einem Wochenendes migrieren lassen.

5. Hybrid Cloud: Das Netzwerk macht den Unterschied

Nach Erkenntnissen von Forrester bezeichnen rund 60 Prozent der Unternehmen ihre IT als „hybrid“. Was viele dieser Unternehmen bislang nicht bedacht haben: In einer hybriden Cloud-Umgebung entscheidet die Leistungsfähigkeit der Netze, in welcher Qualität die Services beim Anwender ankommen. Immer mehr IT-Entscheider beschäftigen sich daher intensiv mit dem Auf- und Ausbau virtueller Netze, die den wachsenden Performance- und Sicherheitsanforderungen ihrer Unternehmen genügen.

6. Simplify Private Cloud Management

Je größer und komplexer eine Cloud Umgebung, desto wichtiger ist es, ihre einzelnen Bestandteile möglichst einfach managen zu können, um den Überblick über die komplette Infrastruktur zu behalten. Komplexe Software für das Management privater Clouds ist da fehl am Platz. Immer mehr Unternehmen setzen deshalb auf einfachere Tools. Oder sie gehen noch einen Schritt weiter und beziehen das Management ihrer Private Cloud selbst als Managed Service.

7. Eine neue Vielfalt macht SaaS attraktiver

Das zunehmende Interesse der Unternehmen an Software als Service aus der Cloud macht es lohnend, bestimmten Zielgruppen spezielle Versionen ihrer Lösungen anzubieten. Dabei handelt es sich sowohl um Branchenlösungen, als auch um Varianten, die auf die besonderen Bedürfnisse einzelner Regionen zugeschnitten sind. Gefördert wird die Entwicklung solcher Varianten durch Technologien wie Cloud Foundry und das Konzept der Microservices. Entscheidend ist, dass der Servicepartner über Erfahrung in den jeweiligen Regionen und Branchen verfügt.

8. China gibt dem Cloud Markt neue Impulse

Bislang agierten chinesische Firmen eher zurückhaltend in der Cloud. Das ändert sich jetzt. Die Marktkenner von Forrester sehen vor allem in der Bereitstellung von IoT-Services oder bei Blockchain-Diensten Potenzial. Hinzu kommt, dass die Wirtschaft im asiatischen Raum insgesamt stark in Cloud-Services für Endkunden investiert.

9. Die Containerisierung geht weiter

Container haben sich im Umfeld von Docker zu einem wichtigen Bestandteil von Cloud-Architekturen entwickelt. Alle bedeutenden Public-Cloud-Plattformen beinhalten bereits Container-as-a-Service. Ein wichtiger Treiber für die Verbreitung der Container-Technologie besteht darin, dass sie sowohl die Effizienz als auch die Sicherheit der Entwicklung von Cloud-Services erhöht. Allerdings ist das Management von Containern im IT-Betrieb noch eine große Herausforderung.

10. Sicherheit wird zum Kernbestandteil von Cloud Services

Matthias Zastrow ist Country Manager von Virtustream Germany
Matthias Zastrow ist Country Manager von Virtustream Germany (Bild: Virtustream)

Mit der zunehmenden Bedeutung von Cloud-Services für die Unternehmensprozesse wächst das Sicherheitsbedürfnis. Das haben auch die großen Player erkannt und entsprechend reagiert. Sie gehen dazu über, selbst Funktionen wie Cloud Security Gateways und Verschlüsselungstools zu implementieren, mit denen Nutzer ihre Daten vor unberechtigtem Zugriff schützen können. Damit folgen die großen Player dem Beispiel der Anbieter, die sich auf Cloud-Services für Branchen oder Regionen mit besonderen Sicherheitsanforderungen konzentrieren.

* Matthias Zastrow ist Country Manager von Virtustream Germany

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