Technologievielfalt im Bereich der Nutzer-Desktops

Die Realität beim Thema Workspace

| Autor / Redakteur: Simon Townsend, AppSense / Florian Karlstetter

Bei Nutzer-Desktops gibt es verschiedene Technologieansätze: von Virtual Desktop Infrastructure (VDI) und Desktop-as-a-Service (DaaS) über die Virtualisierung von Applikationen bis hin zu einer Reihe unterschiedlicher Geräte, die durch Bring-Your-Own-Initiativen ermöglicht werden.Letztlich kommt es aber darauf an, dem Anwender eine voll funktionsfähige Arbeitsumgebung zur Verfügung zu stellen.
Bei Nutzer-Desktops gibt es verschiedene Technologieansätze: von Virtual Desktop Infrastructure (VDI) und Desktop-as-a-Service (DaaS) über die Virtualisierung von Applikationen bis hin zu einer Reihe unterschiedlicher Geräte, die durch Bring-Your-Own-Initiativen ermöglicht werden.Letztlich kommt es aber darauf an, dem Anwender eine voll funktionsfähige Arbeitsumgebung zur Verfügung zu stellen. (© bluebay2014 - Fotolia.com)

Welche Technologie wird sich im Bereich Nutzer-Desktops durchsetzen? Simon Townsend, Chief Technologist bei AppSense, bewertet die aktuelle Debatte zum Thema Workspace: Welche Technologie wird sich letzten Endes gegen den konventionellen PC durchsetzen, der momentan die Büro-Arbeitsplätze in Unternehmen monopolisiert?

Verschiedene Technologien - von Virtual Desktop Infrastructure (VDI) und Desktop-as-a-Service (DaaS) über die Virtualisierung von Applikationen bis hin zu einer Reihe unterschiedlicher Geräte, die durch Bring-Your-Own-Initiativen ermöglicht wurden - haben in den letzten Jahren behauptet, dass eine entscheidende Wende bevorstünde. Doch trotz der Kampagnen dominiert der physische PC noch immer das Unternehmen.

Warum ist das so? Im Folgenden werden einige Gründe betrachtet, warum es in der nächsten Zeit keinen eindeutigen Gewinner im Bereich der Workspace-Lösungen geben wird. Die Folgen für die IT-Teams in den Unternehmen in Hinblick auf die Verwaltung von Nutzern, Geräten und Applikationen für maximale Effizienz und Produktivität werden ebenfalls beleuchtet.

Virtualisierung schreitet fort

Verschiedene Beobachter haben in den vergangenen fünf Jahren vorausgesagt, dass VDI die Standardmethode für die Bereitstellung der Workspaces von Nutzern sein wird. Das kann sich noch als richtig erweisen, aber es passiert wahrscheinlich nicht in nächster Zeit.

Beispielsweise ergab eine von AppSense durchgeführte Befragung von IT-Entscheidern in 100 britischen Unternehmen im Juni diesen Jahres, dass der aktuelle durchschnittliche Einsatz virtualisierter Desktops, ob VDI oder sein Cloud-Cousin, Desktop-as-a-Service (DaaS), bei nur 23 Prozent der gesamten Desktop-Umgebungen liegt. Darüber hinaus besteht der bevorzugte Mix für das optimale Desktop-Management der Befragten aus 61 Prozent physischer und 39 Prozent virtueller Desktops. Nur fünf Prozent der Befragten waren der Meinung, dass alle Desktops virtualisiert werden sollten.

Wenn die wichtigsten Anbieter, wie Amazon, Citrix, Microsoft und VMware DaaS-Angebote einführen, wird es innerhalb der Unternehmen unweigerlich weiterverbreitete DaaS-Roll-outs geben. Allerdings hängt dies in gewissem Maß davon ab, wie Unternehmen Infrastructure-as-a-Service (IaaS) annehmen. Die Technologie bietet zusätzliche Flexibilität sowie Skalierbarkeit und ist im Zusammenhang mit der wachsenden Nutzung öffentlicher Cloud-Dienste durch Unternehmen für die Einführung gut geeignet.

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Diese Roll-outs dauern jedoch lange. Basierend auf einer Studie von AppSense wird die Mehrheit der Unternehmen, aufgrund ihrer vorhandenen Investitionen in PCs und Software, zusätzlich noch immer einen Mix aus physischen und virtuellen Portalen beibehalten.

Applikation, Applikation, Applikation

Die Applikationsvirtualisierung wurde als die Lösung für alle Kompatibilitätsprobleme diskutiert, die es älteren Applikationen ermöglicht, auf neueren OS-Plattformen zu laufen. Auch wenn sie unter bestimmten Umständen nützlich sein kann, ist die Technologie dennoch kein Patentrezept und wird oft durch den Mangel an QS-Tests beeinträchtigt, weshalb Anwender durch Funktionen, die nicht richtig laufen, frustriert sind.

Jedoch kann nicht alles virtualisiert werden: In einigen Fällen funktioniert die Applikation womöglich gar nicht oder sie beruht auf Links zu anderer Software oder anderen Geräten, die auf dem neueren Betriebssystem nicht laufen können, was ihre Funktionen und Nützlichkeit einschränkt. Auch, wenn sie funktioniert, kann die Softwarelizenz des Anbieters speziell die Virtualisierung verbieten, wodurch das Unternehmen ohne Support für die Applikation dastünde.

Was hat Bring your own Device (BYOD) gebracht?

Seit über fünf Jahren wird über die Folgen der Consumerization und Bring your own Device (BYOD) für Unternehmen debattiert. Lässt man die Sicherheitsüberlegungen für einen Augenblick außen vor, stehen Unternehmen mit BYOD-Richtlinien vor einer großen Herausforderung. Hierunter fällt die Verwaltung und der Support der verschiedenen Betriebssysteme, Applikationsportale und Nutzerprofile, die eine Reihe von Endgeräten der Benutzer betrifft.

Des Weiteren stehen steuerrechtliche und gesetzliche Fragestellungen im Raum, die weitere Hürden für Unternehmen bedeuten, die firmeneigene Geräte mit BYO ersetzen wollen. BYOD löst also keine Workspace-Probleme: Es ist nur eine andere Art der Beschaffung von Endgeräten für ein Unternehmen, die noch mehr Aufwand für das IT-Team bedeutet.

Die Lösung des „UND-Problems“

Der Autor: Simon Townsend ist Chief Technologist bei AppSense.
Der Autor: Simon Townsend ist Chief Technologist bei AppSense. (Bild: AppSense)

Die Krux ist, dass sich der Benutzer-Workspace ständig weiterentwickelt – zu etwas, was als das „UND-Problem“ bezeichnet werden kann. Entwickelt hat es sich aus der Tatsache, dass ältere Technologien selten vollständig ersetzt werden. Stattdessen wird sie ständig erweitert, was bedeutet, dass es in den meisten Unternehmen keine einzelnen, dominanten Technologien oder Ansätze gibt.

Ein Fakt, der den IT-Teams Kopfschmerzen bereitet, denn sie müssen auch hybride Umgebungen mit einer Mischung aus gutverwalteten physischen Windows „UND“ virtuellen Desktops „UND“ Laptops „UND“ Macs „UND“ mobilen Geräten verwalten.

Der einzige gemeinsame Faktor in diesen gemischten Workspace-Umgebung ist der Bedarf an effizientem Management von Richtlinien und Benutzerprivilegien: Für jedes Gerät, das sich mit den Unternehmensressourcen verbindet, müssen die Benutzerprofile verwaltet werden, muss geregelt sein, worauf die Anwender Zugriff haben und worauf nicht und welchen IT-Richtlinien sie unterworfen sind. Am Ende muss auf jeden Fall eine einheitliche User Experience stehen. Ohne dieses effektive Management werden Mitarbeiter vom uneinheitlichen Zugriff auf Applikationen und Ressourcen frustriert, zehrt die Flut von Support-Problemen die Bandbreite des IT-Teams auf und die Sicherheitsprobleme wachsen.

Da es unwahrscheinlich ist, dass es bei der Desktop-Debatte einen klaren Gewinner gibt, müssen Unternehmen sich darauf konzentrieren, dass ihre Mischumgebungen so effizient wie möglich funktionieren. Dies bedeutet, die richtigen Tools und Prozesse bereitzustellen, um alle Workspace-Arten, die im Einsatz sind, zentral zu steuern, zu verwalten und so anzubieten, dass sie der Benutzerakzeptanz entsprechen und eine effiziente User Experience liefern.

Vielleicht ist es an der Zeit, die Stärken der verschiedenen Ansätze für Desktops und Applikationen anzuerkennen und sich auf das bestmögliche Ergebnis - sowohl aus Sicht des Unternehmens als auch aus Sicht des Anwenders- zu konzentrieren.

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