Aktuelle Entwicklungen im Cloud-Markt

Die Cloud-Revolution ist vorbei

| Autor / Redakteur: Manoj Karanth * / Florian Karlstetter

Immer mehr Daten und Anwendungen migrieren in externe Rechenzentren. So rücken auch Aspekte wie verstärkte Automatisierung und integriertes Monitoring immer mehr in den Fokus.
Immer mehr Daten und Anwendungen migrieren in externe Rechenzentren. So rücken auch Aspekte wie verstärkte Automatisierung und integriertes Monitoring immer mehr in den Fokus. (Bild: © Alexey Protasov - Fotolia.com)

Die Cloud-Revolution hat auf breiter Front gesiegt. Für Unternehmen ist es heute selbstverständlich geworden, nicht mehr über das Ob zu diskutieren, sondern über die Optimierung vorhandener Services und die Migration neuer Workloads.

Manoj Karanth, Head of Big Data, Analytics, CloudDevOps und Digital Business bei Mindtree gibt einen Einblick, in welche Richtung sich der Markt 2017 entwickeln wird.

Bedenken gegen die Cloud gab es viele: Reicht das Wissen meiner Mitarbeiter aus, um eine komplexe Cloud-Lösung zu administrieren? Sind Cloud-Services sicher? Wer schützt meine Daten? Kann ich mich darauf verlassen, dass meine Anwendungen in der Cloud zuverlässig funktionieren? Was kostet mich der Umstieg? Um die Cloud-Revolution auf den Weg zu bringen, bedurfte es insofern nicht nur technischer Expertise, sondern auch sorgfältiger Überzeugungsarbeit. Die Cloud-Revolution war eine echte Revolution, weil es tatsächlich darum ging, gegen veraltete Denkweisen anzukämpfen und einem völlig neuen Konzept zur Durchsetzung zu verhelfen.

Mittlerweile hat sich der Wind aber gedreht. Unternehmen haben das Potenzial der Cloud erkannt und suchen unablässig nach neuen Use Cases und Einsatzmöglichkeiten. Es geht nun weniger darum, sie vom Nutzen der Cloud zu überzeugen, sondern sie bei der Umsetzung neuer Lösungen zu unterstützen. Dieser Befund gilt nicht nur für Industrienationen, sondern auch für Entwicklungs- und Schwellenländer, wie eine im April 2016 durchgeführte weltweite Umfrage von Harvard Business Review zeigt. 85 Prozent aller Unternehmen planen demnach, in den kommenden drei Jahren Cloud-Tools einzusetzen. Die Cloud-Revolution ist also vorbei – denn sie hat auf breiter Front gesiegt.

Eine neue Herangehensweise

Was folgt nach der Cloud-Revolution? Wir befinden uns im digitalen Zeitalter. Unternehmen sehen in ihrer IT-Abteilung nicht länger einen lästigen Kostenfaktor, den es so klein wie möglich zu halten gilt. Im Gegenteil: Die IT gilt heute als Wachstumsmotor und als entscheidender Erfolgsfaktor bei der Umsetzung digitaler Geschäftsmodelle. Die Cloud spielt hierbei eine wichtige Rolle. Sie beschleunigt Geschäftsprozesse und macht sie flexibler, fördert Innovation und eröffnet neue Formen der Zusammenarbeit.

Wie das konkret aussehen kann, zeigen Unternehmen wie Uber und Airbnb. Mit ihren cloud-basierten Plattformen haben sie die Kluft zwischen Anbietern und Abnehmern von Dienstleistungen verringert – und damit die Hotel- und die Transportbranche, zwei jahrhundertealte Wirtschaftsbereiche, komplett auf den Kopf gestellt. Von derart erfolgreichen Beispielen lässt sich viel lernen, etwa über die Bedeutung von Nutzerfreundlichkeit und Kundennähe bei der Ausgestaltung neuer Services. Ohnehin ist es für die meisten Unternehmen sinnvoll, die Expertise von Dritten hinzuzuziehen und sich an erprobten Best-Practice-Lösungen zu orientieren. Denn nicht selten mangelt es ihnen an Erfahrung im Umgang mit Cloud-Technologien.

Vier Cloud-Trends für 2017

Dass die Cloud-Revolution erfolgreich war, bedeutet mitnichten, dass die Entwicklung jetzt zum Stillstand kommt. Innovative Unternehmen entwickeln auch weiterhin neue cloud-basierte Services und Geschäftsmodelle, aber auch für alle anderen Marktteilnehmer tun sich regelmäßig neue Chancen und Investitionsfelder auf. Vier Trends werden im Jahr 2017 ganz besonders wichtig sein:

Migration ins Rechenzentrum

Ergänzendes zum Thema
 
Über Mindtree

Immer mehr Daten und Anwendungen migrieren in externe Rechenzentren. Das Angebot an zuverlässigen Infrastructure-as-a-Service-Lösungen (IaaS) ist mittlerweile breit gefächert, die Sicherheit in der Cloud entspricht oft höchsten Standards und komfortable Migrationstools stehen zur Verfügung. Dank dieser Tools hat sich der Kosten- und Zeitaufwand für Umzüge erheblich reduziert. Unternehmen entscheiden sich deshalb wesentlich häufiger für eine Migration als früher.

Neue Workloads und PaaS

Viele Unternehmen, die anfangs nur einzelne Services in die Cloud umgezogen hatten, suchen nun nach Möglichkeiten, auch andere Workloads zu migrieren. Kollaborationstools, das Internet der Dinge und Big Data sind hier die wichtigsten Wachstumsfelder. Um sich auf ihre Geschäftsanwendungen zu konzentrieren, setzen Unternehmen hierbei verstärkt auf Platform-as-a-Service-Modelle (PaaS).

Kontinuierliche Verfügbarkeit

In den vergangenen Monaten wurden neue Architekturen in den Bereichen SaaS, OLTP und Big Data immer stärker auf kontinuierliche Verfügbarkeit getrimmt. In der Praxis bedeutete das: Cloud-Computing rückt weiter ins Zentrum. Der übliche Stack bestand dabei aus Spring Boot und Node.js als Grundlage für Micro Services, dazu ein container-basiertes Deployment über Docker in Kombination mit Container-Orchestration-Engines wie Kubernetes on Apache Mesos oder OpenShift. Es steht zu erwarten, dass dieser Stack 2017 noch stärker an Popularität gewinnen wird.

Cloud-Monitoring und –Management

Im Jahr 2017 geht es für viele Unternehmen nicht mehr so sehr darum, sich die Cloud als Technologie anzueignen – das haben sie längst getan. Entscheidend ist nun, sie für die eigenen Zwecke zu optimieren. Hierbei stehen etwa Aspekte wie verstärkte Automatisierung und integriertes Monitoring – über Anwendungen und Infrastrukturen hinweg – im Fokus.

Manoj Karanth von Mindtree.
Manoj Karanth von Mindtree. (Bild: Mindtree)

Fazit

Die Cloud ist aus den IT-Landschaften des digitalen Zeitalters nicht mehr wegzudenken. Auf ihren revolutionären Aufstieg folgt nun eine evolutionäre Weiterentwicklung der cloud-basierten Geschäftsmodelle und Lösungen. Unternehmen suchen heute nach Möglichkeiten, ihre bestehenden Cloud-Services noch performanter, zuverlässiger oder sicherer zu machen, und planen gleichzeitig die Migration weiterer Workloads. 2017 wird deshalb ein Jahr sein, in dem Detailfragen der Cloud-Nutzung verstärkt in den Vordergrund rücken – ohne dass das große Ganze dabei aus dem Fokus gerät.

* Manoj Karanth ist Head of Big Data, Analytics, CloudDevOps und Digital Business bei Mindtree

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44521631 / Business Process Management)