Durch Neu-Erfindung zum nachhaltigen Erfolg

Die Cloud: Jungbrunnen für Unternehmen

| Autor / Redakteur: Stephen Orban * / Florian Karlstetter

Alles neu macht die Cloud: Im Rahmen einer Cloud-Migration haben Unternehmen die Chance, ihre Belegschaft, ihre Prozesse, ihre Technologien und auch ihre Unternehmenskultur „neu zu erfinden“.
Alles neu macht die Cloud: Im Rahmen einer Cloud-Migration haben Unternehmen die Chance, ihre Belegschaft, ihre Prozesse, ihre Technologien und auch ihre Unternehmenskultur „neu zu erfinden“. (Bild: gemeinfrei (pixabay / art130405) / CC0)

Die Migration in die Cloud ist längst nicht mehr nur eine rein technologische Angelegenheit. Es handelt sich auch um eine kulturelle und geschäftliche Transformation. Firmen müssen sich neu erfinden, oder laufen Gefahr, hinter dem Wettbewerb zurückzufallen.

Früher verlief der Weg in die Cloud meist schrittweise. Ein kleines Projekt hier, eine Abteilung dort, und irgendwann war schließlich das gesamte Unternehmen in der Cloud. Heute beginnen die meisten großen Cloud-Migrationen mit einem Business-Case, der den Abschluss in irgendeiner Weise quantifiziert. So galt beispielsweise bei der US-amerikanischen News Corp die Vorgabe, 75 Prozent der Infrastruktur innerhalb von drei Jahren in die Cloud zu migrieren, um 100 Millionen US-Dollar jährlich einzusparen.

Ähnlich sieht es mittlerweile bei vielen Unternehmen auf der ganzen Welt aus. 75 bis 90 Prozent der IT-Infrastruktur sollen in die Cloud migriert werden, idealerweise innerhalb der nächsten drei Jahre. Aber eine Cloud-Migration ist eben nicht bloß ein Business-Case, der einfach abgehandelt werden kann. Vielmehr können Verantwortliche vorhandene Prozesse und Lösungen prüfen, sie hinterfragen sowie gegebenenfalls nicht einfach nur auslagern, sondern sogar unter Berücksichtigung der erweiterten Möglichkeiten neugestalten.

Alles neu macht die Cloud

Im Rahmen einer Cloud-Migration haben Unternehmen also die Chance, ihre Belegschaft, ihre Prozesse, ihre Technologien und sogar ihre Unternehmenskultur „neu zu erfinden“. So gesehen ist der Schritt weg von „On-Premises“ und hinein in die Cloud ein echter Jungbrunnen für Firmen – wenn sie ihn denn aus voller Überzeugung gehen. Nicht umsonst fallen schließlich jedes Jahr zwischen 20 und 50 Konzerne aus dem Fortune 500 Ranking. Denn wer nicht mit den technologischen Entwicklungen Schritt hält, wird vom Wettbewerb überholt und versinkt im schlimmsten Fall in der Versenkung.

Einer der echten Pioniere in der Cloud und ein Vorbild für alle Unternehmen, die den Schritt in die Wolken gehen wollen, ist Netflix. So hatte sich der jetzige Streaming-Anbieter ursprünglich mit dem Versand von DVDs und Blu-rays einen Namen gemacht – bis im August 2008 ein gravierender Datenbankausfall das Unternehmen zum Umdenken zwang.

Vom Boden in luftige Höhen

Ganze drei Tage war Netflix nicht in der Lage, Silberscheiben an seine Kunden auszuliefern. Massive Umsatzeinbußen waren die Folge. Daher entschieden sich die Verantwortlichen dazu, die altbewährten Rechenzentren mit ihren lokal gespeicherten Datenbanken einzumotten und auf eine – zur damaligen Zeit noch – neue und in dem Umfang vergleichsweise kaum bewährte Technologie zu setzen.

So hat Netflix gemeinsam mit den Cloud-Computing-Experten von Amazon Web Services die gesamte IT-Infrastruktur in die Cloud migriert, im Januar 2016 wurde auch das letzte physikalische Rechenzentrum stillgelegt. Natürlich war dieser Weg nicht einfach. Es mussten viele neue Systeme entwickelt und Fähigkeiten gelernt werden. Dafür ist Netflix dank AWS jetzt auch eines der führenden Unternehmen im Bereich Video-Streaming. Dieser Erfolg wäre wohl nicht möglich gewesen, ohne dass sich der Streaming-Experte neu erfunden hätte.

Vom Wandel zum Besseren

Generell eröffnen sich jedem Unternehmen, das den Schritt in die Wolke wagt, neue Möglichkeiten. Egal ob sie nun einfach nur ihren IT-Fußabdruck minimieren, also Kosten senken, oder ihr komplettes Geschäftsmodell auf Vordermann bringen, also Produkte und Dienstleistungen optimieren. Und dann gibt es noch die Konzerne, die tatsächlich feststellen, dass sie erst – oft unter Zwang, beziehungsweise ohne Alternative – in die Cloud gehen müssen, um ein ungeahntes Optimierungspotenzial zu erschließen.

Stephen Orban, Head of Enterprise Strategy, Amazon Web Services.
Stephen Orban, Head of Enterprise Strategy, Amazon Web Services. (Bild: Amazon Web Services)

Jede erfolgreiche Migration in die Cloud sorgt darüber hinaus dafür, dass es auch immer mehr Unternehmen gibt, die sich bereits frühzeitig zu „Cloud-first“ bekennen. Sie rufen also bereits den Cloud-first-Zustand aus, sobald der Vertrag zur Migration unterschrieben ist. Andere Firmen hingegen warten ab, bis es eine eigene Cloud-Abteilung gibt, eigene Cloud-Services entwickelt wurden und sämtliche Rechenzentren vollständig umgezogen sind.

Natürlich kann man nicht jedes Unternehmen mit Netflix vergleichen. Und für jedes Unternehmen, das eine langsame und schrittweise Migration durchzieht, gibt es auch viele, die eher das Rehosting (auch „Lift-and-Shift“ genannt) bevorzugen, um eine schnellere Migration zu erreichen. Dabei haben sowohl Rehosting als auch der komplette Neuanfang in der Cloud Vor- und Nachteile. Bei beiden Ansätzen sind jedoch die Unternehmensverantwortlichen gefragt, offen auf Zweifler zuzugehen und den unbedingten Willen zum Wandel in das gesamte Unternehmen zu tragen. Denn ohne diesen ist jede Transformation – ob digitale oder andere – zum Scheitern verurteilt.

* Stephen Orban, Head of Enterprise Strategy, Amazon Web Services

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