Telekom und Huawei liefern mobiles Rechenzentrum

Die Cloud im rollenden Container

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Florian Karlstetter

Mit eingebauter Kühlung und optionalen Generatoren lässt sich die „Cloud auf Rädern“ weitgehend autark betreiben.
Mit eingebauter Kühlung und optionalen Generatoren lässt sich die „Cloud auf Rädern“ weitgehend autark betreiben. (Bild: Srocke)

Gemeinsam wollen Deutsche Telekom und Huawei ab 2016 eine marktreife Public Cloud anbieten. Noch bevor sie ihre „digitale Seidenstraße“ gepflastert haben, schickten die Partner eine flexible und private „Cloud auf Rädern“ durch Deutschland.

Auf den ersten Blick nicht als Wolke zu erkennen war das, was Deutsche Telekom und Hardwarepartner Huawei kürzlich als „Cloud auf Rädern“ durch Deutschland touren ließen: Ein Sattelzug, dessen Trailer einen Container voll mit Rechenzentrumstechnik trug. Kunden sollen solch ein mobiles und vorkonfiguriertes Rechenzentrum binnen einer Woche in Betrieb nehmen.

Das Angebot ist nicht mit der kürzlich vorgestellten Telekom-Public-Cloud zu verwechseln, die zur CeBIT 2016 allgemein verfügbar werden soll. Nichtsdestotrotz versprechen die Partner mit dem Container eine vollkommen flexible Lösung. Mit der können Unternehmen wahlweise eigene Rechenzentrumsressourcen aufstocken und weiter selbst verwalten. Alternativ lasse sich damit eine Art Blackbox buchen, über die bereits fertige Services bereitgestellt werden – geliefert würden diese dann nicht per Wide Area Network, sondern aus dem Container auf dem eigenen Firmengelände. Als Integrationspartner hierfür agieren Deutsche Telekom respektive deren Geschäftskundensparte T-Systems.

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Damit könne der Container beispielsweise dort eine klassische Cloud ersetzen, wo keine ausreichenden Breitbandverbindungen verfügbar sind – sei es auf Bohrinseln oder kurzzeitigen Konzertevents. Zudem tauge das Produkt als Überbrückungslösung bei Firmenumzügen und könne helfen, strenge Datenschutzbestimmungen zu erfüllen

Die Stromversorgung erfolgt per 380V/50Hz, 380V/60Hz oder 480V/60Hz; wo keine entsprechenden Leitungen liegen, liefern optionale Generatoren elektrische Energie. Gegebenenfalls benötigen die Container zudem einen Wasseranschluss zur Kühlung.

Die von der Huawei-Unit „Network Energy“ verantworteten Container sind in Formaten von 20 sowie 40 Fuß erhältlich und lassen sich auch miteinander koppeln oder übereinander stapeln. Die Lebensdauer eines Containers beziffert der Ausrüster mit 15 Jahren und denkt dabei auch an den Einsatz in rauen Umgebungen, wie auf Ölplattformen.

Im Gegensatz zu reinen Transportbehältnissen wurden die Rechzentrums-Container für den Einsatz als mobiles Datenzentrum vorbereitet. So gibt es Anschlüsse für Erdung und Versorgungsleitungen. Ein gedämpfter Boden schützt das Equipment im Inneren vor Erschütterungen beim Transport.

Die verbaute Hardware stammt durchgehend von Huawei. Das Komplettangebot aus einer Hand beinhalte dabei neben Servern, Storage und Switches auch Komponenten für Klimatisierung und Stromversorgung samt USV. Das Kühlkonzept ist mit dem eines regulären Serverraums vergleichbar: Jedes Rack verfügt über eigene, abgeschlossene Kühlungen; Trennungen sorgen dafür, dass keine Kaltluft ungenutzt entweichen kann.

Zu den Investitionskosten macht Huawei keine konkreten Angaben und verweist auf individuelle und sehr spezielle Projektanforderungen; auf Grund einer deutlich geringeren Stellfläche und einer besseren Energieeffizienz (Huawei strebt stets einen PUE-Wert „unter 1,5“ an) ließen sich die mobilen Rechenzentren aber kostengünstiger betreiben als stationäre Installationen.

Für Kunden mit freien Innenräumen hat Huawei übrigens auch eine Indoor-Version seines modularen Konzeptes im Portfolio. Die Produktlinie IDS 2000 solle man sich als Container-Rechenzentrum ohne Metallhülle vorstellen. Soll es unbedingt ein Container sein, bieten sich Anwendern übrigens auch noch Alternativen weiterer Hersteller. Während Oracle die einst von Sun angebotenen Container nicht mehr listet, hatte Infotech erst zur CeBIT 2015 den Container MDC40 vorgestellt.

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