DevOps als Motor

Deutsche Unternehmen lassen Umsatzchancen liegen

| Autor: Elke Witmer-Goßner

Deutsche Unternehmen lassen DevOps-Projekte, als eine wichtige Voraussetzung für künftiges Wachstum, noch zu oft schleifen.
Deutsche Unternehmen lassen DevOps-Projekte, als eine wichtige Voraussetzung für künftiges Wachstum, noch zu oft schleifen. (Bild: Sergey Nivens, Fotolia)

Unternehmen, die keinen Business-getriebenen Ansatz für Softwareentwicklung, Steuerung der IT und Verfügbarkeit von IT-Ressourcen umsetzen, werden in der Application Economy nicht bestehen.

Davor warnt eine von CA Technologies in Auftrag gegebene weltweite Studie. Gerade deutsche Unternehmen versäumen es, Schlüsselkriterien für mehr Umsatzwachstum zu adressieren. Und die liegen – so ein wesentliches Ergebnis der Freeform Dynamics Studie „Assembling the DevOps Jigsaw“ – in der DevOps-Methodologie. Die weltweit 1.442 befragten IT- und Business-Führungskräfte, davon 506 Entscheider aus Europa, bewerten DevOps als probates Mittel, um einen Wettbewerbsvorteil zu erzielen.

Unternehmen müssten heute – als Mitspieler in einer neuen Application Economy – schneller und flexibler darauf reagieren können, dass die digitale Interaktion mit Kunden, Partner und Lieferanten immer häufiger über Anwendungen, Apps oder Online-Services stattfindet, erklärt Sven Mulder, Vice President Area Sales und Country Manager Germany bei CA Technologies. Die Überwindung traditioneller Barrieren zwischen IT-Entwicklung und operativem Geschäft sei da nur recht und billig.

Unternehmen, die DevOps implementiert haben, können neue Anwendungen und Verbesserungen schneller realisieren. In Kombination mit kontinuierlichem Feedback und Optimierungen sind Unternehmen damit in der Lage, die Kundenerfahrungen zu verbessern und die Time-to-Value zu reduzieren. Gleichzeitig kann die IT viel proaktiver zum Unternehmenserfolg beitragen.

Grundvoraussetzungen nicht erfüllt

Die Studie listet die Kernfähigkeiten für den Erfolg von DevOps auf, die sich in drei Bereiche kategorisieren lassen: ein bestehender Business-Ansatz, qualifizierte Mitarbeiter, die gut zusammenarbeiten, und die Einführung von Schlüsselfunktionen zum Management von DevOps. Deutsche Unternehmen erfüllen die Voraussetzungen in allen drei Bereichen nicht.

Zwar sind beispielsweise 91 Prozent der Unternehmen der Meinung, dass es wichtig sei, die Business-Prioritäten in der IT-Abteilung zu kennen, aber nur 32 Prozent der Befragten haben tatsächlich schon einen Prozess implementiert, der dies gewährleistet. 89 Prozent halten funktionsübergreifende Prozesse innerhalb der IT für wichtig – allerdings ist dies nur bei 30 Prozent Realität. Die richtigen Kontrollmechanismen zu haben, ist ebenfalls für eine deutliche Mehrheit (84 Prozent) von zentraler Bedeutung, um den Sicherheits- und Compliance-Herausforderungen der DevOps Methodologie zu begegnen. Nur ein Drittel haben diese aber auch implementiert.

Ein Teil dieser Lücke lässt sich durch die kulturellen Unterschiede innerhalb von IT-Abteilungen erklären. Für 80 Prozent der Organisationen ist es daher enorm wichtig, die Barrieren zwischen den Entwicklungs- und Operations-Teams zu verkleinern oder ganz aufzuheben. Doch nur eine Minderheit von 20 Prozent hat bereits alle Hürden dieses kulturellen Wandels überwunden – es braucht Zeit und Geduld, um die traditionellen Grenzen, etablierten Denkweisen und lang andauernden Revierkämpfe hinter sich zu lassen.

Die Studie identifiziert zudem eine Gruppe fortschrittlicher DevOps-Unternehmen („Advanced DevOps Adopters“): Dies sind Organisationen, die bereits in allen Teilen des „Puzzles“ die DevOps Methodologie oder mindestens sechs Teile davon umsetzen. Allerdings fallen nur zehn Prozent der deutschen Firmen in diese Kategorie. Damit ist Deutschland das Schlusslicht hinter der Schweiz (23 Prozent), Spanien (13 Prozent), Italien und Frankreich (jeweils 12 Prozent) sowie Großbritannien mit elf Prozent.

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