Marktkommentar über die Wahl des richtigen Cloud-Betriebsmodells

Der steinige Weg von der Public in die Private Cloud

| Autor / Redakteur: John Landau * / Florian Karlstetter

Es muss nicht ein „entweder-oder-Ansatz“ sein: oft empfiehlt sich eine Kombination aus öffentlicher (Public) und unternehmenseigener Private Cloud.
Es muss nicht ein „entweder-oder-Ansatz“ sein: oft empfiehlt sich eine Kombination aus öffentlicher (Public) und unternehmenseigener Private Cloud. (© frank peters)

Laut einer Studie der Unternehmensberatung Wolfgang Martin Team und des Fachbereichs KOM der Technischen Universität Darmstadt zum Thema Cloud Computing haben bereits knapp 40 Prozent der befragten deutschen Unternehmen eine Form der Cloud Computing-Technologie im Einsatz – Tendenz stark steigend.

Auf welche Weise Internetbasierte IT-Services den Unternehmensmarkt stürmen werden – als öffentliche Public Clouds oder als unternehmenseigene Private Cloud – wird noch immer hitzig diskutiert.

Die Mehrheit der befragten Unternehmen (33 Prozent) gab an, den Einsatz einer Hybrid Cloud zu bevorzugen. Obwohl Public und Private Clouds oftmals als „entweder-oder-Ansatz“ dargestellt werden, verdeutlicht dies, dass Firmen momentan und wahrscheinlich auch künftig beide Formen für verschiedene Zwecke einsetzen werden. Es ist zu erwarten, dass die Vorteile einer Private Cloud innerhalb der nächsten ein bis zwei Jahre mehr wahr genommen werden. Aktuell steht die Private Cloud noch am Anfang ihrer Entwicklung und der Markt weiß noch nicht wirklich, welche Erwartungen er in das Modell haben kann.

Viele Cloud-Anbieter haben dies erkannt. Sie fahren den Ansatz, mit einer Public Cloud zu beginnen und auf ein Private Cloud-Modell umzustellen, sobald sich konkrete Markterwartungen abzeichnen. Tatsächlich werden sich viele Kunden erst für eine eindeutige Private Cloud-Strategie für ihr Unternehmen entscheiden, nachdem sie im Vorfeld bereits signifikante Erfahrungen mit Public Cloud-basierten Tools und Applikationen gemacht haben.

Eine Vielzahl der etablierten Unternehmen in Industrieländern führen ihre Geschäftsprozesse über standortgebundene Rechenzentren. Der Umzug dieser Unternehmensdaten und -prozesse in eine Private Cloud kann zu großen Investitionen in Hardware, Software und Speicher führen. Viele sind diesem kostspieligen und komplexen Unterfangen jedoch nicht gewappnet.

Desweiteren sieht sich jedes standortbezogene Unternehmen, das die Umstellung vornehmen möchte, mit einer einzigartigen, individuellen IT-Herausforderung konfrontiert. Erhebliche „on-off-Implementierungen“ und umfangreiche Unternehmensbezogene Überarbeitungen können von Nöten sein, um das Projekt zum Erfolg zu führen. Aus diesem Grund kann die Migration von langjährigen standortbezogenen Systemen in eine Private Cloud eine kostspielige Herausforderung an die eigenen, bestehenden IT-Fachleute darstellen. Die interne Verstärkung der Cloud-Expertise oder die langfristige Einbeziehung von Cloud Computing Integratoren ist oftmals unumgänglich.

Kunden in Schwellenländern sind hingegen flexibler, wenn es darum geht, Cloud auf die Weise zu implementieren, dass es sich mit dem eigenen Geschäftsmodell deckt. Sie haben mehr Freiheiten, um Cloud-Tools und –Applikationen für ihre gesamte Infrastruktur anzuwenden. Für diese Kunden wäre sogar eine exklusive Private Cloud weniger teuer als für Unternehmen, deren Migration von hohen Investitionen in ihre bestehenden Rechenzentren begleitet wird.

Um dieser wachsenden und allgemein bekannten Nachfrage zu begegnen, erhöhen traditionelle standortbezogene Managed Service Providers (MSPs) ihre Cloud-Angebote und stürmen den Markt. Ob sie damit Erfolg haben werden, hängt vollständig von ihrem Erfahrungsniveau und Fähigkeiten sowohl im Cloud als auch im Enterprise Computing ab. Wie bereits bei vorangegangenen Technologieanwendungstrends, wird auch diesmal nur der stärkste und qualifizierteste überleben.

Unabhängig davon ob Unternehmen Public, Private oder Hybrid Clouds einsetzen, über den Erfolg entscheiden einzig und allein quantifizierbare Geschäftsergebnisse. Das gewählte Cloud-Modell hängt von den Anforderungen des Unternehmens ab und wie effektiv es die Balance zwischen Risiko, Kosten, Timing und Ressourcen zu finden.

Der Autor

John Landau, Senior VP, Technology and Services Evolution, Tata Communications
John Landau, Senior VP, Technology and Services Evolution, Tata Communications

John Landau ist Senior Vice President, Technology and Services Evolution bei Tata Communications.

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