Initiativen zur europäischen Cloud-Abgrenzung

Datenschutz made in Europe

| Autor / Redakteur: Michael Matzer / Florian Karlstetter

Dass man sich gegen Datenklau schützen muss, ist spätestens seit den Enthüllungen durch Edward Snowden deutlich geworden. Verschiedene Initiativen streben daher verbindliche Richtlinien auf nationaler und europäischer Ebene an.
Dass man sich gegen Datenklau schützen muss, ist spätestens seit den Enthüllungen durch Edward Snowden deutlich geworden. Verschiedene Initiativen streben daher verbindliche Richtlinien auf nationaler und europäischer Ebene an. (© beermedia - Fotolia.com)

Mehrere Initiativen von Verbänden, Unternehmen und selbst Behörden streben eine Stärkung der europäischen Datenschutz- und Sicherheitsstandards an. Die Initiativen agieren nicht nur auf europäischer Ebene, sondern auch national. Mittelständler und Cloud-Provider üben den Schulterschluss. Ob sie wirklich etwas gegen die Macht der Großkonzerne erreichen können, ist noch offen.

Darüber, wie sich Cloud-Nutzer, -Interessenten und -Anbieter gegen die Ausspähung und die Wirtschaftsspionage schützen und wehren können, gehen die Ansichten noch auseinander. Ein breites Meinungsspektrum herrscht vor. Dass man sich gegen Datenklau schützen muss, ist spätestens seit den Enthüllungen durch Edward Snowden deutlich geworden. Es ist jedoch zu früh, sich ob der Höhe der eigenen Sicherheitsstandards auf die Schulter zu klopfen. Die Europäische Datenschutzverordnung dürfte wahrscheinlich erst Mitte 2015 in kraft treten.

Verbindliche Richtlinien

Verschiedene Initiativen streben verbindliche Richtlinien für alle IT-Verantwortlichen an, die die Daten des europäischen Nutzers schützen sollen. Wenigstens ist sich aber die Cloud- und Netzgemeinde in einem Punkt einig: "Europa muss sich auf die eigenen Stärken konzentrieren. Es muss einen Gegenpol zu den Global Playern schaffen", sagt Bernd Becker, der scheidende Präsident des Verbandes EuroCloud Europe.

"Europa muss einen IT-Binnenmarkt bilden und braucht dazu einheitliche Sicherheitsstandards und einen europaweiten Datenschutz”, fordert etwa Helmut Fallmann, CEO der österreichischen Softwarefirma Fabasoft, die auch SaaS-Angebote in der Cloud offeriert. Fallmann treibt nach eigenen Angaben seit über einem Jahr entsprechende Richtlinien in Brüssel voran. "Für den Binnenmarkt müssen einheitliche Vorgaben erlassen werden. Wenn die Großkonzerne hier Geschäfte machen wollen, müssen sie sich daran halten, ganz gleich wo sie ihren Firmensitz haben." Er lasse sich ja auch von jedem Hersteller schriftlich bestätigen, dass seine Hardware keine Hintertür aufweise.

Zertifikate und Dienstgütevereinbarungen

Die wertschöpfende IT im Unternehmen, etwa die eines Cloud-Dienstleisters, könne sich zertifizieren lassen. Wer die Dienstgütevereinbarungen (SLAs) nicht einhalte, müsse mit einer Strafe rechnen. Auf dieser Grundlage können sich Cloud-Provider einen gemeinsamen "Code of Conduct" geben, eine freiwillige Dienstgütezusicherung hinsichtlich Datensicherheit und -schutz. So ließen sich "United Clouds of Europe" realisieren.

Mit Fabasoft in die europäische Cloud

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21.11.13 - Fabasoft gehört zu den großen Profiteuren des NSA-Abhörskandals. Nur wenige Anbieter dürften dieses Jahr so viele Preise und Awards erhalten haben wie das im österreichischen Linz beheimatete Unternehmen. Und das zu Recht. Der jüngste Spross aus der Fabasoft Cloud nennt sich Enterprise File Sharing und B2B Collaboration „Made in Europe“. lesen

Denn nationaler Isolationismus mit unterschiedlichen Standards sollte auch nach Ansicht von EU-Kommissarin Nellie Kroes überwunden werden. Die "United Clouds of Europe" sind sozusagen die Erweiterung der kommenden europäischen Grundschutzverordnung bzw. ihr Vorläufer. Diese Richtlinien sollen nicht nur Vertragsbedingungen vorgeben, sondern auch die Interoperabilität durch gemeinsame technische Standards und Sicherheitsniveaus fördern.

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