Fallstricke umgehen und vorbeugende Maßnahmen ergreifen

Datenschutz im Zeitalter des Cloud Computing

| Autor / Redakteur: Bert Oosterhof, Informatica / Elke Witmer-Goßner

Kommt er ins Spiel, ist es eigentlich schon zu spät: Unternehmen müssen immer einen Schritt voraus sein, um sich gegen Datendiebe und Saboteure zu schützen – auch in der Cloud.
Kommt er ins Spiel, ist es eigentlich schon zu spät: Unternehmen müssen immer einen Schritt voraus sein, um sich gegen Datendiebe und Saboteure zu schützen – auch in der Cloud. (Bild: tiero, Fotolia)

Mehr als acht von zehn Unternehmen verwenden heute im Unternehmen in irgendeiner Form eine Cloud-Computing-Lösung. Dieses Beispiel zeigt, dass immer mehr Firmen die Vorteile der Cloud erkennen und für ihre Geschäftsziele nutzbar machen möchten. Außerdem gibt es aktuell weitere Schritte, um Cloud-Dienste in der EU voranzubringen.

Erst im September veröffentlichte Neelie Kroes, Europas Kommissarin für die Digitale Agenda, das Papier „Unleashing the Potential of Cloud Computing in Europe“. In diesem stehen zahlreiche Empfehlungen, um das Business in Europa und beispielsweise auch im öffentlichen Sektor in die Cloud zu bringen. Ziel ist es, 2,5 Millionen neue Arbeitsplätze in Europa zu schaffen und das BIP im EU-Binnenmarkt bis 2020 auf 160 Milliarden Euro zu bringen.

Datensicherheit in der Cloud

Während aber Unternehmen von den Vorteilen der Cloud überzeugt sind, herrscht bei den Themen Datensicherheit und Privatsphäre in der Cloud immer noch große Verunsicherung. Viele Länder fordern, dass die Daten innerhalb ihrer Grenzen bleiben. Das erfordert jedoch eine höhere Anzahl lokaler Rechenzentren und verursacht Probleme bei internationalen Geschäften. Insbesondere die EU hat eine Fülle von Datenschutzgesetzen und Vorschriften auf den Weg gebracht. Diese erschweren den Unternehmen die Einführung der Cloud, weil diese besorgt sind, gegen sich ständig ändernde Vorschriften zu verstoßen.

Im Vergleich mit anderen Arten der Datenverarbeitung darf Cloud Computing aber nicht zur Absenkung der Datenschutzstandards führen – das unterstrich jüngst Peter Schaar, Bundesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI), auf der 34. Internationalen Datenschutzkonferenz in Südamerika. Compliance und Regulierung sind wichtige Faktoren, wenn es um den Datenschutz in der Ära des Cloud Computing geht.

Die Sicherheitsexperten müssen die Vorschriften, an die sie sich halten müssen, genau kennen. Wie immer gilt auch hier: Wissen ist Macht. Alle Unternehmen müssen sicherstellen, dass die Person, die für die Sicherheit der Daten verantwortlich ist, mit dem richtigen Know-how für Regulierungen und Compliance ausgestattet ist. Darüber hinaus müssen aber alle Mitarbeiter, die Zugang zur Cloud haben, geschult werden, damit sie wissen, was sie dürfen und was nicht.

In vielen Fällen sind die Mitarbeiter im eigenen Unternehmen eine der größten Bedrohungen für die Sicherheit der Daten. Laut einer jüngst veröffentlichten Studie gab fast die Hälfte (48%) der leitenden IT-Profis in Großbritannien an, dass sensible personenbezogene Daten, die in den Datenbanken und Anwendungen liegen, von einem Insider, der dem Unternehmens schaden wollte, zerstört oder gestohlen wurden. Dieses Ergebnis kann in der Tendenz sicherlich auch auf Deutschland und das restliche Europa übertragen werden. 60 Prozent der Befragten bejahten, dass Datenpannen in der Cloud unvermeidbar seien. Aber eben auch nicht mehr und nicht weniger als vor Einführung der Cloud.

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