Auszug aus dem eBook „Cloud-Datenbanken: Chancen und Risiken“

Datenbanken als Cloud-Service

| Autor / Redakteur: Oliver Schonschek / Florian Karlstetter

Auszug aus dem CloudComputing-Insider eBook „Cloud-Datenbanken - Chancen und Risiken“.
Auszug aus dem CloudComputing-Insider eBook „Cloud-Datenbanken - Chancen und Risiken“. (Bild: Vogel IT-Medien)

Die Sorge um den Datenschutz gehört zu den größten Hemmnissen für die weitere Ausbreitung des Cloud Computing. Trotzdem kann es sinnvoll sein, komplette Datenbanken in die Cloud zu verlagern oder Datenbank-Services aus der Cloud zu beziehen.

Datenhaltung in der Cloud: Nicht die mögliche Kostensenkung ist es, was sich Unternehmen in Deutschland von Cloud Computing am meisten erhoffen, sondern ein besserer Zugriff auf IT-Ressourcen, erhöhte organisatorische Flexibilität und eine effizientere IT-Struktur, so ein Ergebnis des aktuellen Cloud-Monitors von BITKOM und KPMG.

Um diese Ziele zu erreichen, müssen auch die Daten, die ein Unternehmen nutzen und verarbeiten will, am besten in der Cloud liegen. So besagt eine Studie von PwC und ISACA, dass die weltweite Datenverfügbarkeit für die Cloud spricht: Rund 50 Prozent der Befragten gaben an, dass die verbesserte Verfügbarkeit von Informationen eines der wichtigsten Argumente für die Cloud-Nutzung ist.

Dabei geht es aber nicht einfach um Cloud-Storage, um Speicherplatz für die Daten in der Cloud. Fast ein Drittel (32 Prozent) der Internetnutzer in Deutschland verwenden Online-Speicherdienste, allerdings vor allem für private Zwecke (28 Prozent). Nur acht Prozent nutzen Cloud-Speicherdienste für berufliche Zwecke, so eine BITKOM-Studie. Für Unternehmen ist hingegen die strukturierte Datenhaltung besonders wichtig und damit Datenbanken in der Cloud und aus der Cloud.

Datenbank-Services haben Vorteile

Für die Nutzung von Datenbank-Services aus der Cloud, auch Database as a Service (DBaaS) genannt, sprechen zahlreiche Vorteile, darunter:

  • die genutzte Kapazität und Bandbreite kann (vertragsabhängig) nach Bedarf bezogen und bezahlt werden,
  • die Datenbank-Funktionen können unabhängig vom Standort genutzt werden, eine ausreichende Bandbreite der Internetverbindung am Standort vorausgesetzt,
  • die Skalierbarkeit der Cloud-Datenbanken abhängig vom aktuellen Bedarf,
  • die Möglichkeit, verschiedene Datenbank-Installationen eines Unternehmens in der Cloud zu konsolidieren,
  • die hohe Verfügbarkeit der Datenbanken, abhängig von der garantierten Verfügbarkeit des jeweiligen Cloud-Services (Service Level Agreement, SLA).

Bei der Bewertung des Einsatzes von Cloud-Datenbanken sollten aber die Datenbank-Services nicht alleine gesehen werden.

Die Kombination mit SaaS ist besonders sinnvoll

Wie der Cloud-Monitor zeigt, nutzen 52 Prozent der Unternehmen, die zu Public-Cloud-Anwendern zählen, Software as a Service (SaaS), im Fall von Private Clouds sind es 46 Prozent, weitere 27 Prozent planen es. 29 Prozent der Private-Cloud-Nutzer setzen ERP-Systeme für die Planung und Steuerung von betriebswirtschaftlichen Prozessen ein, zum Beispiel für die Bereiche Finanzen, Produktion oder Personal. Bei der Nutzung von Public Clouds werden von 36 Prozent Lösungen für das Kundenmanagement aus der Cloud verwendet.

Generell gilt: je datenintensiver die SaaS-Lösung, desto vorteilhafter ist die Verbindung mit einer DBaaS-Lösung. Ein offensichtliches Beispiel sind Anwendungen aus dem Bereich Data Analytics. Gerade im Falle einer solchen SaaS-Nutzung macht es besonders Sinn, auch Datenbank-Services aus der Cloud zu beziehen, vorausgesetzt der Datenschutz stimmt. Die Vorteile der Kombination aus SaaS und Database as a Service liegen auf der Hand:

  • Wenn die Nutzer der Applikationen oder die Anwendungen selbst auf Daten zugreifen oder diese speichern wollen, müssen die Daten nicht erst in die Cloud oder aus der Cloud heraus übertragen werden.
  • Die Datenbank-Funktionalitäten innerhalb der Cloud vermeiden also Engpässe und Verzögerungen durch Übertragungen und reduzieren zudem die Menge der oftmals vertraulichen Daten, die es zu übertragen gilt.

Wie hoch der Datentransfer zwischen Nutzer und Cloud sein kann, zeigt bereits das Beispiel der privaten Nutzer von Cloud-Storage: 2019 wird der Traffic von Konsumenten von und zu Cloud-Speichern pro Nutzer und Monat 1,6 GB betragen, im Vergleich zu 992 MB im Jahre 2014, so eine Cisco-Studie. Public Cloud Workloads weisen eine jährliche Wachstumsrate von 44 Prozent auf, Private Cloud Workloads von 16 Prozent. Dabei besteht ein Workload aus Middleware, Anwendung, Datenbank und Betriebssystem und führt eine bestimmte Berechnungsaufgabe durch.

Verbreitung von Database as a Service wird weiter steigen

Laut den Marktforschern von MarketsandMarkets wird der weltweite Markt für Cloud-Datenbanken und Database as a Service (DBaaS) von rund 1 Milliarde US-Dollar in 2014 auf über 14 Milliarden US-Dollar in 2016 anwachsen. Im Bereich Private Cloud galt in einer Oracle-Studie aus 2015 Software as a Service (SaaS) bei 68 Prozent der Teilnehmer als das wichtigste Thema, vor Database as a Service (DBaaS) mit 61% und Platform as a Service (PaaS) mit 57%. Das soll sich jedoch bis 2017 ändern. Dann soll DBaaS (29%) das wichtigste Thema sein, vor PaaS (26%) und SaaS (23%).

Damit sich allerdings die Vorteile und nicht vornehmlich die Risiken von Database as a Service realisieren, müssen verschiedene Gefahren bedacht und Schutzmaßnahmen umgesetzt werden. Dies zeigt das nächste Kapitel im eBook „Cloud-Datenbanken - Chancen und Risiken“.

Ergänzendes zum Thema
 
eBook „Cloud-Datenbanken - Chancen und Risiken“ zum kostenlosen Download

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