Die Cloud-Investition von Oracle in Frankfurt

Das Cloud-Zeitalter kann kommen

| Redakteur: Dr. Stefan Riedl

Frank Obermeier, der das Deutschlandgeschäft von Oracle leitete, ist neuer CEO bei Oracle Japan.
Frank Obermeier, der das Deutschlandgeschäft von Oracle leitete, ist neuer CEO bei Oracle Japan. (Bild: Oracle)

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Frank Obermeier, der das Oracle-Deutschlandgeschäft auf Cloud trimmte, erklärt die Investition ins Frankfurter Rechenzentrum und spricht über die Margen in der Cloud-Zukunft.

Welche Auswirkung hat die aktuelle Cloud-Investition von Oracle in Frankfurt?

Obermeier: Diese Investition in den Cloud-Markt ist ein wesentlicher Meilenstein für Oracle. Was wir sehen, ist eine Verschiebung der Fragestellung in den Unternehmen. Vor zwei, drei Jahren gab es noch viel mehr Diskussionen in der Geschäftswelt und auch mit Partnern, ob man in die Cloud geht oder nicht; heute wird ausschließlich noch über das „Wie“ diskutiert. In dem Zusammenhang sind natürlich die EU-Datenschutzrichtlinie und unsere Richtlinien in Deutschland immer wieder wesentliche Diskussionspunkte gewesen. Also die Frage, wie wir als Oracle damit umgehen und unsere Partner und Kunden dabei begleiten können, das zu stemmen.

Wobei es ja bereits ein Oracle-Datacenter in Deutschland gab, es geht also um eine Erweiterung, oder?

Obermeier: Ja, das ist richtig und das bringt uns zu dem Thema, dass wir einen Fokus darauf legen, eine ganzheitliche Cloud für Geschäftskunden anzubieten. Das bedeutet: Wir investieren nicht nur im Applikations-Umfeld oder im Infrastruktur-Sektor, sondern auch beim Thema Platform as a Service. Damit decken wir in diesem Datacenter alle drei Cloud-Layer ab und bauen das vollumfänglich aus. In der zweiten Jahreshälfte 2017 gehen wir live, und da ist es natürlich wichtig, dass wir unsere gesamte Software und unsere gesamte Intellectual Property in die Cloud transformieren können. Und das auch im Datacenter in Frankfurt zur Verfügung stellen.

Wie ändert sich das Tagesgeschäft der Partner in Hinblick auf die Marge?

Obermeier: Oracle-Partner generieren eine Marge bei Vertragsabschluss und bei Erneuerung der Verträge. Die wichtige Botschaft an den Channel wäre aber, sich von dem Margengedanken auf Basis einzelner Abschlüsse zu trennen. Vielmehr geht es darum, bei den Kunden die Leistungen sukzessive in die Cloud zu verschieben. Das führt zu einem kontinuierlichen, immer wiederkehrenden Geschäft aus der Cloud heraus. Mit meiner Wertschöpfung muss ich mich als Partner darauf konzentrieren, dass beispielswiese mit der Oracle Marketing Cloud bei meinen Kunden zu deren Zufriedenheit gearbeitet wird – von der Einführung über die Schulung bis zur Wartung. Das ist etwas ganz anderes als früher, als Partner eher darauf ausgerichtet waren, ein Projekt beim Kunden abzuschließen und aus diesem Projekt heraus eine Marge zu generieren. Ein Projekt hat einen Anfangszeitpunkt und einen Endzeitpunkt, und je größer das Projekt war, desto höher war die Marge. Und dann bin ich zum nächsten Projekt gegangen. In der Cloud geht es weniger um einmalige Projekte, sondern darum, den Kunden dauerhaft zu begleiten und daraus einen regelmäßigen Benefit zu generieren.

Im Prinzip also wie bei einem Versicherungskaufmann, bei dem für seine abgeschlossenen Verträge während der Laufzeit kontinuierlich etwas abfällt.

Obermeier: Im Prinzip ist das ein gutes Beispiel – allerdings geht es bei unserem Modell noch sehr viel mehr darum, über eine Steigerung der Wertschöpfung beim Kunden über den gesamten Prozess hinweg auch die eigene Geschäftsentwicklung zu fördern.

Zur Person

Zum Zeitpunkt des Interviews leitete Frank Obermeier noch das Deutschlandgeschäft von Oracle. Kurze Zeit später wurde er neuer CEO von Oracle Japan. Zu Obermeiers zentralen Projekten zählten der Aufbau des Rechenzentrums in Frankfurt am Main und die Forcierung des Cloud-Geschäftes bei Oracle.

Inzwischen leitet Kenneth Johansen als neuer Country Leader das Deutschland-Geschäft von Oracle.

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