Cloud-Trends für 2016

Das bringt die Cloud 2016

| Autor / Redakteur: Harald Weimer * / Florian Karlstetter

Big Data Prozesse verlagern sich in die Cloud.
Big Data Prozesse verlagern sich in die Cloud. (© kentoh - Fotolia.com)

Vor Jahren wurde Cloud-Integration noch als Hilfsmittel betrachtet, das einen einfachen Anwendungsfall befriedigt, wie die Replikation von SaaS-Daten in einer lokalen Datenbank für die Analyse. Aber angesichts der aktuellen rapiden Veränderungen bei SaaS-Anwendungen und Cloud-Plattformen befindet sich der Cloud-Integrationsbereich ständig im Wandel.

2016 wird es drei wichtige Veränderungen geben, die in den Cloud-Bereichen Analyse, Big Data und Anwendungsentwicklung stattfinden. Die Innovationen verändern die Grundessenz der Cloud-Integration.

Big Data Prozesse verlagern sich in die Cloud

Die Branche bewegt sich hin zu Daten-Streaming in Echtzeit und experimentiert zunehmend mit maschinellem Lernen. Mit dem Wachstum von Big Data löst Spark MapReduze als Datenverarbeitungsstandard ab. Um Big-Data-Anwendungsfälle in der Produktion erfolgreich skaliert zu implementieren, müssen sich die damit verbundene Infrastruktur für Vorbereitung, Bereitstellung, Protokollierung und Überwachung sowie Aufnahmetechnologien für Daten-Streaming und Workflow-Management-Tools auf einer einzigen Cloud-Plattform befinden. Die Kunst Latenz zu minimieren und Clustern für die Verarbeitung großer Datenmengen zu optimieren haben führende Cloud-Unternehmen wie Amazon Web Services perfektioniert. Die jüngste Ankündigung im Januar 2016 des chinesischen E-Commerce-Riesen Alibaba, im Rahmen seines AliCloud-Angebots für Big Data, 20 neue Online-Dienste einzuführen, unterstreicht die Bedeutung einer Cloud-zentrierten Big-Data-Strategie. Dieser Trend wird sich 2016 noch beschleunigen.

Was das für die Cloud 2016 bedeutet: Da die Zukunft von Big Data in Echtzeit abläuft, müssen Organisationen erkennen, dass es verschiedene Echtzeit-Streaming-Technologien wie Kafka, Storm und Spark Streaming gibt. Jede Technologie ist für unterschiedliche Anwendungsbereiche geeignet. Eine Cloud-Integrationsplattform muss mit einer Vielzahl solcher Streaming-Technologien verknüpft werden. Cloud-Integration als Zentrale für die Big-Data-Verarbeitung in den Cloud-Angeboten zu nutzen, ist eine Strategie, die Enterprise-Architekten ins Auge fassen sollten.

Central IT wird Hauptfaktor bei Cloud-Analyse-Projekten

Mit der Ankündigung von Wave Analytics durch salesforce.com im Oktober 2014 mit der Tagline „Analytics for the Rest of Us“, begann das Cloud-Analyse-Rennen. Noch im gleichen Monat gab Birst seine Partnerschaft mit SAP HANA bekannt und rühmte eine Architektur, die dem Endbenutzer eine unmittelbare Analyse bescheren würde. Kaum ein Jahr später, im Oktober 2015, kündigte Amazon Web Services seinen Cloud-BI-Dienst QuickSight an, der sich insbesondere an Datenanalytiker richtete.

2015 fanden noch einige weitere interessante Ereignisse im Cloud-Analyse-Bereich statt:

  • Zusätzlich zu anderen Standortlizenzen oder Kosten pro Nutzer wurde im Januar 2015 gemeldet, dass eine Basis-Salesforce Wave-Lizenz ca. 40.000 US-Dollar kosten würde.
  • Im April 2015 kündigte Domo seine neueste Finanzierungsrunde zusammen mit weiteren interessanten Informationen an: Kunden würden Domo direkt kontaktieren müssen, falls sie eine Datenintegrations-Einrichtung wünschten, damit das Unternehmen die Geheimhaltung in Bezug auf ihren Cloud-Analyse-Stapel wahren konnte.
  • Kurz darauf gründeten die einst bitteren Rivalen Tableau und Birst eine Partnerschaft, mit der Birst-Benutzer eine direkte Verbindung mit Tableau herstellen konnten. Birst stellte damit einen zentralen Enterprise-Datenspeicher bereit, aus dem neue Datamarts für Geschäftsbenutzer erstellt werden konnten, während Tableau seine Data Discovery- und Visualisierungs-Fähigkeiten einbrachte.
  • Tata Consulting Services (TCS) und Tableau gaben eine Partnerschaft bekannt, in deren Rahmen sich TCS auf die Entwicklung von „Lieferkapazitäten im großen Umfang“ für die Datenvisualisierungsfunktionen von Tableau konzentrieren würde.

Cloud-Analyse spricht zwar ursprünglich in erster Linie die Selbstbedienungsanforderungen von Geschäftsnutzern innerhalb von Geschäftssparten an, viele dieser Bereitstellungen sind aber komplexer als anfangs gedacht. Die Notwendigkeit, Lieferanten zur Einrichtung von Datenintegrationen direkt zu kontaktieren, Preise auf Enterprise-IT-Niveau, die Erkenntnis, dass Datenvisualisierung nur eine Ebene des Cloud-Analyse-Stapels ausmacht, und die Beteiligung globaler Systemintegratoren weisen allesamt darauf hin, dass nicht die einzelnen Sparten, sondern Central IT ein Hauptfaktor bei Cloud-Analyse-Projekten im Jahr 2016 sein wird.

Was das für die Cloud 2016 bedeutet: Organisationen, die auf der Suche nach einer Cloud-Integrationslösung für viele verschiedene, für eine Initiative der Enterprise-Klasse erforderlichen Datenquellen sind, sollten eine Cloud-Integrationsplattform wählen, die eine einheitliche Datengrundlage über alle Datenquellen, Umwandlungen und Integrationsmuster hinweg aufweist.

Hybrid-Integrationsszenario erfährt neue Definition

Der Begriff „Hybrid-Integration“ ist einer der verwirrendsten IT-Begriffe überhaupt. In den letzten Jahren meinten Middleware- und Integrationsanbieter damit viele verschiedene Dinge. Es ist zwar klar, dass ein Hybrid-Integrationsszenario die Cloud und Datenquellen vor Ort umfasst. Der jeweilige Ansatz hin zum Beheben der mit der Integration dieser Anwendungen auftretenden Herausforderungen wird aber definiert, wie erfolgreich Unternehmen dabei sein werden, mithilfe ihrer Investitionen eine Wertschöpfung zu erzielen.

Was das für die Cloud 2016 bedeutet: Letztlich ist wichtig, dass Unternehmen erkennen, dass es in ihrem eigenen Interesse ist, alle ihre Apps, Datenbanken und die gesamte Infrastruktur in die Cloud zu verlagern. Die sich ständig verändernde Definition der Hybrid-Integration wird sich aufgrund der immer unterschiedlicheren Daten im Internet der Dinge, neuer Open-Source-Big-Data-Technologien und dem neuen Bereich der Mikroservices weiter entwickeln. Eine hybride Integrationsstrategie, die dieses Ziel unterstützt, wird für schneller aufeinander folgende Innovationen sorgen.

* Harald Weimer ist Geschäftsführer Talend Germany GmbH

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