Fachmesse CloudZone Karlsruhe vom 4. bis 6. Februar 2014

CloudZone: Eröffnung im Schatten des NSA-Skandals

| Autor / Redakteur: Michael Matzer / Florian Karlstetter

Fachmesse CloudZone in Karlsruhe: Cloud-Spezialisten zeigen auf, wie bestehende Businessprozesse durch Software as a Service ins Internet verlagert werden können und wie der Zugriff von allen Geräten und allen Orten möglich ist.
Fachmesse CloudZone in Karlsruhe: Cloud-Spezialisten zeigen auf, wie bestehende Businessprozesse durch Software as a Service ins Internet verlagert werden können und wie der Zugriff von allen Geräten und allen Orten möglich ist. (Bild: Messe Karlsruhe)

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Die NSA-Affäre hat auch ihre Sonnenseite: Interessenverbände wie EuroCloud und CyberForum erwarten sich nicht nur Rückenwind für deutsche Sicherheitsanbieter, sondern auch Auftrieb für europäische Sicherheitsstandards. Dies soll auf der CloudZone-Messe deutlich werden, die vom 4. bis 6. Februar 2014 in Karlsruhe stattfindet.

Die Aussichten für das Cloud-Geschäft 2014 sind rosig. Nach Angaben von IDC werden die weltweiten IT-Ausgaben für Cloud Computing auf rund 100 Mrd. $ ansteigen, was einem Wachstum um rund 25% von 2013 auf 2014 entspräche. Da jedoch gleichzeitig laut Gartner die Anzahl der mobilen Mitarbeiter um ein Drittel steigen soll, dürften die IT-Abteilungen ins Schwitzen kommen. Sie müssen all diese Mitarbeiter provisionieren und ihre Geräte und Daten absichern.

Cloud Computing ist also ein zweischneidiges Schwert. Dementsprechend bedeutsam ist ein Indikator wie die erste Cloud Computing-Messe in diesem Jahr, die CloudZone, die vom 4. bis 6. Februar in Karlsruhe ihre Pforten öffnet. Messesprecherin Britta Wirtz erwartet an den drei Tagen rund 7000 Fachbesucher. Diese dürften sich nicht nur für die CloudZone, sondern auch für die parallel stattfindende Messe LearnTec interessieren. LearnTec-Aussteller stellen auch auf der CloudZone aus, so dass 75 Austeller zusammenkommen. Einer der prominentesten ist Microsoft.

EU-Förderprogramm für die Cloud in KMUs

Weiteres Interesse sollen die beiden begleitenden Kongresse wecken, den von EuroCloud_eco am 4.2. und den des CyberForums am Tag darauf. Der Verband der deutschen Cloud Computing-Industrie EuroCloud_eco wendet sich auf seinem Anwenderkongress vor allem an kleine und mittlere Unternehmen und stellt ihnen ein EU-Förderprogramm für die Cloud in KMUs vor. Anwenderberichte sollen wichtige Aspekte wie die geeignete Strategie, Transformation und Integration in die bestehende IT-Landschaft sowie die erfolgreiche Umsetzung von Cloud-basierten Lösungen erläutern. Besonderes Gewicht legen EuroCloud und die CloudZone auf Innovationen und die Unterstützung von Start-ups. Sie sind im Bereich der "Start Up Cloud BW powered by smart businessIT" zu finden.

Aus der NSA-Affäre lernen

Spätestens seit der NSA-Affäre kommt Cloud Computing nicht am Thema Sicherheit vorbei. Aufgrund des Misstrauens unter den Kunden falle die Cloud-Nutzung in Deutschland bereits hinter die in anderen europäischen Ländern zurück, sagte Bernd Becker, der EuroCloud-Sprecher, und es mache sich bereits eine Generationenlücke bemerkbar. Während die ältere Generation die Cloud eher ablehne, habe die jüngere mit der Cloud-Nutzung überhaupt kein Problem. Das habe eine Studie der Experton Group herausgefunden. Becker mahnte Aufklärungsbedarf an.

Cloud for Europe

Der Wandel findet auch in den IT-Abteilungen und Vorständen statt: Die Cloud werde nun realistischer als zuvor nach ihren Funktionen, Merkmalen und Leistungen beurteilt. Damit Europa seine eigenen Sicherheitsinteressen gegenüber den amerikanischen Marktführern durchsetzen kann, seien Initiativen wie die "Cloud for Europe" ins Leben gerufen worden, eine Cloud für den öffentlichen Dienst: "Europa muss in Sachen Cloud näher zusammenrücken." Das Vertrauen der Interessenten ruhe nicht zuletzt auf gesamteuropäisch anerkannten Zertifikaten für Cloud-Provider, so Becker. Solche Zertifikate bietet u.a. EuroCloud_eco an. Zusammen mit dem Bundesprojekt "Trusted Cloud" strebe EuroCloud einen "code of conduct" für Dienstleister an.

David Hermanns, Geschäftsführer des CyberForums e.V., hieb auf der Pressekonferenz in die gleiche Kerbe: "Europa braucht eine eigene Cloud-Industrie." Auf seinem Trendkongress "net economy", den der Verein mit lokalen Partnern veranstaltet, sollen die Folgen des NSA-Skandals erörtert und praktische Anleitungen für die Cloud-Sicherheit gegeben werden. Interessant dürfte die Diskussion "Bedienbarkeit versus Datensicherheit" werden. Unter den Referenten gibt Christian Henrich Einblicke in das IT-Sicherheitsmanagement im Bundeskriminalamt (BKA) und Jörn Müller-Quade vom FZI Forschungszentrum Informatik und dem Institut für Kryptographie und Sicherheit des Karlsruher KIT fragt: „Woher weiß ich, ob es sicher ist?“

Microsoft bezieht Stellung

Auf den Vertrauensverlust nach den NSA-Enthüllungen durch Edward Snowden hat auch Microsoft reagiert. Wolfgang Brehm, Director Mittelstand, Distribution & Fachhändler bei Microsoft Deutschland, verlas auf der Eröffnungspressekonferenz die Erklärung des obersten Microsoft-Justitiars Brad Smith zu Fragen des Schutzes von Kundendaten. Die Kundendaten würden keinesfalls freiwillig oder gar durch Hintertüren in der Software preisgegeben. Brehm verwies darauf, dass übrigens auch deutsche Strafverfolgungsbehörden in 2012 über 8000 Anfragen an Microsoft zur Feststellung von Identitäten gestellt hätten.

Microsofts Strategie ziele auf die stärkere Verschlüsselung von Inhalten und Verbindungen ab: "Office 365 nutzt bereits TLS, also den Nachfolger von SSL", sagte Brehm. "Wir geben den deutschen Behörden zudem Einblick in unseren Quellcode, um zu beweisen, dass in unserer Software keine Hintertüren existieren" - ein sicheres Zeichen, dass man auch in Redmond die Zeichen der Zeit erkannt hat.

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