Anwenderzufriedenheit erhöhen – Management-Aufwand reduzieren

Cloud-Optimierung und -Automatisierung

| Autor / Redakteur: Uwe Becker * / Florian Karlstetter

Es gilt, die Performance beim Cloud Computing zu optimieren.
Es gilt, die Performance beim Cloud Computing zu optimieren. (Bild: © ra2 studio - Fotolia.com)

Cloud Services boomen und viele Unternehmen entscheiden sich insbesondere wegen der Vorteile hinsichtlich Agilität und Flexibilität für hybride Cloud-Modelle. Trotzdem: Manche Anwender in multinationalen Unternehmen kämpfen mit der Performance der Applikationen in der Cloud – insbesondere die, die am weitesten vom Cloud-Rechenzentrum entfernt sind.

Denn die Cloud hat auch zu einer Konsolidierung der IT-Infrastrukturen in den Unternehmen geführt und viele nutzen nun weniger Rechenzentren als früher. Es könnte also sein, dass die indischen User eines deutschen Konzerns aus einem deutschen Rechenzentrum bedient werden – wobei diese Distanz die Zufriedenheit der indischen User mit ihren Anwendungen stark beeinträchtigen kann, gerade wenn es um den Zugriff auf datenintensive Applikationen oder große Files geht. Hier sind Cloud-Optimierungsstrategien gefragt. Doch worauf sollte dabei geachtet werden?

Auf die Erwartungen der User eingehen

Langsame Cloud-Applikationen sind für die Anwender ziemlich frustrierend – insbesondere wenn sie durch Schatten-IT andere Service-Levels gewohnt sind oder privat über eigene Breitband-Internetverbindungen zum nahen Cloud-Provider verfügen. Dieselben optimalen Voraussetzungen können Unternehmen mit der Unternehmens-Cloud so nicht jedem Anwender bieten – es wäre einfach zu teuer. Durch die Verwendung vieler verschiedener Arten von Netzwerkverbindungen lässt sich die Performance für jeden End-User aber sehr stark verbessern. Wichtig ist, die Anwender diesbezüglich zu befragen, ihr Feedback ernst zu nehmen und angemessen darauf zu reagieren.

Im Internet-Design begründete Einschränkungen überwinden

Im Sinne der Robustheit basieren Cloud Services auf stabilen und beständigen Plattformen. Das bedeutet aber, dass sie von neuesten Internet-Technologien und -Protokollen oft nicht richtig profitieren können. Hier muss zugunsten guter Performance über lange Distanzen optimiert werden. Dies gilt insbesondere auch, weil File-Größen und Daten zunehmen – eine Herausforderung in Bezug auf Kapazität und Bandbreite.

Die Performance von Applikationen verbessern

Die Leistungsfähigkeit von Anwendungen wirkt sich direkt auf die Produktivität aus. Stellen Sie sich ein Call Center vor: Es dauert, bis beispielsweise Anfragen der Kunden am PC des Call Center-Mitarbeiters geladen werden. Das verlängert entweder die Wartezeiten der Kunden oder es werden mehr Call Center-Mitarbeiter benötigt – im Hinblick auf Kundenservice und Kosten keine guten Aussichten für Unternehmen. Hier kann Abhilfe geschaffen werden, wenn die Anwendungen von Haus aus so programmiert sind, dass sie die nötige Performance im Sinne von Verfügbarkeit und Schnelligkeit bereitstellen.

Cloud-Computing zum Business Case und akzeptabel für alle machen

Die Leistungsfähigkeit einer Cloud-Umgebung muss mindestens genauso gut sein wie die der vorausgehenden Infrastruktur. Wenn sie das nicht ist, werden die Anwender auf Schatten-IT oder alte Anwendungen zurückgreifen. Damit bleiben unter anderem die Probleme rund um Sicherheit und Compliance erhalten – ein absolutes „No-Go“.

Die Performance exakt messen

In einer reinen on-Premise-Infrastruktur hat das IT-Team umfangreiche Möglichkeiten, die Performance und Service-Levels zu analysieren. In einer hybriden Cloud-Struktur sieht das anders aus, weil das Internet dieses Monitoring nicht so einfach ermöglicht. Auch hier sind neue, optimierte Technologien für Cloud-Umgebungen gefragt.

Den Bandbreitenbedarf verwalten

Mit dem Einsatz von Optimierungstechnologien wie Caching, Komprimierung oder Shaping lässt sich der Bandbreitenbedarf flexibel regeln. IT-Abteilungen können so beispielsweise die Bandbreite dort drosseln, wo sie besonders teuer ist oder gerade wenig Bandbreite gebraucht wird, oder zusätzliche Kapazitäten schaffen, wo neue Applikationen eingesetzt werden. Flexible Cloud-Strukturen erfordern eben auch Flexibilität in anderen Bereichen.

Die Migration richtig managen

Die Herausforderung ist also, eine Migration in Cloud-Services richtig zu managen und dabei die Performance für alle User im Auge zu behalten. Dabei sind es nicht immer dieselben User, die unter schlechter Performance leiden. Schließlich hängt diese von so vielen Faktoren ab – wer nutzt welche Anwendungen und Verbindungen zu welcher Zeit, wie groß sind die aktuell versendeten Datenpakete, welche Infrastruktur steht wo zur Verfügung bzw. wie weit ist das nächste Rechenzentrum vom Anwender entfernt?

Anwender und IT-Abteilung – beide haben ihre Wünsche und Erwartungen an die Cloud

Damit IT-Verantwortlichen mit all dem, was es im Sinne der Anwender hinsichtlich Cloud Computing zu tun bzw. zu verbessern gilt, die Cloud nicht über den Kopf wächst, gibt es eine andere wichtige Entwicklung: autonome Cloud-Plattformen, die sich mehr und mehr selbst managen. Sie sind das A und O, wenn es darum geht, bei den komplizierten Cloud-Infrastrukturen von heute nicht den Über- und Durchblick zu verlieren.

Autonome Plattformen für Cloud-Automatisierung und Selbstmanagement

Autonome Plattformen kombinieren zwei wichtige IT-Trends: erstens Software Defined Everything und zweitens DevOps-Modelle für den Betrieb und die Bereitstellung. Beide Trends werden dabei über Prozessautomatisierung und kognitive Technologien zusätzlich verbessert. Autonome Plattformen haben außerdem drei Eigenschaften, die sie als technologische Innovation auszeichnen: Erstens können sie sich selbst ‚heilen‘: Sie monitoren IT-Infrastrukturen, sehen Probleme, bevor sie entstehen, und verhindern bzw. lösen sie proaktiv. Zweitens konfigurieren sie Sicherheitsvorkehrungen beginnend bei User-Profilen bis hin zu Datenschutzkontrollen selbst. Drittens optimieren sie die Performance, indem sie beispielsweise Daten zwischen virtuellen Containern oder Clouds wie gerade notwendig hin- und herschieben.

Dabei bestimmt das IT-Team mit Policies, wie es die Infrastruktur gemanagt haben will und eine autonome Lösung setzt diese Regeln dann um. So managen autonome Plattformen IT-Ressourcen dynamisch und reduzieren den Zeitaufwand der IT-Abteilung insbesondere für Routineaufgaben und wiederkehrende Abläufe, die nun automatisiert umgesetzt werden. So eine autonome Infrastruktur ermöglicht den nahtlosen Datenfluss zwischen verschiedenen Cloud-Plattformen – egal ob es sich um public, private oder on-premise Cloud-Strukturen handelt. Damit ändert dieser Ansatz grundlegend, wie Unternehmen ihre Daten bzw. ihre Clouds managen – nämlich mit viel weniger Aufwand.

Mit autonomen Plattformen die Vorteile der Cloud voll ausschöpfen

Uwe Becker, Orange Business Services
Uwe Becker, Orange Business Services (Bild: Orange Business Services)

Viele Unternehmen setzen bereits heute auf autonome Plattformen: Sie nutzen Managed Services, die ihnen viele wiederkehrende Aufgaben im Sinne von mehr Effizienz jetzt schon abnehmen. Dieser Trend der Automatisierung und des Selbst-Managements wird sich in immer komplexer werdenden Cloud-Umgebungen künftig mehr und mehr durchsetzen, gerade weil das Management von Cloud-Infrastrukturen heute komplizierter ist als das Management eines traditionellen Rechenzentrums. Schließlich sollen die Vorteile der Cloud wie nutzungsabhängige Preismodelle und Kosteneinsparung oder die Möglichkeit, den Usern ein breiteres Spektrum an Applikationen als früher flexibel zur Verfügung zu stellen, nicht zunichte gemacht werden. Das würde durch einen erhöhten Management-Aufwand aufgrund der zunehmenden Komplexität hybrider Cloud-Strukturen aber immer mehr Realität.

* Uwe Becker ist Head of Global Services Germany & Austria bei Orange Business Services

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