Software mieten oder kaufen?

Cloud macht Mietmodelle attraktiver für Unternehmen

| Autor / Redakteur: Holger Pfister* / Elke Witmer-Goßner

Mietmodelle zur Nutzung von Software sind durch das Cloud Computing erst richtig in den Mittelpunkt des Interesses gerückt.
Mietmodelle zur Nutzung von Software sind durch das Cloud Computing erst richtig in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. (Bild: Alphaspirit, Fotolia)

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Software zur Miete stellt für Unternehmen längst nicht mehr nur eine Übergangslösung dar, sondern tritt immer häufiger in Konkurrenz zu den klassischen Kauf-Lizenzen durch niedrigere Kosten und höhere Flexibilität. Das stellt Unternehmen vor die grundsätzliche Frage, ob sie Software-Lizenzen weiterhin kaufen oder besser mieten sollen.

Die Miet- und Service-Konzepte, auch bekannt als Software-Abonnements oder Subscription-Lizenzen, die viele Software-Hersteller im Rahmen ihres Cloud-Portfolios anbieten, haben durch die verbesserte Kostenkontrolle einen entscheidenden Vorteil. Sie entlasten IT-Fachkräfte, binden das Vermögen von Betrieben nicht langfristig durch hohe Anschaffungskosten und lassen sich bei schwankendem Bedarf anpassen.

Oftmals nutzen Unternehmen mehr Software als sie lizenziert haben. Kommt es dann zu einem Lizenzaudit müssen die Verantwortlichen ungeplant Lizenzen nachkaufen – und das kann teuer werden. Bei Cloud-Modellen wird der Dienst dagegen nach Verbrauch berechnet, sodass keine unvorhergesehenen Kosten entstehen können. Zusätzlich sind Abonnements stets aktuell und auf dem neuesten Stand der Technik. Kauf-Programme dagegen lassen sich nach einem Update des Betriebssystems nicht selten nur eingeschränkt oder überhaupt nicht mehr nutzen.

Cloud bringt Mehrwert

Software zur Miete war in der Vergangenheit häufig wenig attraktiv, da die Software am Ende der Laufzeit dem Kunden nicht gehörte. Das Miet-Modell hat sich deshalb meist nur dann gelohnt, wenn der Anwender die Lizenzen nach dem Ende der Vertragslaufzeit nicht mehr benötigt hat. Mit dem Durchbruch von Cloud Computing haben die Software-Hersteller ihre Angebote entsprechend angepasst und bündeln ihre Lizenzen mit Zusatzdiensten. Hierzu zählen beispielsweise E-Mail-Programme, Kalenderfunktionen oder Dokumentenspeicher. Ob und in welchem Funktionsumfang Produkte zum Mieten verfügbar sind, ist jedoch von Hersteller zu Hersteller verschieden.

Einige Anbieter haben Upgrades ihrer Kauf-Software inzwischen teils sogar komplett eingestellt und legen ihren Fokus primär auf das Mietmodell. Adobe beispielsweise bietet seine Kreativ-Software CreativeCloud im Abo-Modell an. Käuflich erhältlich ist aktuell nur die CreativeSuite in Version 6, wobei Upgrades hierfür nicht mehr angeboten werden.

Miete auch ohne Cloud

Heute kann Software zur Miete auch für Unternehmen ohne Cloud Computing-Umgebung empfehlenswert sein, da die Kosten direkt als Aufwendungen in die Bilanz fließen und nicht abgeschrieben werden müssen. Dies hat sich jedoch oft kaum gerechnet, da die Kosten für Miet-Lizenzen meist so hoch waren, dass Kauf und Wartung über vier Jahre gesehen wirtschaftlicher waren. Einige Anbieter bewerben ihre Cloud-Angebote derzeit jedoch mit überaus attraktiven Preisen, dass sich die Cloud auch als reine Miet-Lizenzform zu rechnen beginnt – selbst wenn die Organisation eigentlich gar keinen Cloud-Dienst nutzen möchte.

Holger Pfister, Direktor Lizenzvertrieb, Comparex.
Holger Pfister, Direktor Lizenzvertrieb, Comparex. (Bild: Comparex)

* Der Autor Holger Pfister ist Direktor Lizenzvertrieb beim internationalen IT-Dienstleister Comparex.

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