Auszug aus dem eBook: Cloud-Entwicklungsplattformen

Cloud-Baukästen für individuelle Applikationen

| Autor / Redakteur: Oliver Schonschek / Elke Witmer-Goßner

Auszug aus dem Cloudcomputing-Insider eBook „Cloud-Entwicklungsplattformen für Unternehmensanwendungen“.
Auszug aus dem Cloudcomputing-Insider eBook „Cloud-Entwicklungsplattformen für Unternehmensanwendungen“. (Bild: Vogel IT-Medien)

Applikationen kommen zunehmend aus der Cloud. Individuelle Anwendungen sind trotzdem möglich, auch für Unternehmen ohne eigene Cloud-Entwickler. Verschiedene PaaS-Lösungen (Platform-as-a-Service) bieten eine Vielzahl von App-Bausteinen an, die eine Entwicklung relativ einfach machen.

App-Zukunft liegt in der Cloud

Unternehmensanwendungen, die lokal in den Netzwerken der Firmen betrieben werden, könnten bald der Vergangenheit angehören. Die Marktforscher von Saugatuck Technology erwarten für 2020, dass 60 Prozent aller Applikationen in der Cloud laufen werden, weitere 30 Prozent bieten dann Optionen, lokal oder in der Cloud betrieben zu werden. An der Cloud führt somit kein Weg vorbei, selbst bei individuellen Unternehmensanwendungen nicht. Gründe für die deutliche Zunahme an Cloud-Apps gibt es viele, zu nennen sind insbesondere der Wunsch nach flexibler IT-Nutzung unabhängig vom Endgerät und die notwendige, dynamische und plattformübergreifende Anpassung von Anwendungen. Tatsächlich kann die Cloud die App-Entwicklung beschleunigen und vereinfachen, und sie kann Unternehmensanwendungen auch auf mobile Geräte bringen, was immer wichtiger wird.

Fachabteilungen werden selbst zu Entwicklern

Wie eine Vanson Bourne-Studie im Auftrag von Progress zeigt, nehmen viele Fachabteilungen die App-Entwicklung selbst in die Hand. Der Trend hin zu „Develop Your Own Application“ (DYOA) hängt damit zusammen, dass die Entwicklungszeiten knapp sind und der Weg über die IT-Abteilung mitunter als Umweg erscheint. In 85 Prozent der befragten Unternehmen gibt es einen hohen Bedarf, die Entwicklungszeiten zu reduzieren, so die Studie. Treiber sind in erster Linie die Fachabteilungen und weniger die IT. Bei 45 Prozent der Projekte in Deutschland kam die Nachfrage nach zusätzlichen Apps direkt aus der Vorstandsebene, bei weiteren 47 Prozent von Kunden oder Partnern. 47 Prozent der Projekte kamen aus Marketing und Vertrieb, 44 Prozent aus dem Finanzwesen.

Plattformen müssen leichten Einstieg bieten

Die Fachabteilungen, die selbst Anwendungen entwickeln wollen, brauchen Entwicklungsplattformen, die sich ohne große Einarbeitungszeit nutzen lassen, andernfalls wäre der gefühlte Umweg über die IT-Abteilung oftmals schneller als jede Eigenentwicklung. Salesforce Lightning zum Beispiel ist ein Plattform-Service, mit dem sich per Drag & Drop komponentenbasiert auch von Nicht-Entwicklern individuelle Apps erstellen lassen. Zu den vorgefertigten Komponenten gehören Karten, Kalender, Schaltflächen und Formularfelder.

Mit der webMethods AgileApps Platform der Software AG gelingt die App-Entwicklung und -Anpassung ohne Vorkenntnisse. Anwendungen lassen sich visuell entwerfen. Fachabteilungen entwickeln so Anwendungen mit flexiblen Geschäftsregeln, automatisierter Dokumentenerstellung, Drag & Drop-E-Formularen, kundenspezifischen Reports, interaktiven Dashboards und Mobilzugriff. Auch die CreateNow Development Suite von ServiceNow zielt darauf ab, Fachabteilungen dabei zu unterstützen, selbst Cloud-Anwendungen zu entwickeln.

Cloud-Entwickler erhalten ebenfalls Unterstützung

Doch auch die Entwickler selbst können Unterstützung gebrauchen, um Cloud-Anwendungen möglichst schnell und effizient bereitstellen zu können. Ein Beispiel für die Unterstützung auch von Entwicklern ist Azure App Service. Der Microsoft-Service unterstützt die Entwicklung von Firmenanwendungen auf beliebigen Plattformen und Endgeräten, um sie Mitarbeitern, Partnern und Kunden über die Cloud zur Verfügung zu stellen. Der Service arbeitet mit Entwicklungsplattformen wie .NET, Java, PHP und Python zusammen. Zudem bietet Azure App Service die Integration in Visual Studio Online, GitHub, Bitbucket und andere Dienste, die für Entwickler hilfreich sind.

Progress bietet in Deutschland zusammen mit Pironet NDH die Entwicklungsumgebung „Rollbase“ an. Damit lassen sich in der Regel 80 Prozent der Entwicklung anhand einer grafischen Benutzeroberfläche per Drag & Drop umsetzen, weniger als 20 Prozent entfallen auf die Programmierarbeit. Cloud-Entwickler erhalten ebenfalls Unterstützung bei der App-Entwicklung mit dem SAP Cloud Applications Studio. Bei IBM Bluemix stehen zahlreiche Bausteine zur Verfügung, die sich für eigene Cloud-Apps nutzen lassen. In dem entsprechenden Katalog finden sich zum Beispiel integrierbare App-Services für Security, Analysen und IoT-Anwendungen (Internet of Things).

Bei Heroku gibt es zahlreiche Add-Ons, die sich zu selbsterstellten Apps einfach hinzufügen lassen. Die Add-Ons bieten zum Beispiel integrierbare Funktionen für Monitoring, Logging, Nutzer-Management, Suchfunktionen und die Erweiterung um Funktionen für E-Mail und SMS. Dadurch können Cloud-App-Entwickler genauso wie Fachabteilungen auf bestimmte Bausteine zugreifen, die die Entwicklung beschleunigen und vereinfachen.

Ergänzendes zum Thema
 
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