Datensicherheit und Wiederanlaufzeit im Blick

Backup-Strategie mit Cloud und Tape

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Florian Karlstetter

Selbst Cloud-Fürsprecher Veeam sieht mittelfristig noch eine Zukunft für Backups auf Tape.
Selbst Cloud-Fürsprecher Veeam sieht mittelfristig noch eine Zukunft für Backups auf Tape. (© bbbastien - Fotolia.com)

Server-Backups in der Cloud ermöglichen Wiederherstellungszeiten, von denen Tape-Nutzer nur träumen können. Im Interview mit CloudComputing-Insider sieht Hendrik Bardowicks von Veeam Software dennoch eine Daseinsberechtigung für das betagte Medium.

Mit den „Cloud Connect“-Funktionen der Veeam Availability Suite agieren Reseller als Cloud Provider, die Backup und Disaster Recovery as a Service anbieten. Warum Endkunden ihre Systeme im Notfall so schneller wieder online bringen, zeigt der Anbieter mit einer Live-Demo auf der „CLOUD COMPUTING & VIRTUALISIERUNG Technology Conference 2015“. Die Vorzüge und Grenzen der Technik skizzierte uns Hendrik Bardowicks, bei Veeam als Systems Engineer tätig, bereits im Vorfeld der Veranstaltung.

Das Ende des Backup-Tapes wurde schon oft verkündet. Warum sollte ausgerechnet die Cloud dem bewährten Medium einen Todesstoß versetzen?

Hendrik Bardowicks: Kurz und Mittelfristig gehen wir nicht davon aus, dass die Cloud die Tape Technologie komplett ablösen wird. Der Preis pro GB und die geringen Energiekosten sind besonders bei sehr großen Datenmengen und bei langen Aufbewahrungsrichtlinnen äußerst attraktiv. Außerdem empfehlen wir in unser 3-2-1 Backupstrategie explizit einen Medienbruch, um eine größtmögliche Datensicherheit zu erreichen. Auch rechtlich gibt es heutzutage bei vielen Kunden die festgeschriebene Anforderung an den IT- Leiter ein Tape Backup vorzuhalten.

Veeam Cloud Connect macht Service Provider zu Hütern von Datensicherungen. Was sagen Sie Administratoren denen das Tape in der Hand lieber ist als ein Backup in der Cloud?

Bardowicks: Wir fragen die Kunden ob sie mit dem Tape in der Hand den SLA abbilden können, der für ihr Unternehmen notwendig ist. Tapes werden ausgelagert um bei einem Totalausfall der IT nicht ohne Unternehmensdaten dazustehen. Die Frage die man sich stellen muss ist, wohin erfolgt der Restore? Oftmals stellt sich in der Diskussion heraus, dass ein Tape zwar sehr praktisch ist, jedoch durch die Beschaffung von neuer Hardware, eventuell Anmietung von neuen Räumlichkeiten, Einrichtung und Wiederherstellung der IT sehr schnell mehrere Wochen vergehen können. Im Vergleich dazu, kann ein Cloud Connect Anbieter innerhalb von wenigen Minuten, nach der Eingabe der Entschlüsselungsinformationen durch den Kunden, sämtliche gesicherte Server wiederherstellen.

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Wenn sich gesicherte, virtuelle Maschinen direkt aus der Cloud starten lassen, könnten sie doch auch gleich dort laufen. Wozu brauchen Kunden überhaupt noch eigene Server und Backups?

Bardowicks: Besonders die Kunden im deutschen Mittelstand haben uns deutlich zu verstehen gegeben, dass sie ihre eigene IT nicht nur als Kostenstelle, sondern auch als Innovationstreiber sehen. Dieses Know-how möchte man äußerst ungern aus dem Haus geben. Viele Fragen sind auch rechtlich nicht eindeutig. Was geschieht wenn ein Cloud Anbieter Insolvenz anmeldet und der Netzanbieter die Datenanbindung aufgrund von offenen Forderungen trennt? Für den Kunden des Cloud Anbieters bedeutet die Netztrennung einen Totalausfall seiner kompletten IT, für die er dann kein eigenes Backup besitzt.

Dank Cloud-Backups können Anwender Totalausfälle auch ohne eigene Hardware oder Räumlichkeiten abfangen, schildert Hendrik Bardowicks.
Dank Cloud-Backups können Anwender Totalausfälle auch ohne eigene Hardware oder Räumlichkeiten abfangen, schildert Hendrik Bardowicks. (Bild: Veeam Software)

Zur Person:

Hendrik Bardowicks ist seit 2013 Systems Engineer bei Veeam mit dem Schwerpunkt auf Backup Projekten in Verbindung mit Storage-Herstellern sowie Disaster Recovery von Cloud-Umgebungen.

Bereits im Rahmen seiner Ausbildung zum Fachinformatiker bei der Siemens AG war er dort für eines der ersten Projekte im Bereich der x86-Virtualisierung verantwortlich.

Während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre begann er seine berufliche Laufbahn als Consultant bei Fritz & Macziol, einem Ulmer Systemhaus. Er verfügt über tiefgehendes Know-how und Erfahrung insbesondere im Bereich Windows-Server-Dienste, Storage-Virtualisierung und System-Monitoring.

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