CeBIT 2016 – Ein Resümee

Aufbruchstimmung allerorten – doch wo ist die Cloud?

| Autor: Elke Witmer-Goßner

Ein Bild wie aus alten Tagen: Volle Stände und ein äußerst interessiertes Publikum wie hier bei IBM.
Ein Bild wie aus alten Tagen: Volle Stände und ein äußerst interessiertes Publikum wie hier bei IBM. (Bild: ewg)

„Langeweile“ verbinden viele Besucher – allen voran Journalisten – seit dem Platzen der Dotcom-Blase mit der einst größten Computerschau der Welt. Doch wer dieses Jahr durch die zugegeben seit 2001 deutlich geschrumpfte IT-Welt bummelte, konnte sich mehr als einmal überraschen lassen.

Klar. Es sind nicht mehr die Gadgets von früher – coole Hardware, Konsolen, Handys und Smartphones –, die einst die Ausstellerbereiche dominierten und vor allem an den freien Besuchertagen die Gänge verstopfen ließen, was vielen Kollegen mit Hardware-Schwerpunkt noch immer ein nostalgisches Seufzen entlockt. Fast komplett verschwunden sind auch die Messebabes. Aufgehübscht werden die Hallen dafür mit Fahrzeugen aller Art – vom elektrisch gepimpten Tretroller, über Traktoren bis hin zu kleinen wie großen E-Mobilen und noch fossil-getriebenen Luxuskarossen sowie den neuen Stars am Himmel – den Drohnen. Vernetztes Fahren, Roboter, intelligente Hausanlagen, digitale Weinberge, Lösungen, die jeden Hobbysportler zum Profi mutieren lassen, Smart City: also kaum ein Bereich des alltäglichen Lebens, der sich heute oder in naher Zukunft nicht digitalisiert, optimiert zeigt. Die Deutsche Messe AG hat es mit dieser Schau geschafft, die meist im Hintergrund agierende IT (so wie es viele Hersteller über Jahre mit ihren Produkten beabsichtigt hatten), ins Rampenlicht zu rücken und dem Anwender das Gefühl zu vermitteln: IT gehört für mich zum Leben, es geht eigentlich nicht mehr ohne in allen Lebensbereichen. Software und Services können plötzlich so sexy sein.

Und die Cloud? „Die“ Cloud per se ist eigentlich nur noch im Office-IT-Bereich richtig sichtbar, begreifbar. Ob als Speicher-, Backup- oder Desaster-Recovery-Lösung, im Bereich Security, als klassische Office-Anwendung, im Dokumenten-Management usw. – kaum ein Anwendungsfeld, das nicht auch cloud-basiert beworben wird. Aber die Cloud ist inzwischen gereift zu etwas viel größerem, ist Teil eines großen Ganzen geworden. Viele Unternehmen auf der Suche nach neuen IT-Lösungen, so bestätigen viele Anbieter, fragten nicht mehr „ob überhaupt Cloud?“ sondern nur noch „wie?“ für ihre Anwendungsbereiche. Die Cloud als Teil eines viel größeren Gesamtkonstruktes ist scheinbar weitgehend akzeptiert. Umso mehr beherrschen andere Themen die Messe.

Trommeln für das große Ganze

Aber ohne Cloud Computing wäre das meiste, was dieses Jahr von uns und allen anderen hier in Hannover gezeigt wird, gar nicht möglich, sagt Aleksander Francuz, Director Cloud Platform Services bei IBM. Die kognitive Ära – unter diesen Begriff stellt IBM die Gesamtschau seiner Produkte – sei gar nicht möglich ohne cloud-basierte Infrastrukturen. Für große, weltweit umspannende Services und Angebote ginge es heute gar nicht mehr ohne. Francuz nennt als Beispiel die Gaming-Branche: Alle großen Online-Gaming-Plattformen nutzten nur noch Infrastructure-as-a-Service, um Millionen von Spielern weltweit Spielzeiten ohne Unterbrechungszeiten oder Verzögerungen bieten zu können. Dazu brauche es eben uneingeschränkte Rechenleistung, um Lastspitzen und Speicherengpässe abfangen zu können. In diesen Größenordnungen könne sich kein Anbieter mehr eigene Rechenzentren leisten.

Doch was steckt hinter den Buzzwords der Branche: Big Data, Internet of Things und Industrie 4.0? Ohne Cloud-Services blieben diese eben nur Buzzwords, machte Bitkom-Präsident Thorsten Dirks deutlich. Kaum noch Services, Anwendungsbereiche, Implementierungen, die ohne Cloud auskommen. Die Cloud ist wichtigster Bestandteil bzw. Grundlage dessen, was gemeinhin zur „Digitalen Transformation“ führen soll.

Inhalt des Artikels:

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Kommentar abschicken

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 43947994 / Allgemein)