IaaS - erst vergleichen, dann mieten

Arbeitsweise und Nutzen von Cloud-Service-Procurement-Plattformen

| Autor / Redakteur: Jan Thielscher * / Florian Karlstetter

„Erst vergleichen, dann mieten“ - auf dieses bewährte Modell sollte man auch beim Bezug von IaaS-Diensten zurückgreifen. Moderne Cloud-Service-Procurement-Plattformen wie Ascamso unterstützen beim direkten Leistungsvergleich.
„Erst vergleichen, dann mieten“ - auf dieses bewährte Modell sollte man auch beim Bezug von IaaS-Diensten zurückgreifen. Moderne Cloud-Service-Procurement-Plattformen wie Ascamso unterstützen beim direkten Leistungsvergleich. (© Trueffelpix - Fotolia.com)

Mit der tatsächlichen Leistungsfähigkeit von IaaS-Ressourcen ist es so eine Sache: Nicht jeder virtuelle Server rechnet so schnell wie erwartet. Wer Leistungen und Preise genau vergleicht, kann die Hosting-Kosten der eigene Hybrid-Cloud erheblich reduzieren – Cloud-Service-Procurement-Plattformen wie der neue Dienst „ASCAMSO“ automatisieren den Vorgang.

Gut zwei Drittel aller Unternehmen in Deutschland beschäftigen sich einer neuen IDC-Studie zufolge bereits mit dem Aufbau von Hybrid-Clouds und wollen innerhalb der nächsten zwei Jahre entsprechende Umgebungen in Betrieb nehmen.

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Fast alle gehen dabei davon aus, dass die Leistungen von Infrastructure-as-a-Service-Anbietern per se vergleichbar wären. Doch wer die Praxis kennt, weiß: Das stimmt nicht.

Einerseits unterscheiden sich die Preismodelle der verschiedenen Anbieter erheblich – die Spanne reicht von unveränderlichen Infrastruktur-Paketen („T-Shirts“) zum vorgegebenen Preis bis zur gänzlich freien Ressourcen-Wahl, bei der sich der Preis nach der Konfiguration der jeweiligen Maschinen richtet. Dazu kommen natürlich unterschiedliche Mindest-Abrechnungszeiträume und Komponenten-Preise sowie veränderliche Abrechnungs-Modalitäten für Traffic, Netz oder zusätzlichen Speicher. Diese Vielfalt erschwert den Preisvergleich.

„Zwei-Kern“ ist nicht gleich Zwei-Kern

Zudem – und das wiegt schwerer – greifen rein Preis- und Konfigurations-bezogene Vergleiche ohnehin zu kurz. Schließlich zählt am Ende nicht, wie viele Kerne eine virtuelle Maschine hat, sondern, welche Rechenleistung sie zur Verfügung stellt. Gerade diesbezüglich kann es aber je nach Konfiguration und Auslastung der Anbieter-Ressourcen zu erheblichen Abweichungen kommen. Einer Untersuchung von ASCAMSO zufolge liefert beispielsweise eine 4-Kern-Maschine von CloudSigma die gleiche Rechenleistung wie eine 2-Kern-Maschine von Joyent .

Der Grund dafür ist hinlänglich bekannt: IaaS-Dienste betreiben mehrere, virtuelle Maschinen auf derselben Hardware. Dabei teilen sich die virtuellen Maschinen die verfügbare Leistung der realen Hardware. Und je nach Verhältnis – 1:2, 1:4, 1:6, ... – bleibt vom ursprünglichen Takt also nur noch ein Bruchteil verfügbar. Bei geringer Auslastung kann Hypervisor-Software dies ausgleichen, bei anspruchsvoller Nutzung klappt das aber nicht immer; dann entstehen Engpässe und Leistungsabfälle.

Wie oft derartige Abweichungen vorkommen oder wie stark sie ausfallen war bisher weitgehend unbekannt. Doch jetzt zeigt die bereits erwähnte ASCAMSO-Untersuchung, dass Leistungsabweichungen „nach unten“ keineswegs selten sind – und sich häufig auf auf 300 Prozent und mehr belaufen. Die Abbildungen eins, zwei und drei zeigen Beispiele.

3,7-facher Unterschied bei der IST-Leistung

Der Leistungsvergleich verschiedener virtueller Linux- und Windows-Server per neutraler Messgröße „ASC“ (vgl. Textkasten) zeigt unter anderem: Der leistungsstärkste Zwei-Kern-Linux-Server erreicht eine dreimal so hohe Rechenleistung wie der schwächste. Für Acht-Kern-Maschinen kann der Unterschied sogar auf das 3,7-fache steigen. Abbildung vier zeigt, dass die Leistungswerte der einzelnen Dienste zudem im Zeitverlauf variieren.

Ergänzendes zum Thema
 
Leistungs- und Preismessung per „ASC“ und „MASC“

Diese Zahlen belegen: Der teuerste Dienst mit der höchsten Soll-Leistung ist also nicht notwendigerweise der schnellste. Und wer wirklich den für die eigene Anwendung besten, preiswertesten Dienst ermitteln will, sollte dafür die tatsächliche „IST-Leistung“ von Ressourcen zu deren jeweiligem Preis ins Verhältnis setzen.

Nur – wie lässt sich das bewerkstelligen? Erst vergleichen, dann mieten

Bisher war das Vornehmen entsprechender Untersuchungen meist unverhältnismäßig aufwendig. Denn erstens erfordern diese ein genaues Festlegen des eigenen Computing-Bedarfs, was für die meisten IT-Verantwortlichen bis vor kurzem noch einiges an Zusatzarbeit bedeutete. Und zweitens verlangen sie nach einer genauen Kenntnis der IST-Leistung von IaaS-Ressourcen – Wissen, an das selbst die meisten IaaS-Anbieter nicht ohne Weiteres herankamen, von Kunden ganz zu schweigen.

Doch inzwischen vereinfachen Cloud-Service-Procurement-Plattformen wie ASCAMSO beide Arbeitsschritte ganz erheblich und ermöglichen Leistungsvergleiche sozusagen „auf Knopfdruck“: Die ASCAMSO-Benutzeroberfläche führt Anwender beispielsweise von der Bedarfsermittlung und Beschreibung des Anwendungsfalls über einen Leistungsvergleich sowie ein Dienstanbieter-„Shortlisting“ bis zu einem abschließenden Preisvergleich, der den jeweils preiswertesten Dienst für die zuvor festgelegten Bedarfe in Sachen Leistung und Verfügbarkeit ausweist. Das Ganze ist so verständlich gehalten, dass selbst nicht allzu IT-kundige Benutzer damit schnell den optimal geeigneten Cloud-Service für ihren Bedarf identifizieren können.

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Als Grundlage solcher Vergleiche nutzt die Plattform IST-Leistungs-Messungen von IaaS-Ressourcen, die per „Satellit“ genannter Software in Echtzeit gewonnen werden. Die Satelliten werden unmittelbar auf den virtuellen Ressourcen eines Dienstanbieters installiert und führen dort Rechenvorgänge aus, mit denen sie die Rechengeschwindigkeit der Ressource in „ASC“ und „MASC“ messen können, einer objektiven Messgröße für Rechenleistung (vgl. Textkasten). Diese ASC-Werte sowie weitere, ähnliche Kennzahlen können IaaS-Kunden dann nutzen, um anwendungsfall- und leistungsbezogene Preisvergleiche anzustellen.

Einsparungen „in sechsstelliger Höhe“

Entsprechende Vergleiche ermöglichen es in der Regel, die Hosting-Kosten eines Unternehmens ganz erheblich zu senken. Die oben aufgeführten Untersuchungsresultate veranschaulichen dies: In dem Leistungsvergleich erreichen die Zwei-Kern-Maschinen vom Anbieter Nr. 6 fast die gleiche Rechenleistung wie die Acht-Kern-Maschinen von Anbieter Nr. 2. Ein Kunde könnte also statt zum leistungsschwächsten Acht-Kern- also gegebenenfalls auch zum stärksten Zwei-Kern-System greifen – und so die Kosten für die Serviermiete um mehr als die Hälfte reduzieren. Die Zwei-Kern-Maschine kostet nämlich nur 15 Cent pro Stunde, die mit acht Kernen dagegen 40.

Wie ASCAMSO-Untersuchungen ergaben, können IaaS-Kunden je nach Anwendungszusammenhang und Leistungsbedarf auch noch erheblich höhere Einsparungen erzielen – einzelne Anwender konnten ihre Hosting-Kosten um bis zu siebzig Prozent reduzieren, ohne auf Leistung und Verfügbarkeit verzichten zu müssen.

Bei größeren E-Commerce-Anbietern oder anderen Unternehmen mit hohen Hosting-Kosten entsprechen diese Werte schnell Einsparungen in sechsstelliger Höhe. Und die wirken unmittelbar auf das Betriebsergebnis.

Fazit: Vergleichen rechnet sich

Jan Thielscher, Gründer und CEO von Ascamso.
Jan Thielscher, Gründer und CEO von Ascamso. (Bild: Ascamso)

Plattformen wie ASCAMSO verringern also die Unsicherheit, den Zeitaufwand und die Kosten beim Cloud-Services-Procurement. Zudem reduzieren sie viele der Risiken, die mit dem Anmieten von IaaS-Diensten einhergehen. Auf diese Weise machen sie sämtliche Vorteile von Hybrid-Cloud-Umgebungen überhaupt erst zugänglich – und ermöglichen es Unternehmen so, die eigene IT-Umgebung wirklich vollumfänglich zu optimieren.

Der Einsatz dieser oder vergleichbarer Plattformen dürfte sich für nahezu jede Art von Hybrid-Cloud-Umgebung rechnen – zumindest, so lange ein Zwei-Kern-Server eben nicht immer die Leistung eines Zwei-Kern-Servers erreicht und die Unterschiede bei Leistungen und Preisen sich im zweistelligen Prozentbereich bewegen. Denn solange rechnet sich das genaue Festlegen der eigenen Bedarfe und entsprechende Prüfen der Kosten pro Leistungseinheit – beides machen Plattformen wie ASCAMSO überhaupt erst möglich.

* Jan Thielscher, ist Gründer und CEO, ASCAMSO.com

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