Michael Korbacher, Head of Google Enterprise DACH, im Interview

Analyse von Big Data in der Cloud

| Autor / Redakteur: Florian Karlstetter / Elke Witmer-Goßner

Die Datenflut überschwemmt die Unternehmen und ist Herausforderung und Chance zugleich. Big-Data-Analysen, auch als Services aus der Cloud, helfen, das Potenzial zu nutzen.
Die Datenflut überschwemmt die Unternehmen und ist Herausforderung und Chance zugleich. Big-Data-Analysen, auch als Services aus der Cloud, helfen, das Potenzial zu nutzen. (Bild: VBM-Archiv)

Chancen und Risiken mobilen Arbeitens stehen im Fokus der diesjährigen Cloud-Konferenz am 18. Oktober in Augsburg. Apps, webbasierte Software und Dienste aus der Cloud gehören für viele Führungskräfte und Mitarbeiter von Unternehmen zum Arbeitsalltag.

Eine Folge davon: Das Datenaufkommen wächst stetig an. Dies ist nicht nur eine Herausforderung, sondern gleichzeitig auch eine Chance. Wenn Unternehmen diesen Datenschatz heben, können sie bessere Entscheidungen treffen und Innovationen vorantreiben. Im Vorfeld der Cloud-Konferenz erklärt Michael Korbacher, seit November 2011 als Head of Google Enterprise für Deutschland, Österreich und die Schweiz Leiter der Vertriebsteams und verantwortlich für die Entwicklung der Geschäftsstrategie sowie das Wachstum von Google Enterprise in der Region, wie sich Big-Data-Analysen mit Hilfe von Googles Cloud-Plattformen vereinfachen lassen:

CloudComputing-Insider.de: Die Analyse vor allem von großen Datenmengen stellt Unternehmen vor viele Herausforderungen. Zum einen die nötigen Investitionen in IT-Infrastruktur, aber auch das Zusammenführen verschiedener Datenquellen ist alles andere als trivial. Welchen Ansatz verfolgt Google hier?

Michael Korbacher: Um Services wie die Suche, YouTube, etc. anbieten zu können, müssen wir bei Google selbst jeden Tag und in jeder Sekunde große Datenmengen verarbeiten. Hierzu musste Google immer wieder neue Technologien entwickeln, wie zum Beispiel MapReduce oder BigTable, die heute die Grundlage für Services im Big-Data-Bereich bilden wie Hadoop oder NoSQL. Diese Dienste können Sie heute einfach und kostengünstig auf unserer Infrastruktur betreiben und zum Teil sogar als hoch-verfügbare Managed Service beziehen. Wir verfolgen den Ansatz, dass die Analyse von Big Data schnell, unkompliziert, kostengünstig und vor allem sicher erfolgen muss. Mit unserer Cloud-Lösung Google BigQuery können beispielsweise Terabytes von Daten in Sekundenschnelle analysiert werden.

Was verbirgt sich hinter BigQuery und lassen sich fertige Analysen problemlos in bestehende Business Intelligence-Systeme einbinden?

Korbacher: Google BigQuery ist ein komplett verwalteter, cloud-basierter Datenanalyse-Service. Er ermöglicht Unternehmen, eine interaktive Analyse von Multi-Terabyte-Datensätzen durchzuführen und zwar ohne dafür Data Cubes oder einen Index erstellen zu müssen. Das alles mit einer Antwortzeit in Sekundenschnelle. Mit dem Einsatz von BigQuery können Entwickler und Unternehmen auf Abruf leistungsfähige Datenanalysen ausführen. Unser Google-Dienst erlaubt ihnen, SQL-ähnliche Abfragen für sehr große Datenmengen laufen zu lassen – für Milliarden eigener Datensätze oder aber auch für Daten, die andere mit ihnen geteilt haben. Konkret bedeutet das, dass Unternehmen all ihre Daten analysieren können, ganz gleich aus welcher Quelle sie kommen, wie zum Beispiel Daten aus Maschinen Logfiles oder aus Social Media. Teilweise sind dies zig GB pro Tag, die sie zum Beispiel auf der Suche nach Trends mit BigQuery analysieren. Zudem lassen sich die so entstandenen Analysen problemlos in bereits bestehende Business-Intelligence-Systeme integrieren. Das bedeutet, dass Daten aus anderen BI-Systemen oder aus Datawarehouses per ETL-Prozess in BigQuery gebracht werden können und dann dort mit ihnen gearbeitet werden kann.

Ergänzendes zum Thema
 
Cloud-Konferenz 2013 in Augsburg

Können Sie das Abrechnungsmodell von Google BigQuery näher erläutern? Lassen sich die Kosten bereits im Vorfeld klar kalkulieren?

Michael Korbacher, Head of Google Enterprise DACH.
Michael Korbacher, Head of Google Enterprise DACH. (Bild: Google Enterprise)

Korbacher: Big-Data-Analyse mit Google BigQuery heißt, dass Unternehmen ihre Daten analysieren lassen können, ohne dass sie hierfür ein eigenes Rechenzentrum betreiben müssen. Sie gehen somit kein Vorauszahlungsrisiko ein. Außerdem fallen für diesen Service keinerlei Investitionskosten an. Darüber hinaus ist uns wichtig zu erwähnen, dass der Dienst zu jedem Zeitpunkt beendet werden kann und Unternehmen ihre Daten jederzeit wieder entfernen können. Da nur zwei Preiskomponenten existieren, sind zudem Preisgestaltung und Nutzen sehr transparent. Ausschlaggebend für den Preis sind lediglich die Verarbeitung der Abfragen und ihre Speicherung. Firmen zahlen pro Monat nur für das, was sie auch nutzen. Wenn Unternehmen und Entwickler sich für BigQuery registrieren und nur bis zu 100 GB an Daten pro Monat abfragen, ist der Dienst sogar kostenlos. Unternehmen, die höhere Datenmengen zu verarbeiten haben, können mit unseren Vertriebsmitarbeitern eigens auf sie zugeschnittene Preis-Pakete erstellen. Die Abrechnung erfolgt monatlich, so dass Unternehmen die von ihnen genutzten Dienste flexibel kontrollieren und anpassen können.

Wie adressiert Google das Thema Sicherheit bei Big-Data-Analysen in der Cloud? Werden Daten verschlüsselt übertragen und kann bei Bedarf sichergestellt werden, dass Daten den europäischen Rechtsraum nicht verlassen?

Korbacher: Sicherheit ist für all unsere Lösungen zentral, sie wird laufend überprüft. Ferner sind die meisten unserer Services ISO-27001 und ISAE 3402 zertifiziert. Darüber hinaus erfolgt die Kommunikation standardmäßig verschlüsselt. Prinzipiell sind unsere Sicherheitsmaßnahmen nicht nur gleichwertig zu denen beim jeweiligen Kundenunternehmen, sie sind meistens sogar höher. Aus Redundanz- und Sicherheitsgründen werden bei uns Nutzerdaten auf mehrere Rechenzentren an mehreren Standorten verteilt. Die Daten sind jederzeit für den jeweiligen Kunden – und zwar ausschließlich für ihn – verfügbar. Darüber hinaus erfüllt Google vollständig die Safe-Harbour-Vereinbarung. Unsere Einhaltung des Safe-Harbour-Programms des US Department of Commerce hilft, EU-Organisationen einen angemessenen Schutz ihrer Daten zu gewährleisten und zwar so, wie von der Europäischen Kommission in ihrer Richtlinie für den Datenschutz festgelegt.

Zur Cloud-Konferenz 2013 will Korbachers Kollege Jens Bussmann in seinem Vortrag „Big Data in Sekunden analysieren“ an Beispielen aus der Praxis erklären, wie sich Big-Data-Analysen mit Cloud-Plattformen wie Compute Engine, Cloud Storage und Big Query ohne hohe IT-Investitionen vereinfachen lassen.

Mobilität in Unternehmen – Risiko oder Chance?

Cloud-Konferenz am 18.10.2013 in Augsburg

Mobilität in Unternehmen – Risiko oder Chance?

10.09.13 - kit e.V. veranstaltet auch dieses Jahr wieder eine Cloud-Konferenz in Augsburg. Diesmal steht alles unter dem Motto "Cloud und Mobilität - Risiko oder Chance?". In zwei Foren informieren hochkarätige Referenten über aktuelle Entwicklungen und zeigen Erfolgsbeispiele auf. Die halbtägige Veranstaltung findet am 18.10.2013 beim Institut für Informatik der Universität Augsburg statt. lesen

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