Auszug aus dem eBook: Der Weg zum passenden Cloud-Provider

Am Anfang steht die Cloud-Readiness

| Autor / Redakteur: Oliver Schonschek / Elke Witmer-Goßner

Auszug aus dem Cloudcomputing-Insider eBook „Cloud-Provider“.
Auszug aus dem Cloudcomputing-Insider eBook „Cloud-Provider“. (Bild: Vogel IT-Medien)

Die Suche nach geeigneten Cloud-Services und Cloud-Providern beginnt im eigenen Unternehmen: Der ideale Provider passt zur Cloud-Readiness des Nutzers.

Kriterien bei der Anbietersuche

Die Verbreitung von Cloud Computing kommt in Deutschland weiter voran, wie zum Beispiel der Cloud-Monitor 2016 zeigt. Im Vergleich zu anderen Ländern in der EU und zur Wirtschaftskraft erscheint das Cloud-Wachstum in Deutschland aber immer noch als gebremst. Der Cloud-Monitor 2016 führt insbesondere Sicherheitsbedenken als größtes Hindernis für einen intensiveren Einsatz der Technologie an. Mehr als die Hälfte (58 Prozent) der befragten Unternehmen fürchten demnach einen unberechtigten Zugriff auf sensible Unternehmensdaten und 45 Prozent einen Datenverlust. Die Sorgen sind nicht unbegründet: Laut Umfrage berichteten 15 Prozent der Unternehmen, dass es Sicherheitsvorfälle im Zusammenhang mit dem Einsatz von Public-Cloud-Lösungen in den letzten zwölf Monaten gegeben hat, bei weiteren 20 Prozent gab es einen Verdacht.

Verbunden mit den Fragen nach der Sicherheit sind auch die Bedenken der Cloud-Nutzer, dass es Probleme mit dem Datenschutz und der Compliance geben könnte, wenn Cloud-Services zum Einsatz kommen. Wie die Studie IT-Trends 2016 von Capgemini ergab, sind die wichtigsten Auswahlkriterien für den richtigen Cloud-Provider die Transparenz zum Speicherort der Daten, der Standort des Rechenzentrums, die Erfüllung der Anforderungen an das Reporting, die Herkunft der Datenübertragungsdienste und der Software, wobei jeweils ein Herkunftsland innerhalb der EU als Vorteil zu werten ist. Die Gründe für die Bedeutung dieser Kriterien liegen eindeutig in den Compliance-Vorgaben in Deutschland und in der EU.

Auswahlkriterien müssen breiter gesehen werden

Datenschutz, Compliance und Sicherheit sind von entscheidender Bedeutung, daran besteht kein Zweifel. Aus diesem Grund beleuchtet dieses eBook, wie bei diesen Kriterien der Auswahlprozess der Cloud-Nutzer verbessert werden kann. Doch auf dem Weg zum richtigen Cloud-Provider müssen noch weitere Pfade der Entscheidung beschritten werden. Wie jede gute Entscheidung sollte auch die Suche nach dem passenden Cloud-Provider mit einer Ist-Analyse beginnen, einer Ist-Analyse im eigenen Unternehmen.

Ziel dieser Ist-Analyse ist die Feststellung, wie reif das eigene Unternehmen eigentlich ist, wenn es um die Nutzung der Cloud geht. Man spricht auch von der Cloud-Readiness eines Unternehmens. Dazu gehört zum einen die vorhandene Infrastruktur an den Standorten des Anwenderunternehmens. Ein zentraler Faktor ist hier die verfügbare Internetbandbreite, denn ohne schnelles, leistungsstarkes Internet macht Cloud Computing nur eingeschränkt Sinn.

Beispiel: Anforderungen an Internetbrandbreite

Laut Bitkom-Umfrage müssen sich gerade Mittelständler in Deutschland oft mit langsamen Internetverbindungen begnügen. Bei den Firmen mit weniger als 500 Mitarbeitern hat rund ein Viertel (24 Prozent) Übertragungsraten von weniger als 10 Mbit/Sekunde gebucht. Mehr als die Hälfte (60 Prozent) surft mit 10 bis 50 Mbit/Sekunde. Lediglich sieben Prozent nutzen das Internet mit mehr als 50 Mbit/Sekunde. Abhängig von der Internetbandbreite ist die Cloud-Readiness des Anwenderunternehmens: Cloud-Anwendungsfälle, die eine hohe Internetbandbreite bedürfen, sind dann weniger geeignet. Gleichzeitig machen Angebote von Cloud-Providern mehr Sinn, die entweder gleichzeitig Zugang zu besseren Internetverbindungen anbieten oder die geringere Ansprüche an die Internetverbindung stellen.

Konzepte wie Fog Computing können hier zum Tragen kommen. Bei Fog Computing werden Teile der Analyse-, Verarbeitungs- und Speicher-Funktionen „an den Rand des Netzwerks“ verlagert, liegen deshalb nicht mehr in der Cloud, sondern an bestimmten Punkten zwischen Cloud-Nutzer und der eigentlichen Cloud. Die Datenmenge soll mithilfe des „Fogs“ auf die wirklich wichtigen Informationen reduziert werden, und die Übertragungswege sollen so entlastet werden. Damit sinken die Ansprüche an die Internetbandbreite.

Ein weiteres Beispiel: Nachholbedarf bei interner Organisation

Bei der Providerwahl sollte auch an die interne, organisatorische Vorbereitung im Unternehmen gedacht werden. Wie Capgemini in der Studie IT-Trends 2016 feststellte, haben über 60 Prozent der Unternehmen Probleme mit der Digitalisierung, die sich auch auf den Einstieg ins Cloud Computing auswirken. Dazu gehören mangelndes Know-how, fehlende, übergreifende Planung, starre Organisationsstrukturen und fehlende Zuständigkeiten, um nur einige Punkte zu nennen.

Je höher der Bedarf an Beratung, Schulungsangeboten, Support und administrativer Unterstützung ist, desto wichtiger ist die Dienstleistungskomponente, die ein Cloud-Provider anbieten kann, entweder selbst oder über Dienstleistungspartner. Wer also wenig Know-how im Bereich Cloud im Unternehmen vorliegen hat, sollte einen Cloud-Provider mit umfangreichen Dienstleistungsangeboten (Schulung, Beratung, Integration, Administration, Support) ins Auge fassen oder aber einen Cloud-Provider, der bei vielen Dienstleistungshäusern im Programm ist.

Cloud-Readiness muss Anbieterwahl beeinflussen

Es zeigt sich: Bevor der Anforderungskatalog für die Suche nach dem passenden Cloud-Provider aufgestellt werden kann, muss die Ist-Analyse erfolgt und damit die eigene Cloud-Readiness bekannt sein. Ein Nachholbedarf bei der Cloud-Readiness kann durch bestimmte Angebote eines Cloud-Providers behoben werden. Ist die Cloud-Readiness zu gering und kann kein Cloud-Provider den Mangel beim Nutzer beheben, muss die Suche nach dem Cloud-Provider abgebrochen werden, denn das Unternehmen ist dann für Cloud Computing noch nicht reif genug und braucht noch keinen Cloud-Provider.

Ergänzendes zum Thema
 
eBook „Der Weg zum passenden Cloud-Provider“ zum kostenlosen Download

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