Virtualisierung auf dem Weg zur Meisterschaft

Alles virtuell, oder?

| Autor / Redakteur: Jochen Puls, adesso* / Elke Witmer-Goßner

Virtualisierung ist in Wirklichkeit ein sehr vielschichtiger Prozess von der einfachen Anwendung bis hin zu dynamischer IT.
Virtualisierung ist in Wirklichkeit ein sehr vielschichtiger Prozess von der einfachen Anwendung bis hin zu dynamischer IT. (Bild: Adesso)

Auf den ersten Blick ist Virtualisierung simpel. Ein Server eben, der nur ein Stück Software ist, anstatt Blech. Doch ganz so einfach ist es in Wirklichkeit nicht. Wenn man etwas genauer hinschaut stellt man fest, dass es eine ganze Reihe von Unterschieden gibt. Verschiedene Hypervisor-Typen, Server-, Desktop- und Anwendungsvirtualisierung, bis hin zum dynamischen Datacenter.

Laut Definition wird bei der Virtualisierung ein Software Layer zwischen die Hardware und die produktive Software gelegt, um den Betrieb unterschiedlicher Betriebssysteme und Applikationen ohne Abhängigkeiten, nebeneinander auf einem Hostsystem zu ermöglichen. Typ-1- oder Bare-Metal-Hypervisoren haben diese zusätzliche Software-Schicht direkt auf der Hardware implementiert. Zum Beispiel Microsoft Hyper-V, VMware ESX oder Citrix Xen ermöglichen so den Aufbau der technischen Struktur in zwei grundsätzlich unterschiedlichen Versionen.

Bei monolithischen Typ-1-Hypervisoren wie dem ESX werden die angepassten Treiber für die unterstützten Betriebssysteme direkt mit in den Hypervisor eingebaut, was voraussetzt, dass die Treiber schon bei der Erstellung der Hypervisor-Software zur Verfügung stehen. Bei Microkernel-Hypervisoren wie dem Hyper-V läuft eine zusätzliche Virtuelle Maschine neben den eigentlich zu hostenden Systemen und übernimmt die Verwaltungsaufgaben. Unter anderem werden in dieser die Treiber verankert, was es ermöglicht, auch nachträglich noch neue Treiber einzubinden und weitere neue Betriebssysteme zu hosten.

Typ-2- oder Hosted-Hypervisoren implementieren die zusätzliche Software-Schicht oberhalb des Betriebssystems als eigenständige Applikation, in der weitere Betriebssysteme installiert werden können. Der Vorteil von zum Beispiel VMware Workstation oder Microsoft Virtual PC ist die einfache Bereitstellung. Der Nachteil liegt in der vergleichsweise geringen Performance.

Je nach Aufgabenstellung gibt es trotzdem für beide Hypervisor-Versionen immer noch Anwendungsbereiche. Man kann etwa sehr schnell einen Typ-2-Hypervisor wie Oracles Virtual Box kostenfrei herunterladen, installieren und mal eben eine neue Software für Windows in einer virtuellen Maschine installieren, ohne das eigentliche System zu beeinflussen: Insbesondere in zentral verwalteten Umgebungen eine nützliche Variante.

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