Wege in das Cloud-Zeitalter

8 Strategien für erfolgreiche hybride IT-Umgebungen

| Autor / Redakteur: Joe Kim * / Florian Karlstetter

Joe Kim von Solarwinds nennt acht Strategien hin zu einer hybriden IT-Umgebung.
Joe Kim von Solarwinds nennt acht Strategien hin zu einer hybriden IT-Umgebung. (Bild: gemeinfrei / CC0)

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Die meisten IT-Experten werden bestätigen, dass die Cloud zu den treibenden Kräften hinter dem langfristigen Erfolg ihres Unternehmens gehört und das auch in Zukunft so bleiben wird. Viele dieser IT-Experten haben jedoch nicht die Absicht, ihre gesamte IT-Infrastruktur in die Cloud zu migrieren – insbesondere in KMUs oder Regierungsbehörden.

Denn für einige Unternehmen oder Behörden wäre das Risiko schlicht zu groß. Angesichts von rechtlichen Bestimmungen und Sicherheitsbedenken wollen viele Administratoren eine gewisse Kontrolle über ihre Daten und Anwendungen behalten. Sie wissen die Effizienz der Cloud zu schätzen und wollen sich die von ihr geschaffene Agilität und Flexibilität so weit wie möglich zunutze machen, doch sie glauben nicht, dass die Cloud immer die richtige Wahl ist.

Hybride IT-Umgebungen bieten in dieser Situation zahlreiche Vorteile, führen aber gleichzeitig zu einer steigenden Komplexität und zu neuen Herausforderungen im Verwaltungsbereich. Um sowohl lokale als auch cloudbasierte Lösungen mit all ihren Aspekten verwalten zu können, müssen Teams unterschiedlicher Fachbereiche zusammenarbeiten. Manager müssen spezielle Kompetenzen erwerben, die weit über die traditionelle IT hinausgehen. Neue Tools müssen bereitgestellt werden, damit die komplexen Umgebungen genau überwacht werden können.

Die gute Nachricht lautet: Es gibt einige Strategien, die Manager einsetzen können, um die Lücke zwischen Alt und Neu erfolgreich zu schließen. Die folgenden Tipps umfassen kulturelle, technologische und geschäftliche Prozesse – es handelt sich sozusagen um ein hybrides Konzept für die hybride IT.

1. Tools für mehr Transparenz nutzen

Um einen besseren Überblick über lokale und cloudbasierte Umgebungen zu bekommen, sollten Administratoren Tools einsetzen, die einen zentralen Zugriff auf Messwerte, Warnungen und andere Daten ermöglichen, die von Anwendungen und Workloads erfasst wurden. Mit einem zentralen Dashboard können IT-Mitarbeiter Fehler beheben, Probleme behandeln und Anwendungen optimieren, ganz egal, wo sie sich befinden.

2. Microservice-Architektur und Automatisierung nutzen

Hybride IT-Modelle erfordern, dass Unternehmen schlanker, flexibler und kosteneffizienter werden. Traditionelle Barrieren müssen überwunden werden. Dies bedeutet, dass Administratoren kommerzielle Dienste nutzen und sich besser mit Anwendungsprogrammierschnittstellen, verteilten Systemen und IT-Architekturen allgemein vertraut machen sollten.

Flexibilität erfordert außerdem eine stärkere Automatisierung. Administratoren sollten in einer hybriden Umgebung Algorithmen des maschinellen Lernens in die operative Ebene integrieren, die Dienste automatisch skalieren und verschieben und Fehler beheben. Außerdem sollten Automatisierungs- und Orchestrierungs-Workflows in die Anbieter-APIs integriert werden.

3. Überwachung zur Kerndisziplin machen

Die Überwachung stellt unumstritten eine Notwendigkeit dar. In einer hybriden IT-Umgebung ist sie besonders entscheidend, denn alle Administratoren müssen einen ganzheitlichen Überblick über ihre gesamte Infrastruktur behalten. Die Überwachung bietet wertvolle Einblicke in funktionierende oder nicht funktionierende Elemente und ermöglicht es Mitarbeitern, auf potenzielle Probleme zeitnah zu reagieren und somit eine proaktivere IT-Strategie zu entwickeln.

4. Die Anwendungsmigration nur als ersten Schritt betrachten

Die Migration ist wichtig, doch die darauffolgende Verwaltung ist oft noch bedeutender. Manager müssen die zentralen Ereignisse und Leistungsmessdaten von Anwendungen überblicken und darauf vorbereitet sein, Probleme zu behandeln und zu lösen. Sicherungs- und Wiederherstellungspläne garantieren einen reibungslosen Betrieb.

5. An das Arbeiten mit verteilten Architekturen gewöhnen

Die hybride IT macht es oft notwendig, mit verteilten Architekturen zu arbeiten, die von verschiedenen Dienstanbietern an unterschiedlichen Orten verwaltet werden. Diese Faktoren können die Servicequalität beeinflussen. Manager müssen sich daran gewöhnen, mit unterschiedlichen Anbietern zusammenzuarbeiten, um Ausfälle oder Probleme zu beheben. Dabei haben sie zwar eine geringere Kontrolle, werden aber mit einer höheren Agilität, Skalierbarkeit und Flexibilität belohnt.

6. Zentrale technische Kompetenzen und Kenntnisse entwickeln

Das Wissen und die Kompetenzen, die man zur Verwaltung einer hybriden IT-Infrastruktur benötigt, sind neu und unterscheiden sich von den Fertigkeiten, die zum Verwalten von älteren Lösungen erforderlich waren. IT-Experten müssen heutzutage über ein breites Spektrum an Qualifikationen verfügen, um in den unterschiedlichsten Bereichen tätig sein zu können. Dazu gehören serviceorientierte Architekturen, Automatisierung, Lieferantenmanagement, Anwendungsmigration, verteilte Architekturen, APIs, Überwachung für die hybride IT und vieles mehr.

7. Mit DevOps bessere Dienste bereitstellen

DevOps-Methoden ermöglichen es Administratoren, Endbenutzern so reibungslos wie möglich eine höhere Servicequalität bereitzustellen. DevOps löst die Grenzen zwischen verschiedenen Teams auf und lässt sie stattdessen ihre Ressourcen bündeln, um gemeinsam schneller und effizienter Probleme zu beheben und Aktualisierungen oder Änderungen durchzuführen. So werden IT-Dienste flexibler und skalierbarer – sowohl in der Cloud als auch lokal.

8. Die eigenen Business-Skills auffrischen

Joe Kim, Solarwinds
Joe Kim, Solarwinds (Bild: Solarwinds)

Je mehr Anbieter beteiligt sind, desto wichtiger wird es, dass Administratoren in den unterschiedlichen Unternehmen ihr geschäftliches Know-how weiterentwickeln. Sie müssen Verträge verhandeln können, bessere Projektmanager werden und das nötige technische Know-how mitbringen, um unterschiedliche Cloud-Dienste zu überblicken und zu verwalten. Außerdem müssen sie mit Budgetverwaltung und Service Level Agreements vertraut sein, Workflows und Termine kontrollieren und die Bestimmungen und Konditionen von Verträgen analysieren.

Genau wie viele andere neue Disziplinen zwingt die Verwaltung hybrider IT-Umgebungen Manager dazu, ihre Komfortzone zu verlassen. Sie müssen mehr Präsenz in ihrem Unternehmen zeigen, sich dazu verpflichten, neue Fertigkeiten zu lernen und aufzufrischen, und die ihnen zur Verfügung stehenden Überwachungs- und Analysetools einsetzen. Das ist ziemlich viel verlangt, doch für alle, die eine stabile Verbindung zwischen Alt und Neu schaffen möchten, gibt es keinen besseren Weg in die Zukunft.

* Joe Kim ist Senior Vice President und Global Chief Technology Officer bei SolarWinds

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