Prognosen 2016 von EMC

4 Mega-Trends für die IT und ein Rat

| Autor / Redakteur: Walter Schadhauser / Rainer Graefen

Mit geschärftem Blick in die Zukunft sehen. Aber stimmt die Richtung? Bei EMC stehen folgende Themen ganz oben auf der Agenda: Container, Clouds, Fast Big Data, Training und Flash Write-Endurance.
Mit geschärftem Blick in die Zukunft sehen. Aber stimmt die Richtung? Bei EMC stehen folgende Themen ganz oben auf der Agenda: Container, Clouds, Fast Big Data, Training und Flash Write-Endurance. (Bild: olly_Fotolia.com_75651244)

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Viele IT-Techniken erreichen im Jahr 2016 einen Reifegrad, der ihre Benutzung vereinfacht und stabiler macht. Doch noch fehlt das letzte Feintuning, das die Anwendung in Echtzeit erlaubt oder die Wiederaufnahme nach Systemabstürzen sicherstellt. Vertrauen ist gut, Kontrolle besser.

Reimund Willig, CTO bei EMC Deutschland, geht davon aus, dass Schlüsseltechnologien wie Betriebssystem-Virtualisierung, Big-Data und Cloud-Computing sich im neuen Jahr weiter entwickeln werden.

So erreichen Sie neue Reifegrade, die Unternehmen und IT-Verantwortlichen wiederum neue Möglichkeiten etwa zur Digitalisierung eröffnen, aber auch neue Strategien und Investitionen erforderlich machen.

Die Mega-Trends

Trend No. 1: Container erreichen „Enterprise-grade“

„Container-Technologien“ zur Betriebssystem-Virtualisierung wurden ursprünglich für große Internetdienste wie Facebook oder Netflix entwickelt. Doch inzwischen haben sie sich auch als Werkzeuge für das Entwickeln neuer Mobile-Apps, Web- oder Big-Data-Anwendungen bewährt.

Doch noch stehen dieser Entwicklung zwei Hemmnisse entgegen:

  • Erstens unterstützen Container bisher keine Laufzeit-Persistenz: Die „stateless applications“, für die Container-Verfahren ursprünglich entwickelt wurden, kommen ohne dieses Feature aus. Fällt in der Umgebung etwa eines Social-Media-Dienstes ein einzelner Container aus, wird dieser einfach neu aufgesetzt. Doch für Geschäftsanwendungen ist es von wesentlicher Bedeutung, da nicht nur die Verbindung zur Anwendung sondern auch die Daten im Bedarfsfall umgehend wiederhergestellt werden können.
  • Zweitens werden viele Container-Entwickler während der nächsten Monate fortschrittliche Steuerungs- und Sicherheitskonzepte implementieren. Und die werden den Containern eben jene „Enterprise-IT-Features“ bescheren, die ihnen bisher fehlten: Möglichkeiten zur Validierung, Prüfung oder Sicherheits-Zertifizierung beispielsweise, oder interne Firewalls.

Trend No. 2: Big Data beschleunigt auf Echtzeit

Big-Data-Analytics-Techniken benötigen dazu ein überarbeitetes „Zwei-Schichten“-Betriebsmodell:

  • Die erste Schicht wird aus „herkömmlichen“ Big-Data-Analytics-Verfahren bestehen, die sehr große Datenmengen zeitverzögert auswerten.
  • In der zweiten Schicht werden dagegen neue Analytics-Verfahren eingesetzt werden, die verhältnismäßig große Datenmengen mittels In-Memory-Technologie in Echtzeit auswerten.

Dabei werden Technologien wie DSSD, Apache Spark oder GemFire eine Rolle spielen, die der von Hadoop in nichts nachsteht.

Bevor die zweite In-Memory-Analytics-Schicht dieses Versprechen wirklich einlösen kann, müssen IT-Verantwortliche jedoch noch zwei Hürden überwinden:

  • Erstens brauchen sie Infrastruktur-Technologien, die genügend Raum und Speicherplatz für große Big-Data-Bestände bieten, sowie einen Plan dafür, wie Daten effizient zwischen Objektspeicher- und In-Memory-Maschinen verschoben werden.
  • Zweitens sollten die Betreiber großer In-Memory-Infrastrukturen diese mit Daten bespielen, die sowohl persistent als auch dynamisch sind.

Die generellen Probleme liegen zum einen in den unterschiedliche Arbeitsgeschwindigkeiten der beiden Geräte-Arten. Die Entwicklung neuer Objektspeicher wie auch Rack Scale Flash Storage ist unterdes schon in vollem Gange, um die Herausforderung der verschiedenen Übertragungsgeschwindigkeiten zu meistern.

Beim „Persistieren“ von Daten liegt das Problem unter anderem darin, dass alle Fehler mitgespeichert werden, die diese Daten gegebenenfalls haben. Das kann zur Weiterverarbeitung invalider Daten, verfälschten Auswertungen oder gar zu Fehlern in Anwendungen führen. Spezielle Storage-Funktionen wie Deduplikation, Snapshot, Tiering, Caching, und Replikation sowie die Fähigkeit, den letzten bekannten Status zu speichern, sollen dafür sorgen, dass sich die Datenqualität auf Dauer verbessert.

Trend No. 3: Enterprise-Clouds werden Workload-spezifisch

Ein neuer Cloud-Computing-Ansatz soll dafür sorgen, dass für verschiedene Anwendungs-Workloads optimierte Dienste bereitstehen. Also etwa ein Dienst für SAP-Workloads und ein anderer für Mobile Apps.

Momentan suchen IT-Verantwortliche meist noch nach einzelnen Cloud-Services, die alle oder zumindest mehrere Geschäftsanforderungen erfüllen. Doch dieser Ansatz war schon immer zu simpel.

Und je weiter sich Cloud-Computing verbreitet, desto deutlicher zeichnen sich vier Arten von Cloud-Diensten ab, zwischen denen IT-Verantwortliche wählen können und sollten:

  • 1. On-Premise Cloud für die zweite Plattform der IT
  • 2. Hybride Cloud (teils on-, teils off-premise) für die zweite Plattform der IT
  • 3. On-Premise Cloud für die dritte Plattform der IT
  • 4. Off-Premise Cloud für die dritte Plattform der IT

Reimund Willig, CTO bei EMC Deutschland
Reimund Willig, CTO bei EMC Deutschland (EMC)

Die ersten beiden ermöglichen es, bereits bestehende Investitionen von der zweiten Plattform der IT in die Cloud zu verlagern. Die zwei anderen zielen dagegen auf den Aufbau völlig neuer Cloud-Services und Infrastrukturen der dritten Plattform der IT. (Der Begriff „Plattform“ bezeichnet hier Computing-Varianten. Die „First Plattform“ besteht aus Mainframes, die „Second Plattform“ aus Servern und Clients, die „Third Plattform“ aus Cloud, Mobile- und Internet-of-Things-Technologien):

Derart umfassende Cloud-Strategien werden natürlich nicht ohne die Möglichkeit auskommen, Daten und Workloads sicher und nachvollziehbar zwischen den verschiedenen Clouds hin- und her zu bewegen. Zudem sollten IT-Verantwortliche Off-Premise-Ressourcen natürlich genauso verwalten können wie solche aus dem eigenen Rechenzentrum.

Trend No. 4: Unternehmen suchen Cloud-Native-Entwickler

Je mehr Unternehmen dazu übergehen, Clouds nicht mehr nur zu bauen, sondern auch zu nutzen, desto klarer wird: Beim Cloud Computing geht es überwiegend darum, das Entwickeln und Bereitstellen verschiedenster Geschäftsanwendungen zu vereinfachen.

Doch das Entwickeln in der Cloud verlangt nach grundsätzlich anderen Fähigkeiten als denen, die bisher für die Anwendungsentwicklung erforderlich waren. Deshalb entsteht in vielen Unternehmen eine „Kompetenzlücke“ – und die kann die Umsetzung von Cloud-Strategien erheblich erschweren.

Die Fähigkeit, „Cloud-native“-Anwendungen zu entwickeln, dürfte zu einem Wettbewerbsvorteil werden.

Deshalb werden Unternehmen ihre Softwareentwicklung im kommenden Jahr entsprechend verändern – entweder durch das Schulen eigener Mitarbeiter oder das Beauftragen externer Entwickler.

Trend No. 5: Flash setzt sich durch – und Unternehmen müssen mit dem Schlimmsten rechnen.

Der fünfte Trend für 2016 ist weniger eine Vorhersage als eine Warnung: Im Storage-Bereich kann es vorkommen, dass unerwartete Schwierigkeiten mit neuen Speichertechniken auftreten, sobald diese eine gewisse Verbreitung und Bedeutung erreichen. Und bisweilen führen diese Schwierigkeiten zu schwerwiegenden Ausfällen in einer gesamten Branche.

Auch wenn nichts dafür spricht, dass etwas Derartiges im Zusammenhang mit Flash eintreten könnte, sollten Unternehmen diese Tatsache berücksichtigen. Denn diese Speichertechnologie wird 2016 eine ernstzunehmende Verbreitung erreichen.

Während der vergangenen Jahrzehnte gab immer wieder Ausfälle aufgrund zunächst unbemerkter Fehler oder Schäden in CPU-Speicher-Chips und Festplatten, oder auf Grund von Umstellungen bei Silizium oder anderen technischen Bestandteilen. In solchen Fällen zahlt es sich immer aus, eng mit Herstellern zusammenzuarbeiten, die die Branche sehr gut kennen und Erfahrung im Umgang ähnlicher Vorfälle haben.

Also lautet der Rat für Unternehmen im Jahr 2016, nicht in die Falle zu tappen und zu hoffen, dass schon nichts passieren wird. Eine vorausschauende Planung für den schlimmsten anzunehmenden Fall hat sich häufig bewährt.

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